Heiße Gefechte im kühlen Brunnensaal

Die beiden Spitzenbretter mit den Drolshagener Julian Kroo (vorne) und Franz Vishanji (hinten, jeweils links).
Die beiden Spitzenbretter mit den Drolshagener Julian Kroo (vorne) und Franz Vishanji (hinten, jeweils links).
Foto: WP
Zu heißen Gefechten auf den 24 Feldern kam es im kühlen Brunnensaal des Drolshagener Heimathauses: Die Jugendmannschaft vom Schachverein Turm Drolshagen 04 empfing in der Verbandsliga die Mannschaft aus Herdorf.

Drolshagen.  Schon nach wenigen Minuten sicherte Eric Kroo den ersten Punktgewinn für die Gastgeber: Sein Gegner hatte das berühmt-berüchtigte Schäfermatt übersehen. Nach dem verheißungsvollen Beginn sollte es aber zunächst nicht so positiv weitergehen für die Drolshagener: Mirko Kalakovic gab seine Partie gegen Michelle Ücker in schlechterer Stellung auf.

Am vierten Brett hatte sich Konstantin Pfennig eine deutlich bessere Stellung erspielt und die Königsstellung seines Gegners „durchlöchert“, büßte aber beim etwas zu ungestümen Angriff einen Turm ein und musste seinem Gegner David Werthenbach zum Sieg gratulieren.

Nun lag „Turm Drolshagen“ mit 1:2 zurück, aber der stärkste Spieler Franz Vishanji riss das Ruder herum. Nachdem er und sein Gegner am ersten Brett schon früh viele Figuren abgetauscht hatten, konnte Franz mit Hilfe seines Turmes, vor allem aber mit seinen beträchtlichen Endspielfähigkeiten die isoliert stehenden Bauern seines Gegners Marcel Link attackieren und so die Partie für sich entscheiden.

Auch sein Bruder Denis Vishanji hatte an Brett 3 gegen seinen älteren Widerpart Leon Ebener aus Herdorf ein Turmendspiel erreicht und dabei sogar einen Mehrbauern für sich verbuchen können; nachdem man sich auf ein Remis verständigt hatte, stand der Mannschaftskampf ausgeglichen.

Die Entscheidung musste nun am zweiten Brett fallen, wo sich Julian Kroo und Felix Link noch keineswegs im Endspiel befanden, vielmehr - noch im Mittelspiel - schon unter Zeitdruck standen: Noch viele Figuren standen vor der ersten Zeitkontrolle auf dem Brett, die Stellung wirkte äußerst kompliziert. In dieser Situation gelang Julian mit kühlem Kopf eine zwingende und ebenso lange wie komplizierte Kombination, und vor dem Verlust seiner Dame resignierte der Herdorfer. So konnte sich Kroo als Jugendleiter der Dräulzer bereits über den zweiten Saisonsieg (3,5:2,5) freuen.