FC Lennestadt nimmt ersten Anlauf zum größten Triumph

Michael Meckel
Trainer Jürgen Winkel und alle FCL-Fans hoffen im Relegationsspiel gegen Wiemelhausen wieder auf die Torjägerqualitäten von Florian Friedrichs, der vor drei Jahren gegen Fichte Bielefeld fehlte.
Trainer Jürgen Winkel und alle FCL-Fans hoffen im Relegationsspiel gegen Wiemelhausen wieder auf die Torjägerqualitäten von Florian Friedrichs, der vor drei Jahren gegen Fichte Bielefeld fehlte.
Foto: WP
Wird am Donnerstag der Traum des FC Lennestadt vom Aufstieg in die Fußball-Westfalenliga wahr? Um 19 Uhr ist auf dem Kunstrasenplatz des Riesei-Stadions in Werdohl Anpfiff zur Aufstiegsrelegation des FCL gegen Concordia Wiemelhausen, den Vizemeister der Landesliga 3 aus Bochum.

Lennestadt/Werdohl.  Der Sieger steigt auf, der Verlierer hat eine weitere Chance am Sonntag gegen den Verlierer des zweiten Relegationsspiels BSV Roxel gegen SC Verl II (Donnerstag, 18.15 Uhr in Beckum).

Es ist der insgesamt dritte Anlauf für den FC Lennestadt, in einem Relegationsspiel den Aufstieg in die Westfalenliga zu schaffen. 2013 verlor der FC Lennestadt, ein Jahr zuvor erst in die Landesliga aufgestiegen, in der legendären Regeschlacht von Niederense dem SV Brambauer mit 0:2. Drei Tage später unterlag der FCL in Erwitte Fichte Hagen mit 3:4 nach Elfmeterschießen.

Das soll in diesem Jahr anders werden. „Jeder von uns freut sich auf das Spiel. Ich sehe dem eigentlich sehr locker entgegen. Die Anspannung kommt sicher so richtig erst vor dem Spiel. Wir können ohne viel Druck auflaufen. Selbst wenn wir es nicht schaffen sollten, haben wir ja noch eine zweite Chance am Sonntag“, betont Winkel. Für ihn sei das Spiel der Lohn und das „Zubrot“ für eine erfolgreiche Saison.

Offensivstarker Gegner

Concordia kam mit acht Punkten Rückstand hinter dem Lüner SV ins Ziel. Trainer dort ist ein alter Bekannter im Kreis Olpe: Jürgen Heipertz, vor gut 20 Jahren Verbandsliga-Coach beim VSV Wenden. Concordia Wiemelhausen schaffte in der Saison 2006/07 den Aufstieg in die Bezirksliga und im vergangenen Jahr den Aufstieg in die Landesliga. Bei einem Triumph über den FC Lennestadt wäre der Durchmarsch perfekt.

Die Generalprobe für das Finale gewann Wiemelhausen am Sonntag gegen Meister Lüner SV mit 4:2. „Ich glaube, die haben auch einige Spieler geschont, so dass das auch nicht so Sinn gemacht hätte, die zu beobachten. Bei uns hätten die nicht viel Aufschlussreiches gesehen. Wir haben gegen Haspe ja mit zwei Ersatzspielern aus der 2. Mannschaft und mehreren A-Jugendspieler gespielt,“ so Winkel.

Der Gegner ist offensivstark. Mit Ingo Kleinschwärter (22 Tore) und Maximilian Schreier (16) hat Wiemelhausen zwei der erfolgreichsten Torjäger der Landesliga 3 in seinen Reihen. Die Bochumer haben übrigens für die kommende Saison schon mächtig aufgerüstet. Elf neue Spieler - also eine ganze Mannschaft - wurden verpflichtet.

Was Jürgen Winkel sehr positiv stimmt: Fast alle Spieler sind fit. „Das gab es selten in dieser Saison“, lacht der FCL-Coach, „kleine Fragezeichen stehen noch hinter Moritz Thöne und Christoph Hebbeker. Aber ich bin zuversichtlich, dass es mit beiden klappt.“

Winkel begrüßt Verlegung

Wenn es mit dem Einsatz klappt, könnte es für Christoph Hebbeker das letzte Spiel für den FC Lennestadt sein. Der Verteidiger wurde bereits am Sonntag verabschiedet. „Sicher ist das schade. Aber er hat uns schon vor längerer Zeit unterrichtet, dass er aus Studiengründen nicht mehr spielen kann und möglicherweise weiter weg zieht. Das ist verständlich. Da macht es irgendwann einfach keinen Sinn mehr“, zeigt Jürgen Winkel Verständnis. Ersatz soll aus den eigenen Reihen kommen. Winkel: „Florian Goldmann wird bald wieder fit sein und auch Andre Friedrichs macht nach seinem Kreuzbandriss große Fortschritte.“

Zurück zum Aufstiegskrimi im Riesei. Jürgen Winkel freut es auch, dass das Spiel kurzfristig vom Rasen- auf den Kunstrasenplatz und die Anstoßzeit von 18.15 Uhr auf 19 Uhr verlegt wurde. Die Stadt Werdohl hatte den ursprünglich als Spielort vorgesehen Rasenplatz des Riesei-Stadions am Montag gesperrt. Winkel: „Auf Rasen zu spielen macht zwar Spaß. Und wir haben in Hohenlimburg und Meschede gezeigt, dass wir auf Rasen spielen können. Aber ich sehe die Verlegung positiv. Beide Mannschaften spielen in der Meisterschaft auch auf Kunstrasen.“

Nicht nur Jürgen Winkel und seine Spieler fiebern dem Relegationsspiel entgegen. Zum Beispiel auch Geschäftsführer Torben Jäkel. „Wer Vizemeister in der Landesliga wird, der muss schon einiges auf Lager haben. Von daher dürfte die Partie im Vorfeld als absolut ausgeglichen angesehen werden“, so Jäkel auf der Homepage des FCL. Ein Vorteil habe man eventuell, da der FCL schon in der Meisterschaft in Werdohl einen Sieg (3:2) auf diesem Platz landen konnte. „Ein gutes Omen“, hofft Torben Jäkel.

Spieler und Verantwortliche hoffen wieder auf die Unterstützung der vielen Fans. Zwei Sonderbusse werden eingesetzt und sicherlich werden sich weitere 500 Fans per Pkw auf den Weg machen.