Keiner kann Christoph Verhalen folgen

Judith Kerkhoff
Auch die Grundschüler gaben Vollgas. l
Auch die Grundschüler gaben Vollgas. l
Foto: Kleve
634 Sportler im Alter zwischen zwei und 70 Jahren meisterten die siebte Auflage des Klever Berglaufs, den der LV Marathon Kleve wieder auf die Beine gestellt hatte.

Kleve.  In der Klever Innenstadt ist am Wochenende so einiges los. Egal ob zum Shoppen, Kaffee trinken oder auch nur für die üblichen Besorgungen – die Schwanenstädter vertreiben sich die Zeit in der „City“ ganz unterschiedlich. Am Samstag aber, gab es einen ganz besonderen Publikumsmagneten: den Klever Berglauf. Bereits zum siebten Mal hatte der LV Marathon Kleve zum Lauf am und um den Elsabrunnen herum eingeladen. Alleine 634 Athleten hatten den Weg zur „Neuen Mitte“ gefunden, um von dort aus die bergige Strecke zu bezwingen.

Immer wieder lässt sich der ausrichtende Verein um Leichtathletik-Ikone Gerd Mölders etwas Neues einfallen. Vor einigen Jahren gab es einen ganz neuen Treppenlauf, in diesem Jahr sollte ein Staffellauf besonders Lauf-Neulinge anlocken.

Staffellauf wurde gut angenommen

„Ich habe nur positive Reaktionen zu dem Staffellauf gehört. Es war wirklich toll, wie gut er angenommen wurde“, so LV-Vorsitzender Mölders. Und Recht hat er: 23 Teams á vier Starter spurteten über die 7.500 Kilometer lange Strecke (1875 Meter pro Läufer). Und obwohl andernorts ein Staffellauf über weitaus längere Distanzen ausgetragen wird, kamen die Team-Sportler ziemlich erledigt im Ziel an der Stechbahn an. Auch der durchtrainierte Kampfsportler Ralf Seeger war nach den 1875 Kilometern ziemlich außer Atem. „Für meine Gewichtsklasse sind so kurze Distanzen nicht leicht. Da knüpfe ich mir lieber die Langstrecke vor“, so der 51-Jährige.

Ob leicht oder nicht, er und seine drei Teammitglieder Jürgen Wittfeld, Valentina Vlasic und Alexander Deussen nahmen die Arbeit auf sich und das für den guten Zweck. Die „Helden für Tiere“, wollten nämlich auf ihre Tierschutzarbeit in Deutschland und besonders Rumänien aufmerksam machen. Derzeit bauen sie das mittlerweile zweite Tierheim in Rumänien, „wenn das fertig gebaut ist, können wir zwischen 600 und 700 Tiere aufnehmen“, so Seeger. Dass da jeder Euro wichtig ist, das war auch Laurenz Thissen völlig klar. Die „Stimme des Langlaufs“ wurde da auch nicht müde zu erwähnen, dass die Pfandgebühr für die Startnummern gerne an die „Helden für Tiere“ gespendet werden darf.

Doch auch der Sport kam nicht zu kurz. Der Abräumer dieser Saison, Christoph Verhalen vom Bunert Running Team, wollte auch beim Berglauf als Sieger ganz oben auf dem Treppchen stehen. Schnell baute er einen Vorsprung zu seinen Verfolgern Roland Schmitz und Theo Aymanns (beide VfB Alemannia Pfalzdorf) auf.

Dass er nach 26:29 Minuten als Erster die Zeit zum Stoppen brachte, war für Verhalen ein Erfolg. Doch so K.O. wie in Kleve hatte man ihn diese Saison selten erlebt. „Die Strecke ist auf Grund der Steigungen schon sehr hart. Das ist echt anstrengend. Trotzdem bin ich mit meiner Zeit sehr zufrieden“, so der M30-Sportler, der schon wenige Augenblicke später seine Lebensgefährtin und Teamkollegin Anna-Lina Dahlbeck als schnellste Frau im Ziel begrüßen konnte. Mit 28:44 Minuten ließ sie das Damen-Hauptfeld weit hinter sich.

Gerd Mölders sehr zufrieden

Dass es beim Berglauf nicht nur um tollen Sport sondern auch um die Atmosphäre geht, liegt dem LV-Vorsitzenden Mölders besonders am Herzen. Deshalb wurde der Start- und Zielbereich auch in die Stechbahn, quasi hinter die neue Mitte verlegt. Denn so gab es noch mehr Platz für Besucher, die sich in der ganzen City verteilten. „Es ist alles optimal gelaufen. Besonders der neue Staffellauf ist eine Bereicherung“, so Mölders. Obwohl er und seine rund 30 fleißigen Helfer alle zufrieden waren, war das für den Perfektionisten sicher noch nicht die Spitze des Eisberges. Alle paar Jahre lässt sich der LV etwas Neues einfallen. Wer weiß, was die Sportler im kommenden Jahr erwartet?