„Irene“ hat keine Schuld an Isabels Aus im Viertelfinale

DerWesten

Ottfingen/Halifax. (lup) Ja, die Enttäuschung saß bei Isabel Schneider noch tief, von Stolz war noch nicht viel spürbar.

Dabei hatte die Volleyballerin aus Ottfingen neben viel Erfahrung auch einen glänzenden 5. Platz im Gepäck, die Beach-Weltmeisterschaft der U21 in Halifax (Kanada) war sportlich ein voller Erfolg.

„Wir waren so nah dran am Halbfinale, doch nach unserem deutlichen ersten Satzgewinn lief nicht mehr viel zusammen, es war einfach nur ärgerlich, unerklärlich, warum der Faden plötzlich riss“, machte die 20-Jährige aus Ottfingen, startberechtigt für den TSV Bayer 04 Leverkusen, auch einige Tage nach dem Viertelfinal-Aus aus ihrem Herzen keine Mördergrube.

Zusammen mit ihrer Partnerin Christine Aulenbrock vom Hamburger SV war Isa ausgezogen, um ein besseres Resultat als bei ihrem ersten WM-Einsatz vor zwei Jahren zu erreichen – das war in Alanya (Türkei) mit Platz 19. Das müsste machbar sein.

Doch zuvor musste die Qualifikation für das Hauptfeld erledigt werden. „Da waren wir ganz schön unter Druck, wir wollten es unbedingt schaffen und nicht als WM-Tourist uns die Zeit in Halifax vertreiben“, deutete Isa die psychische Belastung an.

Und dieser Druck führte zunächst gegen Polen II zu einem 17:21, bevor Isa & Tina als Deutschland II die Wende noch recht klar schafften. „Wir hätten sie eigentlich alle schlagen können“, hakt Isa immer wieder nach, lässt die Ergebnisse noch einmal vor ihren Augen ablaufen und stellt fest, dass die Polinnen ihr wohl grundsätzlich nicht so recht liegen.

Denn nach dem etwas mühsamen Erfolg in der Quali war es sowohl in der Gruppenphase wie auch im Viertelfinale Polen I, das dem deutschen Duo trotz einer jeweiligen Satzführung am Ende das Nachsehen gab.

Immer wieder kommt die Abiturientin auf dieses Spiel zu sprechen. „Im Viertelfinale hatten wir einfach aufgehört zu spielen, da wurde es sehr windig“, suchte Isabel nach Erklärungen. Doch am Wetter lag es nicht, wollte Isa dann doch nicht Schuld an äußeren Umständen gelten lassen. Hurrikan „Irene“ hatte vorher schon einen Bogen um Halifax gemacht, Nova Scotia blieb verschont.

Der riesige Erfolg – und nur so muss das Resultat des Duos „Isa & Tina“ gesehen werden – war auch ein Resultat der Harmonie: „Wir verstehen uns super, es hat einfach nur Spaß gemacht.“ Man spürt förmlich, dass die beiden auf einer Wellenlänge funken. Und auch die Unterstützung durch die anderen deutschen Teilnehmer war hilfreich, zumal sich auch einige wenige deutsche Touristen auf die Beach-Anlage verirrten.

Spiele auf dem Center Court waren schon etwas Besonderes. Die Arena waren proppenvoll, vor allem wenn Vizeweltmeister Kanada I im Sand antrat. „Und die haben wir in der Gruppenphase 2:1 bezwungen“, deutet Isabel Schneider erneut die verpatzten Möglichkeiten an.

Nach vier internationalen Turnieren am Mittelmeer war der Jetlag für Isa eine völlig neue Erfahrung. „Ja, wir waren alle ziemlich kaputt, doch bis zur Quali hatte sich das gegeben.“ Und jetzt ist sie erst einmal froh, zu Hause zu sein: „Die Beach-Saison war lang, seit April, unmittelbar nach der Hallensaison ging’s los. Jetzt will ich nur noch relaxen, drei Wochen, von Volleyball nichts hören und sehen, auch nicht daran denken.“ Tatsächlich?

Und so wandern die Gedanken schon wieder nach vorn: „Ich freue mich auf die Mannschaft, auf die neue Saison, mal sehen, was die bringt.“

Und dann ist da noch die erste Bundesliga, da betritt sie mit ihren Vereinskolleginnen von Bayer Leverkusen Neuland. Nach zwei Jahren souveräner Zweitliga-Meisterschaft ist die Kostenfrage für Liga eins nun geklärt. Drei Wochen, und Isa steigt in die Vorbereitung ein – und dann sollte sie sich auch über ihre tolle Platzierung im Nordosten Kanadas so richtig freuen können.