SV Rothemühle verspielt mit 2:2 Relegation

Jan Reinold
Foto: wp

Plettenberg.  So wechselhaft wie das Wetter im Lennestadion in Plettenberg geriet für Fußball-Landesligist SV Rothemühle auch das Auswärtsspiel beim abstiegsbedrohten TuS Plettenberg.

Mit 2:2 (1:1) trennte sich der SVR bei Regen, Sonne und Wind vom TuS, und während die Hausherren den Klassenerhalt ausgelassen feierten, gingen bei den Rothemühlern die Köpfe nach unten. Denn Weißtal zog durch einen 2:1-Heimsieg über Haspe noch an Rothemühle vorbei, der SVR verpasst als Tabellendritter den Traum von der Teilnahme an der Relegation zur Westfalenliga.

Achterbahnfahrt

Entsprechend angefressen war SVR-Trainer Maik Wolf nach einer Achterbahnfahrt über 90 Minuten, die für Rothemühle nach einer wechselhaften Vorstellung in einer jähen Talfahrt in der „Vier-Täler-Stadt“ endete. „Wenn man sich so einen Matchball nehmen lässt, ist die Enttäuschung natürlich riesengroß“, bekannte Wolf nach dem Schlusspfiff. „Vor allem die Art und Weise, wie wir hier Fußball gespielt haben, war ganz schwach. Daher muss man ganz klar sagen, dass wir es auch nicht verdient gehabt haben.“

Ängstlich und nervös war seine Mannschaft von Beginn an aufgetreten. Dazu kamen noch Ungenauigkeit, Fahrlässigkeit - und auch Pech. Hinten schwamm die Rothemühler Viererkette etliche Male bedenklich gegen die wendige TuS-Offensive um Yasin Güzelcümbüs. Vorne fehlte dem SVR der verletzte Top-Torjäger Manuel Hesse.

Schwache erste Hälfte

„Was wir gerade in der ersten Halbzeit geboten haben, hatte mit Fußball wenig zu tun“, kritisierte Wolf die fahrige Vorstellung seiner Mannschaft. „Das war nur Stückwerk.“

Der Favorit ging zwar nach einer halben Stunde durch Ben Breidenbach mit 1:0 in Führung, doch der Treffer wurde wegen Abseits nicht anerkannt. Damit nicht genug: Beim anschließenden Gegenzug tauchte Plettenbergs Sebastian Klein völlig frei vor dem Rothemühler Tor auf, umkurvte SVR-Schlussmann Jan-Philipp Stender und schob zum nicht unverdienten 1:0 für den TuS ein (31.).

Nach dem Rückstand kam Rothemühle zwar etwas besser ins Spiel und auch zu ersten guten Chancen. Ein Schuss von Said Boubaous strich nur knapp am Pfosten vorbei (36.), und Christian Runkel scheiterte völlig frei an TuS-Torwart Maik Stern (42.), ehe Sebastian Großmann nach einer Ecke mit einem Distanzschuss das schließlich 1:1 erzielte (43.).

Kein Druck aufgebaut

Doch trotz des Ausgleichs änderte sich auch nach der Pause wenig. Rothemühle schaffte es einfach nicht, die TuS-Defensive dauerhaft unter Druck zu setze, obwohl sich auch im zweiten Durchgang wieder Chancen boten, um die drei Punkte einzufahren.

Sven-Jörg Bleck, Breidenbach und Boubaous vergaben gute Gelegenheiten (50. und 56.), Kris Stremmel und Runkel trafen nur die Latte (53. und 65.) - und wie in Hälfte eins war es der TuS, der durch Nikolaos Douros in Führung ging (57.).

Handelfmeter zum 2:2

Rothemühle kam zwar noch nach einem überraschenden Handelfmeter durch Steffen Oehm zum 2:2 (72.). Doch zu mehr reichte es einfach nicht. „Gerade für die jungen Burschen tut es mir unheimlich leid“, sagte Wolf niedergeschlagen. „Aber letztendlich haben sie sich die Chance, die wir hatten, selber versaut.“

Und nicht nur das: Denn das Team muss nun auch ohne den Trainer auf Mannschaftsfahrt nach Mallorca gehen. Nur wenn etwas „Außergewöhnliches“ passiere, hatte der im Vorfeld angekündigt, werde er mit auf die Baleareninsel reisen. Und „das Thema hat sich gerade erledigt“, knurrte (der) Wolf trotzig nach dem Remis in Plettenberg.

Rothemühle: Stender, S. Großmann, Tolzin (46. Karimu), Schulzki, Oehm, Zall, Bleck (69. A. Großmann), Runkel, Breidenbach, Stremmel (76. Schmidt), Boubaous.