Mit bunten Scheiben auf Titeljagd

Peter Hennecke bezeichnet Discgolf als Sport mit großer Ansteckungsgefahr. „Wenn man einmal damit anfängt, hat dieser Virus einen schnell erfasst“, sagt er.
Peter Hennecke bezeichnet Discgolf als Sport mit großer Ansteckungsgefahr. „Wenn man einmal damit anfängt, hat dieser Virus einen schnell erfasst“, sagt er.
Foto: WP
Peter Hennecke holte bei den Deutschen Discgolf-Meisterschaften in Olsberg-Bruchhausen wie im Vorjahr die Silbermedaille in seiner Klasse.

Menden..  Am Ende war es dann doch wieder nur der zweite Platz. Peter Hennecke holte bei den Deutschen Discgolf-Meisterschaften in Olsberg-Bruchhausen wie im Vorjahr die Silbermedaille in der Klasse Senior Grandmaster. Und: Wie schon 2015 bei der DM in Kellenhusen musste sich der Mendener seinem Rivalen Wilfried Weder geschlagen geben.

„Diesmal fehlten ganze vier Punkte, die habe ich irgendwo auf der dritten Runde verloren“, sagt Peter Hennecke und blickt auf einen DM-Wettkampf zurück, bei dem er lange in Führung gelegen hat und dem Titelverteidiger einen packenden Fight liefern konnte. Schließlich musste Hennecke den Kellenhusener dann doch vorbeiziehen lassen. „Der ist schon eine Klasse für sich, den Rückstand konnte ich nicht mehr aufholen.“

Acht Versuche auf Bahn 14

Es war die verflixte 14. Bahn, die den Hönnestädter wertvolle Punkte kostete. „Ich habe diesen Durchgang völlig verrissen und acht Versuche gebraucht, um die Scheibe ins Ziel zu bringen – darüber habe ich mich natürlich geärgert, aber so etwas passiert im Sport nun mal“, beschreibt Hennecke die aus seiner Sicht bittere Entscheidung – letztlich standen für ihn 304 Gesamtpunkte auf dem Tableau, Wilfried Weder hatte es auf den vier Wertungsrunden auf 300 Zähler gebracht. „Damit hat er verdient gesiegt“, zeigt sich der 63-Jährige als fairer Verlierer bei einer DM, bei der er aber den Mindener Willie Weper (325) und Holger Meier aus Peine (358) mit großem Abstand hinter sich lassen konnte.

„Natürlich hätte ich lieber gewonnen, aber eigentlich bin ich gar so enttäuscht – es war für mich ein guter Wettkampf, ich hatte dabei viel Freude“, bilanziert Hennecke, der eher durch Zufall an den Sport mit den bunten Scheiben geraten ist. „Von Haus aus komme ich vom Tischtennis, habe Leichtathletik betrieben und auch gerne Tennis gespielt. Aber seit einer Knieverletzung geht das alles nicht mehr“, gewährt der Mendener einen Blick in die sportliche Vergangenheit.

Frisbee-Spaß im Ostsee-Urlaub

Weil aber das Knie nicht mehr mitspielte, fuhr man halt nicht mehr zum Wandern oder Skifahren in die Berge, sondern machte Urlaub an der Ostsee – genauer gesagt in Kellenhusen, wo die Henneckes beobachten konnten, was einige Könner mit ihren Frisbees anstellten. „Das war schon beeindruckend, ich durfte es auch mal versuchen“, erzählt Peter Hennecke in diesem Zusammenhang von „Opa Willi“ Leifermann. „Der hat mich mit Discgolf infiziert, und dafür bin ich ihm sehr dankbar.“

Ähnlichkeiten zum „großen Golf“

Seit vier Jahren betreibt Hennecke nun diesen Sport, bei dem es gilt, eine gewisse Distanz mit so wenig Versuchen wie möglich zu überbrücken. „Das ist ähnlich wie beim großen Golf – am Ende wird eingeputtet. Allerdings ist es bei uns kein Loch, in das der Ball versenkt werden muss, sondern ein Korb“, erklärt Hennecke grob die Regeln.

Spezielle Flugeigenschaften

Dass verschiedene Scheiben benutzt werden können, erhöht den Reiz und macht Discgolf zu einer komplexen Sportart. Es gibt den Driver für die langen Distanzen, den Midrange für Mittelstrecken und den Putter – selbst da gibt noch Unterschiede. Spezielle Scheiben fliegen geradeaus, manche haben einen Drall nach rechts oder links, selbst S-förmige Flugbahnen sind möglich. „Eigentlich ist das ähnlich wie beim Golf, wo der Spieler seine Schläger auswählen kann. Uns steht es ebenfalls frei, welche Geräte wir benutzen wollen.“ Am Ende einer Bahn, die bis zu 190 Meter lang sein kann, steht dann der Korb. Peter Hennecke: „Und genau da muss die Scheibe rein.“

Bei der DM in Olsberg-Bruchhausen wurden vier Runden mit jeweils 21 Bahnen bestritten. „Da ist man jedes Mal rund dreieinhalb Stunden unterwegs. Etliche Höhenmeter sorgen zudem dafür, dass das zu einer richtig sportlichen Angelegenheit wird“, so Peter Hennecke, der das Wochenende am liebsten als strahlender Sieger beendet hätte. Aber dazu fehlten leider vier Punkte, die irgendwo auf Bahn 14 verloren gegangen sind.

 
 

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