Mit kleinstem Profi-Klub zurück auf die Sonnenseite des Kicker-Lebens

David Blacha, Fußballer aus Fröndenberg, ist mit dem SV Sandhausen in die zweite Bundesliga aufgestiegen.                            Foto: SV Sandhausen
David Blacha, Fußballer aus Fröndenberg, ist mit dem SV Sandhausen in die zweite Bundesliga aufgestiegen. Foto: SV Sandhausen
Foto: Eibner Pressefoto WP

Menden.. Eine der größten Überraschungen des Fußballjahres 2011/12 dürfte wohl der Aufstieg des SV Sandhausen in die zweite Bundesliga gewesen sein. David Blacha aus Fröndenberg gehört zu jenen Kickern, die dieses „Wunder“ möglich machten.

„Jetzt bin ich da, wo ich hin wollte“, schmunzelt David Blacha über das Happy-End eines nicht nur für ihn turbulenten Jahres.

So stand der kleine Klub aus dem 14500-Einwohner-Städtchen vor den Toren Heidelbergs im Frühjahr 2011 vor dem Abstieg in die Regionalliga. David Blacha musste sich zu jenem Zeitpunkt einen neuen Verein suchen. Denn sein damaliger Klub, Rot-Weiß Ahlen, hatte in die Insolvenz gehen müssen. Eine neue sportliche Adresse war mit dem SV Babelsberg schnell gefunden. Allerdings geriet auch der SVB in finanzielle Turbulenzen, und das angedachte Engagement in Potsdam zerschlug sich. „Das alles war schon ein richtiger Tiefschlag für mich“, erzählt David Blacha bei seinem Blick in den Rückspiegel.

Doch dann trat der SV Sandhausen auf den Plan, und David Blacha bekam einen Vertrag beim mit 700 Mitglieder kleinsten Profi-Verein Deutschlands – eine Verbindung, die sich für beide Seiten lohnen sollte.

„Es ist für mich im Großen und Ganzen ganz gut gelaufen, auch wenn es in der Endphase der Saison einige Einsätze mehr hätten sein können. Doch wir sind zum Glück von Verletzungen verschont geblieben – deshalb gab es für den Trainer ja auch keinen Grund zu wechseln“, lässt Blacha sein Jahr in Sandhausen Revue passieren.

Das dieses Engagement nun mit dem Aufstieg in die zweite Bundesliga gekrönt wurde, ist für den Ruhrstädter der Sprung zurück auf die Sonnenseite des Kicker-Lebens. Auf der hatte sich der gebürtige Fröndenberger vor allem in der Jugend befunden. Die ersten Schritte machte er einst beim FC Fröndenberg 09, bevor es im zarten Alter von neun Jahren zu Borussia Dortmund ging. Dort durchlief David Blacha die kompletten Nachwuchsjahrgänge und wurde mit den U17- und U19-Kickern des BVB sogar Deutscher Vizemeister. Ab seinem 16. Lebensjahr absolvierte er zudem mehrere Spiele für diverse Jugendauswahlen Polens.

Beim Blick auf seine Zeit beim BVB, wo er auch mit Dortmunds aktuellem Topstar Mario Götze zusammenspielte, gerät er ins Schwärmen. „Man hat in der Jugend schon gesehen, dass Mario ein Ausnahmetalent ist“, überrascht ihn die Entwicklung seines einstigen Teamkollegen nicht.

Dass es für ihn selbst nach der Jugend keine Verwendung mehr bei der Borussia gab, ärgert ihn indes nicht. „Mein Weg ist noch lange nicht zu Ende. Ich bin ja noch jung. Andere Spieler wie auch Kevin Großkreutz mussten ja auch erst weggehen, um dann durchzustarten“, sagt David Blacha – bekanntlich begann Großkreutz seine Profi-Karriere über den Umweg Rot-Weiß Ahlen.

Und wer weiß, wohin es David Blacha führt, wenn es in der kommenden Spielzeit in der zweiten Bundesliga mit dem SV Sandhausen gegen Traditionsklubs wie 1860 München oder gegen die gerade erst aus der Eliteliga abgestiegenen 1. FC Köln und 1. FC Kaiserslautern geht.

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