Alexander Henne läuft ein einsames Rennen

Alexander Henne.
Alexander Henne.
Foto: WP

Attendorn..  Wiederholt sich Geschichte? Nicht immer. Keiner, der den Marathon an der Bigge beendete, konnte von einem Sieg der Griechen über die Perser berichten. Aber jeder wusste, dass er nach dem Zieleinlauf von einem Erfolg über sich selbst und seinem inneren Schweinehund erzählen konnte, egal, ob er als Erster oder weiter hinten im Starterfeld an der Waldenburger Bucht in Attendorn ankam. Und zu einem Kollaps mit tragischem Ausgang, wie es die Legende des ersten „Marathonlaufs“ erzählt, kam es glücklicherweise auch nicht. Die Ersthelfer des DRK brauchten nicht einzugreifen.

Alexander Henne von der SG Wenden gewann den 3. Biggesee-Marathon, der kein Marathon wie jeder andere ist. Schon im Vorfeld hatten sich die Teilnehmer mit den Schwierigkeiten der Strecke, die für die Marathonis rund 770 Höhenmeter auswies, auseinandergesetzt, und doch herrschte bei den Teilnehmern des 3. Biggesee-Marathons große Vorfreude auf die zu erwartenden Strapazen. „Wenn die ersten fünf Kilometer vorbei sind, geht es uns schon besser,“ war kurz vor dem Start zu hören, bevor es an der Ruine der Waldenburger Bucht steil bergauf ging. „Der Berg ruft, und passt auf Schneefelder auf,“ warnte der „Lautsprecher“ Uli Selter.

„In knapp fünf Stunden sehen wir uns wieder,“ deutete Ursula Kaufmann, Ehefrau des Chef-Organisators Rolf Kaufmann vom ausrichtenden TV Attendorn, kurz vor ihrem Start über die 42 Kilometer oberhalb des Biggesees an. Derweil kümmerte sich ihr Mann um die fast zahllosen Nachmeldungen, die alle Erwartungen übertrafen. Dazu Rolf Kaufmann: „Wir mussten unser Konzept völlig umstellen.“

Und so wurde die Kapazität des maximal Möglichen auf die Probe gestellt. Doch die TVA-Verantwortlichen, mit Mammutveranstaltungen nicht gerade unerfahren, meisterten alle Probleme, auch wenn zwischenzeitlich gemeldet wurde: „Krombacher ist trocken.“ Aber der Nachschub klappte.

Pünktlich um 14 Uhr übergab Uli Rauchheld seine Startpistole an Bürgermeister Wolfgang Hilleke, der die Athleten auf die 42 Kilometer-Strecke schickte, um sich dann selbst auf „seinen“ Halbmarathon vorzubereiten, mit den aufmunternden Worten: „Kommt alle heil wieder und verlauft euch nicht.“ Denn bei aller Vorsorge: es gab immer wieder Störenfriede, die die sorgsam angebrachten Wegmarkierungen an den Tagen zuvor entfernten, die die Organisatoren dann am Morgen vor dem Wettkampf erneuern mussten.

Neben einer riesigen Helferschar des TV Attendorn war auch das Deutsche Rote Kreuz einsatzbereit, doch die nahe an der Strecke postierten Einsatzkommandos wurden angewiesen, die Türen ihrer Wagen zu schließen, bevor der Pulk unmittelbar nach dem Start vorbeikommt: „Wenn ein Läufer dagegen knallt, wird euer Einsatz zu einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.“ Moderator Uli Selter hatte immer einen guten Spruch auf Lager. Und er gab auch Informationen zum Zwischenstand des Rennens, bei dem sich zunächst Vorjahressieger Jürgen Baumhoff (Sauerland/Apollmicke) und Alexander Henne (SG Wenden) bis Kilometer 15 schnell deutlich vom Feld absetzten.

Doch am Ende lief Henne, nicht wie gewohnt im roten, sondern im schwarzen Dress, ein einsames Rennen. „Als ich merkte, dass mein Gegner das Tempo etwas drosselte, legte ich etwas zu. Schnell war die Lücke da. Die Zeit lief für mich in Richtung unter drei Stunden, und genau das war mein Ziel,“ erzählte der Sieger von der SG Wenden, der in Attendorn seinen ersten Marathon hinter sich brachte. Seine 2:53:16 Stunden bei diesem brutalen Höhenprofil sind mehr als bemerkenswert. 21 Minuten später erreichte der Vorjahressieger Jürgen Baumhoff das Ziel, der damit auch seinen Streckenrekord verlor.

Große Freude beim TV Attendorn herrschte über den Doppelsieg über die volle Distanz bei den Frauen. Christina Tille erreichte nach 3:47:53 Stunden das ersehnte Ziel vor Ursula Kaufmann, die mit 4:19:57 ihre Aussage von den „fünf Stunden“ deutlich unterbot.

Im ersten Jahr, 2011, war die Stecke leichter als diesmal, sie ist nicht vergleichbar mit der nun ungleich schwierigeren von 2012. „Und so wie heute soll der Kurs auch bestehen bleiben,“ deutete Rolf Kaufmann an, dass ab sofort Streckenrekorde geführt werden können. Der Parcours, der ohnehin auf Grund des Höhenprofils alles andere als bestzeitenfähig anzusehen ist, wird also weiterhin als echte Herausforderung bestehen bleiben.

 
 

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