Der erste Schritt zum großen Ziel

Auf ihre tollen Zuschauer setzen die Ottfinger auch in Menden. Hier entrollen Fans vor dem Derby in Schönau am Sonntag eine große Vereinsfahne.
Auf ihre tollen Zuschauer setzen die Ottfinger auch in Menden. Hier entrollen Fans vor dem Derby in Schönau am Sonntag eine große Vereinsfahne.
Foto: WP
Die Aufstiegsrunde zur Fußball-Landesliga macht es möglich. Ein Spiel zwischen dem SV Ottfingen und dem SC Weitmar 45 aus dem Bochumer Südwesten gab es wohl noch nie.

Ottfingen/Menden..  Wenn der Schiedsrichter am Donnerstag um 18.30 Uhr auf dem Naturrasen des Mendener Huckenohl-Stadions die Partie des Tabellenzweiten der Bezirksliga 10 gegen den Vize der Staffel 5 anpfeift, heißt es Ruhrgebiet gegen Sauerland. Oder Rot-Weiß gegen Schwarz-Gelb.

Die Ausgangslage für beide Vereine ist ähnlich, weiß Weitmar-Trainer Axel Sundermann: „Wir kennen uns nicht so gut. Was habe ich normalerweise mit der Bezirksliga Sauerland zu tun?“, ist für den 47-jährigen gebürtigen Ostwestfalen, der „irgendwann in Bochum hängengeblieben ist“, der SV Ottfingen eine große Unbekannte. Auch wenn auf der Homepage des Bochumer Vereins ausführlich über die beiden Aufstiegsendspiele in Altenhof und Schönau berichtet wird.

Während es für die Ottfinger am letzten Spieltag um alles oder nichts ging, konnte Trainer Sundermann mit seiner sehr jungen Mannschaft entspannt in das Meisterschaftsfinale zuhause gegen die SG Wattenscheid 08 II gehen, das auch souverän mit 4:0 gewonnen wurde. Weitmar stand mit am Ende 69 Punkten vorzeitig als Vizemeister fest, hinter dem klaren Spitzenreiter und Landesligaaufsteiger Concordia Wiemelhausen (90).

Der SC Weitmar 45 hat schon einmal Landesliga gespielt. „Das war aber vor meiner Zeit“, berichtet Axel Sundermann. Er ist jetzt im zweiten Jahr für die 1. Mannschaft der Bochumer verantwortlich. Zuvor war er U17- und U19-Trainer.

Kritik an der frühen Anstoßzeit

Wie sein Ottfinger Kollege Mounir Saida kritisiert Sundermann die frühe Anstoßzeit. Beide Mannschaften haben Schüler, Studenten und Schichtarbeiter in ihren Reihen. „Es ist nicht selbstverständlich, an einem Donnerstag um 18.30 Uhr zur Verfügung zu stehen“, moniert Axel Sundermann. „Mitten in der Woche nach Menden zu fahren, ist Wahnsinn“, wird Saida deutlicher.

Während sich für die Bochumer am Wochenende personell nichts geändert hat, fühlen sich die Ottfinger nach dem bitteren 2:3 in Schönau doppelt bestraft. So kassierten Kapitän Meik Finke und Yasin Colak in der Schlussminute die rote Karte und fehlen in beiden möglichen Entscheidungsspielen. „Eins-zu-eins sind die beiden nicht zu ersetzen“, denkt SVO-Trainer Mounir Saida über eine „Systemumstellung“ nach.

Überrascht ist Saida, dass seine Mannschaft „den Knall von Wenden so gut weggesteckt hat“. Ottfingens Trainer weiß aber auch, bei wem er sich dafür zu bedanken hat. „Das lag auch an unseren unglaublichen Zuschauern“.

Jede Motivation wird gebraucht

Und deshalb setzt der im Sommer gekommene Trainer am Donnerstag wieder auf die Unterstützung der SVO-Fans. „Die Spieler sind jetzt an einem Punkt angekommen, wo der Körper eigentlich eine Pause braucht“, betont Mounir Saida. Da wird jede Motivation gebraucht.

„Alles geben und alles versuchen“. Das ist die Devise, mit der Ottfingens Trainer in die erste K.o.-Runde um die Rückkehr in die Landesliga geht. Dabei baut Saida auf den „Teamspirit, der uns die gesamte Saison ausgezeichnet hat“ und auch „ein Quäntchen Glück“. Weitmar, so Mounir Saida, „ist eine sehr spielstarke, kompakte und robuste Mannschaft, die man vielleicht mit Kierspe vergleichen kann“.

Wie der SV Ottfingen, setzt auch der SC Weitmar 45 auf die Unterstützung seiner Anhänger. Die 50 Plätze im Fanbus waren schnell ausgebucht, ein zweiter soll folgen. Unter dem Motto „Alle in Rot“, bittet der Verein aus dem Bochumer Südwesten, „eure roten Sachen aus dem Schrank“ zu holen. Wer nichts findet, der kann sich im Bus ein „MissionRelegations-Shirt“ kaufen. Beide Vereine sind auf Kunstrasenplätzen zu Hause. Gespielt wird im Mendener Huckenohl-Stadion aber auf Naturrasen.

Im zweiten K-o.-Spiel der Aufstiegsrelegation am Sonntag, 21. Juni, droht dem SV Ottfingen ein Gegner aus Bielefeld oder Osnabrück mit einem möglichen Austragungsort im Raum Dortmund. Zu allem Überfluss wird in Ottfingen am Wochenende Schützenfestgefeiert.

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