Mit Spaß in die Schlammschlacht

Unten Schlamm, oben Stacheldraht, dazwischen fröhliche Menschen. Das Ganze macht offensichtlich großen Spaß.
Unten Schlamm, oben Stacheldraht, dazwischen fröhliche Menschen. Das Ganze macht offensichtlich großen Spaß.
Foto: Seybert, Gerhard (seyb)

Weeze..  Die eine oder andere lokale Veranstaltung und so mancher Grillabend drohte am Wochenende ins Wasser zu fallen. Beim „Mud Masters Obstacle Run“, einem Hindernislauf über schlammige Piste auf dem Gelände des Airport Weeze wurden die anhaltenden Regenschauer am Samstag hingegen von vielen Teilnehmern und dem Veranstalter freudig begrüßt. Das Wetter passte zum Thema.

„Der Regen ist großartig, weil er alles schlammig macht und das ist es, was wir wollen“, begründete Marjolein Hulswit von den „Mud Masters“-Veranstaltern schmunzelnd. Woraufhin er dann allerdings doch noch einräumte: „Sonnenschein aber ist besser für die Festivalatmosphäre.“

Christian Heimann aus Beckum und Dennis Fieberg aus Clarholz gingen als Vater-Sohn-Team an den Start. Total durchgefroren und von oben bis unten voller Schlamm waren sie danach völlig begeistert: „Das Scheißwetter war für uns das beste Wetter. Wäre es trocken gewesen, hätte es nicht so einen Spaß gemacht.“ Entschieden hatten sie sich für die Sechs-Kilometer-Route, um dann doch noch einen Schlenker einzubauen: „Den ,Flyer’ wollte ich mir nicht entgehen lassen.“

Tatsächlich war es der „Flyer“, der bei vielen im Mittelpunkt des Interesses stand. Dabei handelte es sich um eine spektakuläre, zehn Meter hohe Rutsche mit einem drei Meter tiefen Auffangbecken, die es zu bewältigen galt. Insgesamt bekamen es die Teilnehmer mit 40 Hindernissen zu tun, die auf drei verschieden langen Routen von sechs, zwölf und 18 Kilometer verteilt worden waren.

Zum Beispiel mussten sich die Sportler beim „Monkey Bars“ an Balken über ein Wasserbecken hinweg hangeln. „Great Walls“, grobe Holzwände, mussten überklettert werden, es wurde im Schlamm unter Stacheldraht hindurch gerobbt. Oft war Hilfe von anderen Teilnehmern nötig, um weiterzukommen.

Aber das machte den Reiz der Veranstaltung aus. Nicol Venmans aus Geldern, deren Ehemann Klaus mit Freunden die 18-Kilometer-Strecke in Angriff genommen hatte, schwärmte: „Ich habe wirklich Respekt vor den Teilnehmern und der Leistung, die sie da abliefern.“ Viele der Läufer gingen zwar als Einzelkämpfer an den Start, aber alle auf dem Weg würden sich alle gegenseitig helfen: „Das zeigt das Gemeinschaftsgefühl! Da kommt auch eine soziale Komponente hinzu – dass man anderen hilft.“ Ein Punkt, der auch von Marjolein Hulswit positiv gewertet wurde. Es gehe nicht darum, eine bestimmte Zeit zu erzielen, sondern um Teamgeist und Spaß, betonte er.

13000 Teilnehmer

Dieser Spaß zeigte sich vor allem in der guten Stimmung, die auf dem Gelände herrschte. Neben den 13 000 Teilnehmern, die, um der Schlammschlacht die optische Krone aufzusetzen, teils in Tüllröckchen oder bunt geschminkt antraten, waren viele Zuschauer gekommen, um sich das Spektakel anzusehen.

Vielen ging es auch darum, die eigenen Grenzen auszuloten und sich selbst zu überwinden. Lian Vullings (25) und Lyanca Vissers (30) aus Venray beispielsweise gingen als „Small Duo“ die zwölf Kilometer an. Auch für sie stand der Spaß im Mittelpunkt, aber nicht nur: „Und der Kick, ich habe Höhenangst und trotzdem muss ich da runter.“

Durch die verschieden langen Strecken wurden Teilnehmer unterschiedlicher Leistungsniveaus und jedes Alters zwischen 18 und 70 Jahren angesprochen. Rund 100 Extremsportler, darunter eine Frau, nahmen am Marathon teil.

Die „Mud Masters“ fanden zum zweiten Mal in Weeze statt. Die Teilnehmerzahl weist im Vergleich zum ersten Mal deutlich nach oben. Kein Wunder also, dass der nächste Termin für das kommende Jahr bereits steht. Das nächste „Mud Masters“ in Weeze wird am 28. und 29. Mai 2016 stattfinden.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel