Olympia-Teilnehmer von 1988 coacht Pannenklöpper Olpe

Boris Rosenberg (hinten rechts) und Vorsitzender Wolfgang Arens mit Nachwuchsspielern der TTF Pannenklöpper Olpe.
Boris Rosenberg (hinten rechts) und Vorsitzender Wolfgang Arens mit Nachwuchsspielern der TTF Pannenklöpper Olpe.
Foto: WP

Olpe..  Der Zufall half kräftig nach in der Geschichte um die Tischtennisfreunde Pannenklöpper Olpe. Deren Jugendwart Thorsten Schulte war ständiger Gast der Tischtennisspiele des Zweitligisten Schwalbe Bergneustadt.

Dort spielte auch Boris Rosenberg. Man kam ins Gespräch über ein mögliches Engagement in Olpe. Torsten Schulte schlug dem Vorstand der Pannenklöpper die Verpflichtung des Bundesligaspielers vor. Es folgten Diskussionen um das Für und Wider der Verpflichtung.

„Wir haben uns dann zu diesem Schritt entschlossen. Es war Neuland für unseren Verein“, erinnert sich der langjährige Olper Vorsitzende Werner Kruk noch an die Verpflichtung des Weltklasse- Tischtennisspielers, „der gesamte Verein hat den Vorstandsbeschluss mit getragen. Der finanzielle Kraftakt wurde durch den Verein und Spenden gestemmt.“ Auch ein kleiner Verein müsse sich öffnen, neue Ideen entwickeln und neue Wege beschreiten.


Qualität erhöht

Es hat sich gelohnt, denn die Qualität hat sich merklich erhöht. Boris Rosenberg legt großen Wert auf die Jugendarbeit und man kann im Training beobachten mit welcher Freude alle bei der Sache sind. „Die Nachwuchsarbeit ist das Kapital eines jeden Vereins und wer nicht auf diese Karte setzt hat keine Zukunft“, stellt der langjährige UdSSR-Nationalspieler fest. „Ohne Pünktlichkeit, Fleiß und Disziplin geht es nicht.“

Ausdauer, Konzentration und Schnelligkeit sind die Eckpfeiler beim Tischtennis. Kondition wird durch Zirkeltraining in der Halle absolviert. Wenn es die Witterung zulässt, drehen die Mädels und Jungs ihre Runden in den Wäldern des Kimicker Berges, eine anspruchsvolle Strecke.


„Training ist der große Bringer“

Boris Rosenberg kann seinen Nachwuchskräften viele Tricks und Techniken zeigen und gut erklären. Immer steht der Zelluloid-Ball im Mittelpunkt der Trainingseinheit. Durch den international erfahrenen Diplomsportlehrer mit Tischtennis A- Lizenz hat sich auch die Motivation gesteigert.

„Boris macht ein gutes Training. Es ist zwar hart, aber eine Leistungssteigerung ist schon da“, gab Christian Hähner durchgeschwitzt nach der Trainingseinheit in der Hakemickesporthalle zu Protokoll, „allein die Umstellung des Trainings auf drei Einheiten pro Woche und davon zwei mit Boris sind der große Bringer.“

Kein Wunder, mehr Erfahrung als Boris Rosenberg mitbringt, geht kaum. Er wechselte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den Westen.

Seine sportliche Visitenkarte ist vom Feinsten. Zunächst spielte er beim damaligen Tischtennis-Zweitbundesligisten TTS Esslingen. Zuvor, von 1982 bis 1989, war er Mitglied der Nationalmannschaft, blickt auf WM-Teilnahmen 1983 in Tokio, 1985 in Göteborg und 1987 in Neu-Delhi zurück. Auch bei den Europameisterschaften war der Name Boris Rosenberg auf der Platte. 1984 in Prag, 1986 in Bern und 1988 in Paris.


Von Michail Gorbatschow eingeschworen

Absoluter Höhepunkt in Boris Rosenbergs Karriere war die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1988 in Seoul mit der UdSSR. Hier feierte der Tischtennis seine Premiere im Olympia-Programm. Eine harte Vorbereitung war die Grundlage. „Die direkte Vorbereitung fand im sibirischen Wladiwostok statt. Alle Olympiateilnehmer bereiteten sich zentral vor“, so Rosenberg im sportlichen Rückspiegel, „einen Tag vor dem Abflug nach Seoul kam der damalige Ministerpräsident Michail Gorbatschow. Bei einem großen Appell wurden die UdSSR-Teilnehmer auf diese große Ereignis eingeschworen. Unvergesslich.“

Wahrlich eine höchst erfolgreiche Laufbahn. „Mir wurde viel Vertrauen entgegen gebracht, man darf nicht vergessen, dass man auch klein angefangen hat. Das möchte ich in meiner jetzigen Tätigkeit als Trainer an den Nachwuchs beim TTF Pannenklöpper Olper weiter geben“, so die Ziele von Boris Rosenberg.

Voll des Lobes ist auch Werner Kruk: „Ich kann mir eine langfristige Zusammenarbeit gut vorstellen“. Die gleiche Meinung vertritt auch sein Nachfolger Wolfgang Arens: „Die Motivation durch Boris ist überragend. Wir spüren sie im gesamten Verein.“

 
 

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