Oliver Mack: „Wir brauchen uns vor keinem zu verstecken“

Trainer Oliver Mack (hinten rechts) mit den Neuzugängen des FC Altenhof (hinten v.l.): Joel Kalambay, Benjamin Oßmann; vorn von links: Jens Becker, Marcel Eichler und Mario Wurm.
Trainer Oliver Mack (hinten rechts) mit den Neuzugängen des FC Altenhof (hinten v.l.): Joel Kalambay, Benjamin Oßmann; vorn von links: Jens Becker, Marcel Eichler und Mario Wurm.
Foto: WP
Es war praktisch in jedem Detail zu spüren an diesem Sonntag Morgen: Von der Aufstiegs-Euphorie des Juni ist nichts verflogen beim FC Altenhof.

Altenhof..  Auch wenn schon einige Wochen ins Land gegangen sind seit dem Meisterstück in der Fußball-Bezirksliga 5, auch wenn der Blick schon stramm Richtung Landesliga-Saison geht: Sie genießen diesen sensationellen Erfolg immer noch am Winterhagen.

Und nicht nur dort. Der 1300-Seelen-Ort nimmt regen Anteil an dieser triumphalen Entwicklung. „Die Akzeptanz im Dorf ist eine ganz andere, wir werden mit anderen Augen gesehen,“ beschreibt es Geschäftsführer Andree Schmidt.

Das sei vor allem am letzten Spieltag deutlich geworden. „Da waren einige hier oben, die die Landesliga-Zeit in den fünfziger Jahren noch miterlebt hatten. Denen standen die Tränen in den Augen.“

Und Frank Stahl, 1. Vorsitzender, ergänzt: „Die Bewohner nehmen das sehr positiv auf, dass hier eine kleine Gemeinschaft etwas Außergewöhnliches erreicht hat. Etwas, mit dem man sich identifizieren kann.“

Das sei nicht immer so gewesen. Stahl: „wir hatten Zeiten in der Bezirksliga, da waren kaum Altenhofer dabei.“ Das hat sich grundlegend geändert. Es kam ein Schnitt. „Wir haben uns von denen getrennt, die sich nur übers Geld mit dem Verein identifiziert haben,“ erinnert sich Frank Stahl, der in 16 Monaten Amtszeit zwei Aufstiege mit der Ersten feiern konnte. Was auch nicht alltäglich ist. Dabei hätten „uns damals viele in der Gemeinde schon abgeschrieben,“ berichtete Stahl. Kurzum: Den Sturz Versenkung vorausgesagt. Ein Verein, in dem viel Herzblut fließt, belehrte die Pessimisten eines Besseren.

Auch mal was auf die Mütze

Seit gestern tritt die Vergangenheit in den Hintergrund, alles ist fokussiert auf den Start der Landesliga. Die ist Herausforderung und Abenteuer zugleich. Aber eines ist sie nicht: Furchteinflößend. Trainer Oliver Mack geht voran, wenn es gilt, der Truppe Selbstvertrauen einzuimpfen: „Wir brauchen uns vor keinem zu verstecken,“ sagte er.

Er stellt aber Mannschaft und Umfeld auch darauf ein, dass es so nicht weitergehen muss. „Es wird möglicherweise Spiele geben, wo wir mal fünf Stück kriegen. Spiele, die nicht so gut laufen. Da stell’ ich mich drauf ein.“ Es gehe in diesen Höhen nun einmal eng zu. Das habe schon der Aufstiegskampf gezeigt. „Es hätte statt uns auch Ottfingen oder Kierspe treffen können.“ Frank Stahl: „Es wird auch mal was auf die Mütze geben.“

Daher setzte man bei der Personalplanung in Altenhof auch nicht nur auf Verjüngung, sondern auch auf Erfahrung. Mack: „Die brauchst du, auch wenn du damit altersmäßig wieder etwas höher gehst.“

Erfahrung durch Joel Kalambay

Eine Rolle als Führungsspieler ist unter den Neuzugängen Joel Kalambay (29) zuzutrauen. Der verfügt über hochklassige Erfahrung beim TuS Erndtebrück, spielte zuletzt bei den Sportfreunden Siegen II in der Landesliga. „Den wollte ich immer schon haben,“ verriet Oliver Mack, der Kalambay bereits beim TSV Weißtal trainiert hatte, „er wird zur Stabilität auf dem Feld beitragen.“

Aus Köln, von Borussia Köln-Kalk, kommt der 28-jährige Benjamin Oßmann. Marcel Eichler, zuletzt beim TuS Erndtebrück II, wird Marvin Schwalbe im Tor herausfordern. Angreifer Jens Becker kommt von Rot-Weiß Hünsborn II zurück.

Aber Ziel ist allein der Klassenerhalt. Den habe man ja jetzt zweimal hintereinander verfehlt - wie in der Vorstandsrunde im Klubheim scherzhaft angemerkt wurde. „Attendorn hat 25 Punkte holen müssen, um es zu schaffen. Das wird diesmal nicht reichen,“ schätzt Thomas Wurm. Aber das Erfolgsrezept der beiden letzten Spielzeiten sollte auch diesmal wirken: Es ist eine eingespielte Truppe mit einem herausragenden Teamgeist.

Als weitere Zutat hat sich Lockerheit bewährt. Es herrschte kein Aufstiegs-Zwang, vielleicht war das ein wesentlicher Baustein des Sensations-Erfolges. Die Gelassenheit will man sich beibehalten. Frank Stahl: „Wenn wir absteigen, spielen wir immer noch da, wo wir uns immer gesehen haben und sind auch dort in guter Gesellschaft.“

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