In unteren Ligen mit Neuner-Teams auf Punktejagd

Spielertrainer Ingo Rüth (vorn) und C-Ligist SuS Eisborn könnten das „Norweger Model“ laut neuer Statuten in Anspruch nehmen. Aber das wird mit Blick auf die erste Mannschaft wohl eher nicht passieren.
Spielertrainer Ingo Rüth (vorn) und C-Ligist SuS Eisborn könnten das „Norweger Model“ laut neuer Statuten in Anspruch nehmen. Aber das wird mit Blick auf die erste Mannschaft wohl eher nicht passieren.
Foto: sportpresse-reker.de, Dietmar Reker, www.sportpresse-reker.de

Menden/Balve..  Seit dem Jahr 2012 hat der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) mehr als 100 Vereine verloren. Eine Folge der demographischen Entwicklung. Diesem Abwärtstrend tritt man nun mit verschiedenen Maßnahmen entgegen. So dürfen seit dem 1. Juli auch Mannschaften mit neun Spielern für den Spielbetrieb gemeldet werden.

Das so genannte „Norweger Modell“ kann in den Kreisligen C und D sowie in den Kreisligen der Frauen angewandt werden. „Das ist eine Empfehlung des westdeutschen Verbands. Die Kreise entscheiden selbst, ob sie das einführen“, sagt FLVW-Funktionär Thomas Berndsen. Mannschaften, die nach dem „Norweger Modell“ gemeldet sind, nehmen am Spielbetrieb der jeweiligen Ligen teil. Teams, die gegen eine solche Mannschaft antreten, müssen sich dann auf neun Spieler reduzieren.

Auf- und abstiegsberechtigt

Ein „norwegisch“ gemeldetes Team kann erst wieder zur nächsten Saison den Teilnehmerstatus ändern. Neuner-Mannschaften sind aufstiegsberechtigt, gespielt wird auf Plätzen in Normalgröße. Ab der B-Liga muss aber mit der üblichen Spielerzahl gekickt werden.

Diese Regelung stößt in der heimischen Region durchaus auf Zustimmung. So wurde das Modell Ende Juni bei der Arbeitstagung des Fußball-Kreises Iserlohn in Dröschede vorgestellt. „Das Interesse ist da“, sagt der zweite Kreisvorsitzende Horst Reimann.

VfL sieht Lösung eines Problems

So sieht man beim A-Ligisten VfL Platte Heide darin die Lösung eines Problemes. „Wir haben zurzeit 28 Spieler – für ein Team zu viel, für zwei zu wenig“, sagt Trainer Petros Tsamatos. Bei nur einer Formation würde es beim VfL zum Verlust einiger Akteure kommen. „Mit einer Neuner-Mannschaft als Zweite könnte man die Leute vielleicht halten“, so Tsamatos – ihm gefällt das „Norweger Modell“.

Beim BSV Lendringsen sieht man dieses Thema gelassen. „Wir sind personell gut aufgestellt. Aber man muss die Entwicklung abwarten“, sagt Klubchef Torsten Strott.

Auch bei Branchenführer BSV Menden bleibt man nüchtern. „Wir haben uns noch keine Gedanken darüber gemacht. Aber das ist eine interessante Möglichkeit“, so Rainer Matusczyk, Geschäftsfüher des Landesligisten.

Beim Balver B-Ligisten SuS Beckum indes findet die Regelung große Zustimmung. „Ich bin für alles, was dem Fußball gut tut. Ich finde es wichtig, wenn alle spielen können“, befürwortet Präsident Oliver Freiburg das „Norweger Modell“. „In der vergangenen Saison haben wir schon das eine oder andere Mal mit neun oder zehn Spielern gekickt. Da hat man sich halt mit dem Gegner abgestimmt.“

Skepsis bei SG Balve/Garbeck

Am Krumpaul quittiert man die Empfehlungen aus Kaiserau mit Kopfschütteln. „Ich weiß nicht, was das soll – wir spielen doch nur Fußball“, steht Christian Müller, der erste Vorsitzende der SG Balve/Garbeck, den möglichen Veränderungen kritisch gegenüber. Dabei sucht der Fusionsklub aktuell gerade für seine Zweite noch Spieler.

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