Zwei aus Eritrea machen die SG Wenden noch stärker

Berhare Eyob Solomoun und Mealat Magos Yemane.
Berhare Eyob Solomoun und Mealat Magos Yemane.
Foto: WP
Eritrea hat ein ungeheures Reservoir an Klasseläufern. Alexander Henne von der SG Wenden kann ein Lied davon singen.

Wenden.  Im Herbst schnappte ihm Yohannes Hailu (TuS Deuz) beim Haubergslauf in Helberhausen den Sieg weg, und beim Silvesterlauf in Herne war Berhare Eyob Solomoun (Finnentrop) als Dritter nach 30:56 Minuten knapp vor Alexander Henne (Fünfter) im Ziel. Auch bei den Frauen wurde eine Läuferin aus Eritrea, Mealat Magos Yemane (Finnentrop) in Herne Dritte mit 37:12 Minuten.

Auch Wattenscheid interessiert

Egon Bröcher kam dies zu Ohren und er ließ nicht locker. „An denen war auch schon Wattenscheid dran“, erzählte SGW-Abteilungsleiter Kunibert Rademacher, doch Wenden war auch bei diesem Rennen erfolgreich. „Egons Vita als Trainer und Verbandstrainer sowie die Leistungen der SG Trainingsgruppe sind öffentlich und nachweisbar“, freute sich Rademacher über den Coup. Die Vereinslosigkeit der beiden jungen Nordostafrikaner hat damit ein Ende gefunden und die rote Streitmacht aus Wenden noch stärker gemacht.

Formalitäten

„So ganz nebenbei“ sind Eyob und Mealat verheiratet und haben gemeinsam über den Sudan die Flucht nach Europa geschafft, weiß Rademacher und erzählt weiter, dass die Verständigung noch schwierig sei. Gerade in einer solchen Situation zeigt sich wieder einmal die integrative Bedeutung des Sports. Die SG Wenden will im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit dazu beitragen, dass das junge Ehepaar Anschluss vor allem auf sozialer, aber natürlich auch auf sportlicher Ebene findet.

Doch ohne Formalitäten geht es nicht, vor allem wenn sie sie in einem anderen Bundesland bei Wettkämpfen starten wollen. „Ich musste beim Kreis Olpe eine Aufenthaltsgenehmigung für ihren Start in Wehbach beschaffen, das ist ja Rheinland-Pfalz“, deutete Rademacher auf bürokratische Hindernisse hin, die dann doch einfach zu lösen waren.

Sandra Klein siegt souverän

Und so hinterließen Berhare Eyob Solomoun (20 Jahre) und MealatMagos Yemane (19 Jahre) im roten SGW-Dress in Wehbach beim 3. Lauf des Ausdauer-Wintercups 2013/14 eine erste Duftmarke ihrer Stärke. Die 10-Kilometer-Strecke war amtlich vermessen, „aber durch viele Wendepunkte geht auch viel Tempo und damit Zeit verloren“, bemerkte Simon Huckestein, der in den Vorjahren hier auch schon am Start war,dieses Mal allerdings nur stiller Beobachter vor Ort war.

Der 20-jährige „Eritreer in Rot“ setzte sich über die 10 Kilometer mit 31:19 Minuten sicher durch vor seinem Landsmann vom TuS Deuz. Doch dahinter folgte im Gesamteinlauf ein ganzes SGW-Quintett vor zwei weiteren Läufern aus Deuz. Bei den Damen ließ sich Sandra Klein (SGW) bei ihrem ersten Start nach der Marathon-DM den Sieg nicht nehmen und verwies nach 36:35 Minuten die 19-jährige neue Vereinskollegin Mealat Magos Yemane (37:14) auf Platz 2. „Ich bin mit der Zeit sehr zufrieden“, so Sandra Klein kurz nach dem Lauf.

Die 5 Kilometer des „Jedermann-Laufs“ sah in Alexander Henne einen Sieger, dem es aber nicht um den Sieg, sondern allein um die Zeit ging: „Die 15:18 sind okay, ich wollte unter 15:30 bleiben und das klappte.“ Sprach‘s und verschwand zum Auslaufen, das wohl länger dauerte als der Wettkampf.