Gundolf Walaschewski: Die Strukturreform ist einfach notwendig

FLVW-Funktionär Gundolf Walaschewski befürwortet die vom Verband geplante Kreisstrukturreform.
FLVW-Funktionär Gundolf Walaschewski befürwortet die vom Verband geplante Kreisstrukturreform.
Foto: Thorsten Wroben
Gundolf Walaschewski ist Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen. Den in Mecklenburg-Vorpommern lebenden Funktionär kann man aber auch als Vater der vom FLVW angestrebten Kreisstrukturreform bezeichnen.

Menden.. Das Präsidium des Verbandes hatte Walaschewski beauftragt, mit einer Arbeitsgruppe das größte Reformwerk für den westfälischen Verband zu planen. Zurzeit ist Walaschewski als Leiter einer Task-Force des Verbandes unterwegs, die in den Kreisen die geplante Strukturreform erläutern soll. Bekanntlich will sich der FLVW den politischen Strukturen angleichen.

Wie mehrfach berichtet, kämpfen zum Beispiel die Balver Kreis-Arnsberger Vereine TuS Langenholthausen, SG Balve/Garbeck, SuS Beckum, Rot-Weiß Mellen und SuS Eisborn vehement gegen eine Umgruppierung in den Märkischen Kreis. Im Gespräch mit der WP stand Gundolf Walaschewski Rede und Antwort.

Zurzeit werden die FLVW Kreise ja von der Task-Force über die Strukturreform informiert. Sie sind sehr oft mit vor Ort? Wie lautet ihr Fazit?

Gundolf Walaschewski: Das ist gemischt! Einerseits sind wir nur von den Kreisen eingeladen worden, die von der Reform betroffen sind. Die anderen haben sich erst gar nicht gemeldet. Das Klima bei den Gesprächen war zum Teil respektabel aber auch sehr bissig. Die Reform ist dort abgelehnt worden, wo auch der Kreisvorsitzende dagegen war.

Wie erklären sie sich die teilweise heftige Kritik an dem Vorhaben des Verbandes?

Walaschewski: Ich weiß nicht, ob die Leute das überhaupt verstehen wollen. Es herrscht vielfach ein verengter Blickwinkel. Dabei ist es uns nicht gelungen, deutlich zu machen, warum die Strukturreform einfach notwendig ist. Denn der demografische Wandel wird uns treffen, das ist belegbar.

Zuletzt war immer wieder davon zu hören, dass es Ausnahmen geben soll. Demnach könnten Vereine unter bestimmten Voraussetzungen in ihren alten Kreisen bleiben. Ist die Reform damit nicht eigentlich schon gescheitert?

Walaschewski: Das sehe ich nicht so! Es wird bestimmt nicht so sein, dass es Ausnahmen geben wird, nur weil ein Klub 60 Jahre zu einem Kreis gehört oder weil man so gut mit den anderen Vereinen klar kommt. Das Wohlfühl-Gefühl darf kein Argument sein. Wir haben festgelegt, dass Ausnahmen nur bei entsprechenden infrastrukturellen, sozialen und geographischen Gegebenheiten zugelassen werden. Zum Beispiel wenn der Fahrtweg größer durch eine Umgruppierung würde.

Die Kritik an der Reform kann man aber nicht ignorieren. Wäre es nicht sinnvoll, man würde noch einmal von vorne anfangen?

Walaschewski: Wir sind bereit, Kompromisse einzugehen. Doch wir müssen Reformen angehen, denn es muss im Fußball weitergehen. Von den Vereinen oder Kreisen, die gegen die Reform sind, ist bislang fast nichts gekommen. Außer das Bestreben, dass alles so bleiben soll, wie es ist. Und das geht nicht.

 

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