Konkurrent im eigenen Team

Goch..  Im vergangenen Jahr lieferten sich Florian Falkenthal (LV Marathon Kleve) und Armin Gero Beus (SV Sonsbeck) beim Silvesterlauf in Pfalzdorf lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende war der in Bedburg-Hau wohnende Beus nach 35 Sekunden eher im Ziel als Falkenthal und wiederholte seinen Sieg über die fünf Kilometer. Heute, beim 27. Pfalzdorfer Laufspektakel, dürfen sich die Zuschauer wahrscheinlich auf ein ähnlich spannendes Rennen freuen. „Armin ist ein Kämpfertyp. Er wird es mir nicht leicht machen“, ist sich Falkenthal sicher.

Sieg beim Emmericher Adventslauf

Doch der Läufer vom LV Marathon Kleve hat schon einen Plan, wie er den Bedburg-Hauer schlagen kann. „Ich muss am Anfang schnell sein. Armin ist jemand, der hinten heraus sehr schnell wird“, sagt Falkenthal, der zuletzt beim Emmericher Adventslauf zeigte, dass er ausgezeichnet in Form ist. Die fünf Kilometer gewann er am zweiten Dezemberwochenende mit einer Zeit unter 16 Minuten.

Dass er zur Zeit so gut in Form ist, hat Falkenthal auch seinem Team zu verdanken. Zusammen mit seinen Läufer- und Teamkollegen Dave Mölders und Stephan Monien kam er beim Gocher Steintorlauf im August auf den Plätzen eins, zwei und drei ins Ziel – allerdings über die zehn Kilometer. „Das war eines unserer schönsten Erlebnisse in dieser Saison“, erklärt Dave Mölders. In Pfalzdorf werden sie dieses Highlight zwar nicht wiederholen können, da sie nicht in der gleichen Disziplin unterwegs sein werden, doch gewinnt der eine, triumphieren alle drei zumindest intern mit. Denn ohne gemeinsames Training, wären die einzelnen Erfolge so wohl kaum möglich. „Wenn man in einem ziemlich starken Team trainiert, pusht man sich im Training gegenseitig hoch“, so Falkenthal.

Auch Mölders sieht das so: „Wir trainieren fünf bis sechs Mal pro Woche zusammen. Das ist unser Schlüssel dafür, dass wir alle so gut sind.“ Neid ist unter den drei Athleten dabei ein Fremdwort. „Wir gönnen uns alle gegenseitig unsere Erfolge“, erklärt Falkenthal und Mölders ergänzt: „Wir sind Freunde geworden.“ Das sei ein Resultat aus den vielen gemeinsamen Stunden sportlich und privat. „Wir unternehmen schließlich auch so viel zusammen“, sagt der 36-jährige.

Im Wettkampf selber sei die Freundschaft aber schon kurz mal ausgeschaltet. Da wolle jeder gewinnen, wenngleich sich am Ende alle auch füreinander freuen würden, so Mölders, der ebenso wie Falkenthal schon wesentlich eher seine Passion fürs Laufen entdeckte als Kollege Monien. Dieser spielte in Keeken nämlich erst noch einige Zeit lang Fußball, ehe er relativ spät doch noch seine Liebe zum Laufsport entdeckte und seither schon einige Erfolge für sich verbuchen konnte. In Pfalzdorf allerdings wird er seinen beiden Kollegen das Revier alleine überlassen müssen. Eine kürzlich notwendig gewordene Zahn-Operation lässt einen Start beim morgigen Silvesterlauf nicht ratsam erscheinen.

Mit den Jahren immer besser

Vor einiger Zeit hätte das noch anders aussehen können. Denn Falkenthal sei erst über die Jahre immer besser geworden, findet zumindest Mölders. „Florian war ja immer der Jüngste, ist aber immer schneller geworden. Richtig stark“, so der Teilnehmer des zehn Kilometerlaufes in Pfalzdorf, der heute jedoch keine Chancen auf den Sieg haben wird. „Ich bin ja gerade erst wieder im Training. Um vorne mitlaufen zu können, reicht meine Leistung noch nicht“, gibt Mölders zu. Trotzdem wird für ihn der Silvesterlauf neben dem Marathon im Frühjahr ein Highlight des Jahres sein. „Der ist einfach Kult zum Ende des Jahres“, so der Physiotherapeut mit eigener Praxis.

Und egal ob Falkenthal letztendlich gewinnt oder nicht, in den letzten Stunden des Jahres 2014 werden sie nach dem Zieleinlauf noch gemeinsam feiern: als Freunde und Teamkollegen.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel