Halinger Frust nach erneuter Niederlage

Eberhard Tripp
Fällt der Kapitän erneut verletzt aus? Robert Ammelt agierte am Samstag in der Deckung zwar als stabilisierender Faktor, in der 51. Minute, nach einer seiner seltenen Offensivaktionen, war für den Halinger jedoch vorzeitig Schluss.
Fällt der Kapitän erneut verletzt aus? Robert Ammelt agierte am Samstag in der Deckung zwar als stabilisierender Faktor, in der 51. Minute, nach einer seiner seltenen Offensivaktionen, war für den Halinger jedoch vorzeitig Schluss.
Foto: Tobias Schad

Halingen.  Es waren denkwürdige Augenblicke in der Halinger Mehrzweckhalle. Die Handballer des TV Westfalia diskutierten nach Spielschluss das Zustandekommen der seit wenigen Minuten amtlichen Heimniederlage gegen TuS Ferndorf II. Auch Christoph Gutzeit betrieb nach dem 26:31 (13:11) Ursachenforschung, der sonst oft nach TVH-Spielen sehr wortgewandte Trainer tat dies diesmal jedoch in aller Stille.

Der Halinger saß mit nachdenklich auf der Auswechselbank, gönnte sich einige Züge aus der Bierflasche. Aber ein Genuss war es nach dieser herben Schlappe sicherlich nicht. Zu tief saß der Frust, der erst einmal verarbeitet werden musste. „Wir schaffen es einfach nicht, das Niveau über die gesamte Dauer zu halten. Stattdessen brechen wir immer wieder ein“, entfuhr es Gutzeit, der auch erneut zusehen musste, wie seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit die Partie aus den Händen gleiten ließ.

„Die jungen Leute machen es richtig gut, aber die sind letzten Endes überfordert – es fehlen halt die Alternativen, um nachschieben zu können.“ Gutzeit blickte dabei auch auf Spielmacher Roman Warland, der wegen einer hartnäckigen Zehenverletzung noch eine Weile fehlen wird. „Wir fehlen derzeit halt die Leute, die erfahren genug sind, uns auf Kurs zu halten“, grantelte Gutzeit.

Ein Lichtblick war zwar das erneute Mitwirken von Kapitän Robert Ammelt, der lange wegen einer Schulterverletzung matt gesetzt war und nun von Beginn an spielte. Vornehmlich in der Deckungsmitte, wo er mit Abwehrchef Felix Zenka einen stabilen Block bildete und somit die Basis für eine starke erste Halbzeit legte.

In der Tat sah es für Halingen zunächst sehr gut aus. Gegen starke Ferndorfer führte man nach 14 Minuten mit 7:4 (durch Marius Strotkötter), später stand es 10:7 (23./Patrick Schwarz), 11:8 (24./Andreas Grote) und sogar 13:8 (26./Schwarz). „Da war noch alles Ordnung“, so Gutzeit, der seine Mannschaft auch Mitte der zweiten Halbzeit, als die Abstände wieder knapper wurden, noch vorn sehen durfte. Das Unterzahltor von Felix König zum 21:20 sollte jedoch die letzte TVH-Führung gewesen sein.

Schwachstellen

Möglicherweise waren die Gastgeber zunehmend von der sehr kleinlichen und von teilweise unverständlichen Entscheidungen geprägten Spielleitung von Bernd Haidasch und Andreas Serafini (Hagen) unter anderem bei der Vergabe von Siebenmetern und Hin-ausstellungen beeindruckt. Aber Gutzeit sparte sich den Hinweis auf die Schiedsrichter-Leistung und suchte stattdessen die Schwachstellen bei der eigenen Mannschaft.

„Wir spielen eine richtig gute Deckung, aber das gelingt uns leider nicht bis zum Schluss. Stattdessen bekommen wir den Ausgleich und lassen danach die Köpfe hängen“, dachte der Coach auch an die bitteren Momente nach dem 21:21 (44.), als die Halinger Angriffsversuche zunehmend ins Leere liefen und Ferndorf entscheidend davon zog (23:27/53., 25:30/58.). Dass Ammelt zudem nach 51 Minuten mit sichtbaren Schmerzen an der lädierten Schulter ausschied, passte an diesem frustrierenden Abend ins Bild.

TV Halingen: Swiecznik, Hachmann; König (3), Robert Ammelt (1), Manger (n.e.), Grote (4/2), Strotkötter (1), Zenka (1/1), Dennis Bichmann (2), Richard (4), Becker (n.e.), Patrick Schwarz (4), Alex Bichmann (5), Diederich (1).