Etwas mehr darf’s schon sein

José Fernandez (rechts) Trainer des SV Rothemühle, mit den beim Auftakt anwesenden Neuen (von links): Kevin Halbe, Florian Halbe, Max Wuttke, Enes Kaya und Dominik Iljuschin.
José Fernandez (rechts) Trainer des SV Rothemühle, mit den beim Auftakt anwesenden Neuen (von links): Kevin Halbe, Florian Halbe, Max Wuttke, Enes Kaya und Dominik Iljuschin.
Foto: WP
Das Ziel „Aufstieg“ wurde zwar nicht offiziell formuliert. Dennoch klang es immer wieder zwischen den Zeilen durch, als Fußball-Bezirksligist SV Rothemühle zur Saison-Eröffnung zum Rothenborn lud.

Rothemühle.  „Wir wollen etwas erreichen,“ rief Trainer José Fernandez bei seiner Begrüßungsansprache in den Kreis seiner Spieler hinein.

Erreicht haben die Rothemühler in der vergangenen Spielzeit einen hervorragenden 4. Platz, waren hinter dem Meister FSV Gerlingen zweitbester Bezirksligist des Kreises Olpe. Und es ist nicht zwingend anzunehmen, dass eine Kopie dieser Platzierung das ausgegebene Saisonziel ist. Etwas mehr kann’s ruhig sein.

Starke Mitbewerber

José Fernandez sagte dann auch: „Wir wollen nicht um den heißen Brei reden. Man muss Ziele haben.“ Und die sind erst dann reizvoll, wenn sie höher gesteckt sind als die aus dem Jahr zuvor.

Viel Luft ist oberhalb von Platz vier ja nicht mehr. Also was ist Sache? „Die Mannschaft will aufsteigen,“ hatte der Coach aus diesem Kreis entsprechende Signale empfangen. Und auch Fernandez sagt - obwohl ein Trainer auch immer bremsen muss: „Ich möchte ebenfalls gern aufsteigen. Das bin ich noch nie. Weder als Spieler noch als Trainer.“

Doch allzu weit lehnt sich kein Trainer aus dem Fenster, schon gar nicht, wenn mächtige Konkurrenz sich aufbaut. Den RSV Meinerzhagen sieht Fernandez ganz weit oben. Einiges traut er auch seinem langjährigen Verein SV Ottfingen zu, obwohl dieser ja um ein Haar abgestiegen wäre. Fernandez: „Die haben Gute abgegeben, aber auch Gute geholt. Wenn die Neuen sofort zum Krachen kommen...“

Gerich trifft 31 Mal für SV Setzen

Was die Rothemühler den Meinerzhagenern und den Ottfingern voraus haben: Eine eingespielte Mannschaft. Für die gilt, den Weggang von Moritz Schweitzer aufzufangen. „32 Tore, das ist schon ein Brett,“ verweist Fernandez auf die Offensiv-Wucht, die da Richtung Hessen von dannen gegangen ist.

Aber mit Ömer Sönmez hat der SVR einen Mann in seinen Reihen, der weiß, wie’s geht. 2014/15 traf er 22 Mal, in der vergangenen Saison fünfmal. Fernandez: „Das ist natürlich nicht sein Anspruch.“ Mit Jannis Neu hat ein weiterer Angreifer auf sich aufmerksam gemacht.

So gesehen könnte Fernandez seinen Wunsch, mit zwei Spitzen zu agieren, umsetzen. Erst recht, da auch unter den Neuzugängen recht torgefährliche Spieler sind. Nicolas Gerich kommt mit der Empfehlung von 31 Saisontreffern für den B-Kreisligisten SV Setzen. Enes Kaya hat für die A-Junioren des TuS Erndtebrück in der letzten Saison 15 Mal eingelocht.

Handlungsbedarf bei Standards

Wer von den Neuzugängen den Sprung schafft, wird sich zeigen. Jean-Marc Bremicker, der vom VfR Wipperfürth kommt, kann sich José Fernandez als „Doppelsechs mit Anis Saidi“ vorstellen.

Vom FC Kreuztal stößt Murat Sezer zum Rothenborn, vom FC Hilchenbach Daniel Stein. Max Wuttke, Florian Halbe und Torwart Dominik Hecken kommen aus der eigenen Jugend. Dominik Iljuschin ebenfalls, der hatte in der Vorsaison beim VSV Wenden Bezirksliga gespielt, kehrt zurück und kann in Rothemühle A-Jugend spielen - mit einer Seniorenerklärung ausgestattet.

Lässt der SVR-Trainer mit einer Spitze stürmen, verfügt er über gute Außen, wie Chris Gösselkeheld. „Er hat Klasse ohne Ende,“ lobt Fernandez ihn in höchsten Tönen, wie auch Daniel Morillo - der allerdings sehnsüchtig zurückerwartet wird nach seinem Kreuzbandriss, ebenso wie Tumay Kaplan, der sich im Winter das Kreuzband riss. Diese Verletzung schien zunächst auch Abwehrspieler David Koch ereilt zu haben, doch stellte die sich als Innenbanddehnung heraus.

Apropos Abwehr: Dort sieht José Fernandez Handlungsbedarf. „Die Fehler bei Standards müssen wir minimieren.“ So seien nach Eckbällen oder Freistößen „etwa 20 Gegentreffer“ entstanden.

Titelverteidiger beim Becker-Cup

Gelegenheit, mehr Stabilität einzuüben, haben die Rothemühler unter anderem auf zwei stark besetzten Turnieren. So beim Gemeindepokal am 30. und 31. Juli, bei dem sie Gastgeber am Rothenborn sind.

Und beim Autohaus Becker-Cup eine Woche zuvor in Ottfingen. Mit dem verbindet Fernandez gute Erinnerungen: Im letzten Jahr gewann er ihn mit dem SV Rothemühle - versüßt dadurch, dass ihm das an alter, langjähriger Wirkungsstätte gelang: Am Ottfinger Siepen.

 
 

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