Andre Struwe fährt vor 450 000 Zuschauern

Das Team, von links:: Mechaniker Christoph Leyendecker, Teamchef Manfred Lütticke, Le Touquet-Kenner Michael Weber, vorn Fahrer Andre Struwe
Das Team, von links:: Mechaniker Christoph Leyendecker, Teamchef Manfred Lütticke, Le Touquet-Kenner Michael Weber, vorn Fahrer Andre Struwe
Foto: WP

Kreis Olpe/Le Touquet.  Wer träumt nicht davon, mal mit einem Buggy bei strahlendem Sonnenschein über den Bacardi-Strand zu brausen? Doch Andre Struwe aus Lenhausen verbindet derzeit Sand und Strand eher mit eisigen Minusgraden und Konditionsbüffelei.

Am Sonntag stellt sich der Motocross-Pilot einer neuen Herausforderung, er startet im französischen Le Touquet beim Strandrennen „Enduropale“. Die seit den 1970er Jahren bekannte Motorrad-Dünen-Rally „Enduro du Touquet“ wurde aus Naturschutzgründen im Jahre 2006 von den Dünen an den Strand verlegt, wo Spitzenfahrer eine Spitzengeschwindigkeit von rund 200 Stundenkilometern erreichen.

Die französische Gemeinde am Ärmelkanal steht alljährlich im Februar Kopf. Der ganze Ort wird komplett zur Einbahnstraße, um dem Zuschauerstrom Herr zu werden. Rund 450 000 Zuschauer bevölkern dann regelmäßig den Strand.

Mit der Startnummer 143 wird sich Andre Struwe am Wochenende in einem rund 1200 Fahrer zählenden Starterfeld in die sandigen Wogen wagen. Beim weltweit größten MX-Rennen gehen auch 40 Motocross- und Enduro-Profis, darunter zahlreiche Werksteams, an den Start. Während diese Werksteams aus dem Vollen schöpfen können, bestreitet Andre Struwe trotz Sponsorengelder einen Teil der Reisekosten aus eigener Tasche und teilt sich die Box mit einem anderen Teilnehmer vom Team KTM-Weber. Das Rennen wird auch von Helikoptern aus der Vogelperspektive gefilmt und live im TV übertragen.

Da sandige Böden für sauerländische MX-Piloten nicht gerade zum heimeligen Terrain zählen, war im Vorfeld eigens Sandtraining angesagt. „Bei frostigen Minusgraden haben wir auf Strecken in Holland, Belgien und Grevenbroich trainiert“, hat sich der Vorsitzende des MCC Sauerland bestens vorbereitet, „denn Sand ist immer ein tiefer und welliger Grund.“

Bereits am Freitag macht sich das Team Zelte-Lütticke auf den Weg an die französische Küste. Zum Team zählen neben Andre Struwe, der zusammen mit Sohn Tim anreist, noch Ideengeber und Teamchef Manni Lütticke und Mechaniker Christoph Leyendecker.

Über drei Stunden zieht sich das kräftezehrende Rennen hin, bevor der Fahrer mit den meisten Runden als Sieger abgewunken wird. „Ich werde mit meiner KTM EXC an den Start gehen, da wir befürchten, dass die Tankgröße meiner 450er Suzuki zu gering ist“, erläutert Andre Struwe seine Wahl, schließlich misst eine Runde 17,5 zähe Kilometer. Drei Boxenstopps sind Pflicht, spezielle Sandreifen sorgen für den nötigen Vortrieb.
Kai Hoffmann