Erfolgreiches Comeback für Mareen Hufe

Ralf Pollmann

Wesel.  Malaysia, die Insel Langkawi – Debüt für Mareen Hufe. Und dann auch noch ein besonderes für die Triathletin aus Wesel. Erstmals nach ihren gesundheitlichen Problemen wagt sich die 38-Jährige wieder an einen Ironman. Auf ihren Qualifikationsplatz für Hawaii, dem Mekka des Ironman, hatte sie schweren Herzens verzichten müssen. Nun also Malaysia mit seinen tropischen Bedingungen. Erst zwei Wochen vor dem Rennen fiel die Entscheidung, erstmals in Südostasien zu starten. Es sollte sich lohnen. Nach 9:35,24 Stunden und als Zweite im Feld der Profi-Damen läuft Mareen Hufe ins Ziel ein. Dies ergibt 1600 Qualifikationspunkte für Hawaii 2017. „Ich bin absolut zufrieden“, sagt die Weselerin strahlend.

Komplett pausiert

Hinter Mareen Hufe liegt eine gesundheitlich schwierige Zeit, die sie nicht näher beschreiben möchte, ihr Trainingspensum ab September aber stark beeinträchtigte. Zwischenzeitlich musste sie sogar komplett pausieren. Doch die Probleme sind mittlerweile überwunden. „Ich bin aber noch nicht auf dem Niveau, auf dem ich im August war“, räumt sie ein. Langsam tastet sie sich wieder heran. Der Ironman Malaysia dient als eine Art Startschuss für den Endspurt des Jahres. Der führt Mareen Hufe am 4. Dezember noch zum Ironman Western Australia in Busselton. „Malaysia war für mich ein Trainingsrennen für den Wettkampf in Australien“, erzählt die Triathletin. In Busselton reichte es zuletzt zu einem „Hattrick“ – drei zweite Plätze in den vergangenen drei Jahren.

Dass es nun auf der Insel Langkawi ebenfalls zu Rang zwei reichen würde, damit hatte die Profi-Triathletin nicht gerechnet. „Ein Top-5-Platz war mein Ziel“, sagt Mareen Hufe. Dabei habe sie sich Malaysia für ihr Comeback ausgesucht, da die Witterungsbedingungen so extrem seien. Ihre Erwartungen sollten eintreffen. Mehr als 30 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit, Regenzeit – tropische Bedingungen, fast schon ein Sauna-Feeling. Nach ihren Überlegungen sollten die Athleten deshalb eher mit etwas angezogener Handbremse den Ironman in Angriff nehmen, besonders den abschließenden Marathon.

Und eben etwas verhaltener war auch die Marschroute von Mareen Hufe, die sie vorher mit ihrer Trainerin Ute Mückel abgesprochen hatte. „Für mich war einfach nur wichtig, gut durch den Lauf zu kommen“, sagt die Weselerin. Trotz einsetzenden Platzregens gelang dies, die Taktik ging auf. Mit 3:24,30 Stunden blieb sie zwar fast eine Viertelstunde über ihrer Bestzeit, doch dies spielte diesmal eine untergeordnete Rolle. Die Prioritäten lagen in einem anderen Bereich. „Ich bin komplett beschwerdefrei gewesen. Mir ging es im Rennen nicht eine Sekunde schlecht“, erzählt Mareen Hufe.

So zahlte es sich aus, nicht alles zu riskieren, sondern eher konservativ den Wettkampf anzugehen. „Da habe ich mich zusammengerissen und ganz kontrolliert das Rennen gestaltet“, so die Weselerin. Schon das von ihr nicht so geliebte Schwimmen über 3,8 Kilometer lief in 1:00,37 Stunden gut. Bei den Profi-Damen lag sie damit auf Rang fünf, im Gesamtklassement kletterte sie als 62. aufs Rad. Auf der anspruchsvollen 180 Kilometer langen Radstrecke benötigte sie 5:06,25 Stunden und schob sich damit auf den dritten beziehungsweise 31. Platz vor. Der abschließende Marathon bescherte Mareen Hufe dann nicht nur den zweiten Platz in ihrer Klasse. Auch im Gesamtklassement verbesserte sie sich noch auf Rang 23.