Gisbert-Kranz: Ein Sportplatz steht am Rande der Verwahrlosung

Kaputte Tornetze, die vor jedem Spieltag geflickt werden mussten, waren am Gisbert-Kranz-Sportplatz lange Zeit Standard. Jetzt hat die Stadt Menden neue angeschafft, eigentlich wäre das die Aufgabe von Menden Türk gewesen.
Kaputte Tornetze, die vor jedem Spieltag geflickt werden mussten, waren am Gisbert-Kranz-Sportplatz lange Zeit Standard. Jetzt hat die Stadt Menden neue angeschafft, eigentlich wäre das die Aufgabe von Menden Türk gewesen.
Foto: Alex Bonsendorf
Das zerfallene alte Bahnhofsgebäude war jahrelang eine schlechte Visitenkarte für Menden. Im heimischen Sport hat man jetzt ein ähnliches Problem.

Menden. Der Zustand des Sportplatzes an der Gisbert-Kranz-Straße sorgt nicht nur bei den auswärtigen Fußballmannschaften für Kopfschütteln.

Vor einigen Jahren waren es die unzumutbaren Umkleideräumlichkeiten, jetzt ist es der Tennenplatz, der immer mehr verkommt. In den Randbereichen des Spielfeldes – das mehr einer Buckelpiste gleicht – und auf den Laufbahnen sucht sich das Unkraut seinen Weg, ebenso im Bereich der Tore.

Das Elend des Platzes wird noch dadurch getoppt, dass es keine Eckfahnen mehr gibt. Zudem müssen die Tornetze an jedem Spieltag geflickt werden. „Das Problem ist uns bekannt und wir werden uns darum kümmern“, mag Horst Reimann, stellvertretender Vorsitzender des Fußballkreises Iserlohn die Situation an der Gisbert-Kranz-Straße nicht länger hinnehmen.

Platzsperren oder empfindliche Ordnungsstrafen für die drei an der Gisbert-Kranz-Straße beheimateten Klubs – Menden Türk, GFV Olympos und FC Italia Menden – wären möglicherweise die Folge. Sicherlich hätte der Tennenplatz eine grundlegende Sanierung nötig. Allerdings könnte eine bessere Pflege der Anlage die Situation merklich verbessern. Das scheint – obwohl die Verantwortlichkeiten feststehen – nicht zu funktionieren.

Und das ruft jetzt die Stadtverwaltung auf den Plan. „Die Stadt Menden hat mit dem Verein Menden Türk einen Vertrag über die durchzuführende Platzpflege geschlossen. Dafür erhalten sie eine Entschädigung von der Stadt“, bestätigte Ulrich Menge vom Sportamt auf Nachfrage der WP.

Der B-Ligist scheint sich jedoch nicht an die vertraglichen Vereinbarungen zu halten. So haben sich der GFV Olympos und der FC Italia über die Zustände bei der Verwaltung beklagt. „Es kann nicht sein, dass wir darunter leiden müssen, dass nichts getan wird“, sagt Olympos-Chef Kostas Tzortzos.

Die Stadt Menden möchte natürlich für das vertraglich vereinbarte Pflege-Entgelt eine Gegenleistung sehen. Die beläuft sich laut der WP- Informationen auf jährlich 2300 Euro. Diese ist auch dafür vorgesehen, Ersatz für die fehlenden Eckfahnen und die defekten Tornetze zu beschaffen. Die Stadt möchte die Missstände beseitigt sehen und hat vor einigen Tagen eine Platzbegehung vorgenommen.

Menden Türk soll seinen Pflichten nachkommen, andererseits würde die nächste Rate für die Pflegearbeiten nicht ausgezahlt. Die dürfte niedriger ausfallen, da die Stadt die Beschaffung neuer Tornetze selbst übernommen hat und die entstandenen Kosten einbehalten wird. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.

 
 

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