Tim Schüttrigkeit siegt trotz Umweg

Judith Kerkhoff
58 Inline-Skater gingen auf die Strecke.
58 Inline-Skater gingen auf die Strecke.
Foto: WAZ FotoPool
Der 16-Jährige vom Bunert Running Team Kleve war über 5000 Meter der Schnellste bei der 11. Auflage des Uedemer Volkslaufs.

Uedem.  Es ist ein Lauf, der vom Miteinander lebt. „Klein aber Fein“, „einer für alle, alle für einen“ und „Familie ist das Wichtigste“ stehen für diesen Lauf. Er glänzt nicht durch tausende Anmeldungen oder hochkarätige Preise. Nein, er glänzt durch seine gemütliche, einfache und familiäre Atmosphäre.

Zum 11. Mal wurde am Samstagnachmittag zum Uedemer Volkslauf an der Grundschule geladen. Ab 16 Uhr hatte Uedems einzige Ampel grünes Licht gegeben für das Läuferspektakel rund um den Ortskern. Wenn die 514 Teilnehmer – darunter alleine 58 Inline-Skater – gerade auf dem Rundkurs unterwegs waren, bedeutete das aber nicht Langeweile für die Zuschauer. An der Grundschule tummelten sich die Uedemer, genossen Gutes vom Grill, leckere Kuchen und stöberten an kleinen Verkaufsständen. Auch für die Kids wurde in diesem Jahr besonders gut gesorgt: Hinter der Grundschule warteten eine riesige Hüpfburg und ein Fußballplatz auf die jüngsten Zuschauer.

Ausflugsziel von Familien

Und genau das ist es, was den Uedemer Volkslauf besonders macht. Er dient als Ausflugsziel von Familien, lädt zum Verweilen ein und dient als sportlicher Treffpunkt. Auch Petrus war am Samstag auf der Seite der Uedemer: Bei blauem Himmel und Sonnenschein, war es lediglich der teilweise böige Wind, der für einen kleinen Kälteschauer sorgte.

Pechvogel und Sieger in einem war am Samstag Tim Schüttrigkeit. Der 16-jährige Läufer des Bunert Running Teams Kleve wollte die 5000 Meter ganz eindeutig gewinnen. Jedoch wurde er etwas in die Irre geführt: „Ich kannte die Strecke nicht und bin deshalb den Führungsfahrrädern, die gerade aus fuhren, hinterher gelaufen. Bis ich bemerkte, dass das Hauptfeld zwischenzeitlich links abgebogen war…“ Also musste er einen etwa 200 Meter langen Umweg rennen – und kam trotzdem nach 17:32 Minuten als Sieger ins Ziel. Dort empfang ihn die „Stimme des Langlaufs“, Laurenz Thissen, der seit jeher in Uedem das Mikrofon in der Hand und die flotten Sprüche auf den Lippen hat.

Rasantes Highlight sind jedes Jahr aufs Neue die Inline-Skater: Aus Köln, Aachen und dem Ruhrgebiet waren die Sportler mit den Rollen unter den Schuhen angereist, um wieder über Uedems schnelle Strecke zu fliegen. Im Vorjahr hatte Markus Beulertz vom Köln Marathon Team mit 16:35 Minuten über 10 000 Meter einen neuen Streckenrekord gesetzt. Diesen galt es dieses Jahr zu unterbieten, doch der teils starke Wind erschwerte das Vorhaben. Somit blieb der Sieg nach 16:49 Minuten der einzige Grund zum Feiern.

Einen ganz besonderen Erfolg fuhr Verena Papenfuss vom Cadomotus Team NRW ein. In 2012 hatte sie schon eine tolle Zeit von 18:15 Minuten vorgelegt. In diesem Jahr unterbot sie diese noch und wurde nach 18:11 Minuten Zweite. „Das war wirklich klasse anzusehen. Das ist echt sensationell“, war Thissen ganz begeistert.

Beim Hauptrennen über die zehn Kilometer war die Spannung schon nach einer Runde relativ gering. Mit einem enormen und absolut sicheren Vorsprung hatte sich Christoph Verhalen, der derzeit bei ziemlich jeder Laufveranstaltung im Kreis die Nase vorne hat, weit vom Hauptfeld abgesetzt. Trotzdem für ihn kein Grund sich auszuruhen. Bis zu Letzt powerte er sich ins Ziel, wo er die Stoppuhr von Taf Timing zum Stoppen brachte: Nach 34:08 Minuten wurde er als Sieger gefeiert. Nach einer intensiven Verschnaufpause gestand er aber, dass der Sieg gar nicht so leicht war: „Es war heute recht schwer. Der Wind war ziemlich stark und auf der langen Geraden stand die Sonne“, so der M30-Laufer. So hatte er entweder mit Wind oder Hitze zu kämpfen. „Trotzdem“, so der Läufer des Bunert Running Teams Kleve, „bin ich zufrieden. Immerhin habe ich gewonnen“. Außerdem hatte er noch einen weiteren Grund zu feiern, denn er und seine Partnerin Anna-Lina Dahlbeck (Bunert Running Team Kleve) kamen Beide unter die Top 5. Nach 38:14 Minuten verpasste sie mit dem vierten Platz knapp das Siegertreppchen.

Außerdem machte auch ein anderer Spitzenläufer Halt in der Schustergemeinde: Theo Aymanns von der VfB Alemannia Pfalzdorf kam nach 36:49 Minuten als Zweiter ins Ziel. „Das ist ein schönes Ergebnis, ich bin zufrieden“, so der „schnellste Landwirt des Kreises Kleve“. Der mit Sicherheit auch beim nächsten Uedemer Volkslauf wieder an den Start gehen wird.