RW Maaslingen verzichtet, FC Lennestadt muss trotzdem ran

Der SC Rot-Weiß Maaslingen, Vizemeister der Fußball-Landesliga, Staffel 1, verzichtet auf die Aufstiegsrunde zur Westfalenliga. Das hat jedoch nicht den Wegfall dieser Runde zur Folge. Denn für Maaslingen rückt der Tabellendritte, der SC Verl II, nach. Somit lautet die Begegnung BSV Roxel gegen SC Verl II. Das Spiel findet in Beckum statt. Der FC Lennestadt bestreitet wie gehabt am Donnerstag die andere Partie gegen Wiemelhausen in Werdohl.

Klaus-Dieter Schnippe, beim FLVW zuständig für die Aufstiegsrunden, erhielt die Nachricht aus Maaslingen am Sonntag Abend. „Bis drei Tage nach dem letzten Spieltag ist es möglich, den Verzicht zu erklären“ erklärte Schnippe im Gespräch mit unserer Zeitung, „Maaslingen hat eine sehr junge Mannschaft und war selbst erstaunt, dort oben gelandet zu sein.“ Alle im Verein aus dem 400-Seelen-Ort bei Minden - Vorstand wie Mannschaft - seien sich einig gewesen, dass die Westfalenliga eine Nummer zu groß sei.


Die Satzung sieht für diesen Fall vor, dass der Liga-Dritte den Platz des Vizemeisters einnimmt. Schnippe: „Verl hat mir das schriftlich zugesichert.“ Dieses Recht steht übrigens ausschließlich dem Dritten zu, nicht aber den Nächstplatzierten. Hätte also Verl II ebenfalls verzichtet, wäre die Runde tatsächlich hinfällig geworden. Heißt: In diesem Fall wären FC Lennestadt, BSV Roxel und Concordia Wiemelhausen direkt und „auf dem Sofa“ aufgestiegen.


Der letzte Spieltag ist auch immer der Tag, „danke“ zu sagen. Landesligist Rot-Weiß Hünsborn verabschiedete vor dem Spiel gegen Erlinghausen (3:2) Michael Bienenda, Daniel Wäschenbach und Markus Wurm. Nachbar und Ligagefährte FC Altenhof dankte vor der Partie gegen den BSV Menden (4:1) Torwart Marcel Eichler, Jens Becker und Kevin Becker. Sie bekamen Blumen und auch lobende Worte vom Vorsitzenden Frank Stahl. Für Kevin Becker, der seit 2011 in Altenhof spielte und wie Jens Becker nach Hünsborn wechselt, hatte Frank Stahl ein Sonderlob parat: „Du warst einer der Garanten für unseren Doppelaufstieg.“ Kevin Becker erhielt ein Trikot, das seine Kameraden signierten.


Oliver Prinz, Geschäftsführer des SC Drolshagen, war nach vollbrachter Rettung in der Bezirksliga froh und glücklich, dass es mit dem 1:0 gegen Kaan II geklappt hat. „Dass man für den Klassenerhalt 34 Punkte aus 28 Spielen braucht, ist schon ungewöhnlich. Letztes Jahr haben 23 Punkte gereicht,“ verdeutlichte Prinz, welcher Kraftakt hinter dem SCD (und Ottfingen) lag.


Christian Beekhuis, Schütze des Siegtores, ist übrigens ein „Ur-Drolshagener“. Oliver Prinz: „Er spielt seit der E-Jugend bei uns und war nie woanders. Als ich Geschäftsführer wurde, habe ich ihn zum Senior erklärt.“ Zu dieser „Generation“ gehören übrigens auch Kapitän Thomas Hilbig, Marius Schröder und Patrick Stamm.


Ein rabenschwarzer Tag war dieser 29. Mai für den 1. FC Kaan-Marienborn. Die Zweite stieg ab, die Erste wurde kurz vor Saisonschluss in der Westfalenliga noch vom FC Brünninghausen abgefangen. Zumindest hat sie noch die Chance, über ein Entscheidungsspiel gegen den Vizemeister der Staffel 1, den Delbrücker SC (Donnerstag, 19.30 Uhr in Sprockhövel), in die Oberliga zu springen.


Ob im Käner Kader für dieses große Saisonfinale auch Michael Kügler sein wird? Die Vereinsverantwortlichen hatten es nämlich versäumt, den Stürmer, der sechs Jahre lang für Kaan-Marienborn erfolgreich auf Torejagd gegangen war und sich jetzt dem SV Ottfingen anschließt, vor dem letzten Heimspiel zu verabschieden. Und da ihn Trainer Nehrbauer trotz des klaren Spielstandes auch nicht einwechselte, mischte sich beim Kicker und der auf der Tribüne mitfiebernden Familie in die Enttäuschung über den verpassten Direktaufstieg auch ein bisschen Unverständnis und Wut.