Patrick Bettig will sich beim TuS Ferndorf durchsetzen

Patrick Bettig vor der Kulisse seiner Heimatstadt Attendorn.
Patrick Bettig vor der Kulisse seiner Heimatstadt Attendorn.
Foto: WP
Zumindest größenmäßig hat Arnold Bettig noch die Nase vorn. Mit 1,96 Meter Körperlänge überragt der Attendorner seinen Sohn Patrick um zwei Zentimeter. Aber handballerisch hat der Junior seinen Vater längst überholt.

Attendorn/Ferndorf..  Der 21-Jährige spielt im dritten Seniorenjahr beim TuS Ferndorf, gehörte bei den Siegerländern in der vergangenen Saison zum Zweitliga-Kader und war beim aktuellen Drittliga-Spitzenreiter zuletzt auf einem guten Weg zum Stammspieler im linken Rückraum.

Patrick Bettig spielt gerne Tennis und macht auch auf Skiern eine gute Figur. Seine sportliche Leidenschaft ist aber der Handball. Und das dürfte auch kein Zufall sein. Vater Arnold und Mutter Heike waren aktive Handballer. Onkel Jürgen Rengel hat für den damaligen Verbandsligisten TSG Lennestadt Tore geworfen.

Beruf an erster Stelle

Kein Wunder, dass Patrick Bettig schon mit fünfeinhalb Jahren beim Handballtraining der SG Attendorn-Ennest war. Zu seinen Übungsleitern gehörten Monika Feldmann, Ute Hommerich und Michael Langer. Dem Handballsport ist der heutige BWL-Student in Siegen treu geblieben.

Zwar stehen bei dem langen Schlacks - da ist er in die Fußstapfen seines Vaters Arnold Bettig getreten - „Ausbildung und später der Beruf an erster Stelle”. Aber so ganz hat der Attendorner die Hoffnung nicht aufgegeben, für ein paar Jahre Handballprofi zu werden. „Wenn ich die Chance hätte, in der 1. Bundesliga zu spielen, würde ich das machen.” Dann würde Patrick Bettig wohl auch sein BWL-Studium unterbrechen. Aber danach sieht es im Moment nicht aus.

Großer Aufwand

Seit einem Jahr wohnt Patrick Bettig in Siegen und studiert im dritten Semester für den Bachelor. Der Master-Abschluss soll folgen. „Man braucht schon ein gutes Zeitmanagement, um Studium und Handballsport unter einen Hut zu bringen”, sagt der 21-Jährige.

Immerhin trainiert die 1. Mannschaft des TuS Ferndorf in der Saison viermal die Woche, in der Vorbereitung sogar fünf- bis sechsmal. Dazu kommt noch intensives Krafttraining. Bis zu viermal in der Woche ist der junge Attendorner im Fitness-Studio. „Der Aufwand ist schon groß.” Und deshalb bleibt immer weniger Zeit für einen Abstecher zur Familie und zu den Freunden in Attendorn.

Aber der linke Rückraumspieler will sich beim TuS Ferndorf durchsetzen. Hier lief es für den Hansestädter zuletzt nicht so gut. Mit Neuzugang Alex Koke ist im Rückraum starke Konkurrenz dazu gekommen. Der Routinier warf zuletzt beim 41:32-Sieg in der 3. Liga West gegen den Neusser TV alleine zwölf Tore.

Natürlich hätte Patrick Bettig beim Drittliga-Spitzenreiter „gerne mehr Spielanteile“. Die bekam der 21-Jährige ein paar Tage zuvor beim Werbe-Gastspiel der Kreuztaler vor 500 Zuschauern in der Attendorner Rundturnhalle.

Über Schalksmühle/Halver

Wie ist Bettig junior überhaupt nach Ferndorf gekommen? Zweimal spielte die Handball-Auswahl des Kreises Lenne-Sieg sportliches Schicksal. Mit 15 Jahren folgte der Attendorner dem Werben einiger Auswahlspieler und wechselte in die B-Jugend von Schalksmühle. Die spielte damals immerhin Oberliga.

In seinem ersten A-Jugendjahr in Schalksmühle/Halver hieß die Klasse nur noch Bezirksliga. Dafür durfte er bei der 1. Mannschaft der SG Schalksmühle-Halver mittrainieren und in der SG-Reserve Verbandsligaluft schnuppern.

Zu Trainer Mathias Grasediek, mit Schalksmühle-Halver in der 3. Liga West aktuell wieder Konkurrent des TuS Ferndorf, hat Patrick Bettig noch immer „guten Kontakt“.

Hype in Ferndorf

Weil der junge Attendorner in seinem letzten A-Jugendjahr unbedingt höher spielen wollte, ging er zum TuS Ferndorf. Den Wechsel hatten ihm Ferndorfer Mitspieler in der Kreisauswahl schmackhaft gemacht. Mit den Siegerländern qualifizierte sich Patrick Bettig für die A-Jugend-Regionalliga (später Bundesliga).

Der Wechsel nach Ferndorf hatte auch einen anderen Vorteil. Die Autofahrt war wesentlich kürzer und „entspannter“ als die Anreise nach Schalksmühle. Aber davon bekam der damals 15-Jährige gar nicht so viel mit. Wenn ihn einer der Großväter oder Mutter Heike zum Training in den Märkischen Kreis beförderte, schlief der junge Mann meist.

Im ersten Seniorenjahr beim TuS Ferndorf hakte es. Patrick Bettig hatte Wadenprobleme und war oft verletzt. Zumindest für einige Einsätze in der Verbandsliga-Mannschaft reichte es. Und mit dem damaligen Drittliga-Team von Caslav Dincic durfte Bettig oft trainieren.

Dann kam der Aufstieg in die 2. Bundesliga. „Die Hype in Ferndorf“, erinnert sich Patrick Bettig, „war unbeschreiblich“. Mit dem Zweitliga-Team reiste der 21-Jährige „durch ganz Deutschland“, bis nach Rostock oder Aue. Meistens saß der Hansestädter aber ohne Einsatz auf der Bank. Aber ab und zu durfte er auch spielen. So wie „in der Riesen-Arena in Leipzig“. „Das war schon geil“, hat der linke Rückraumspieler diese tollen Erlebnisse noch ganz nah vor Augen.

 
 

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