Christoph Müller begleitet Neuaufbau beim VfL Rhede

Christoph Müller im Einsatz für den 1. FC Kleve: Von 2004 bis 2009, fünf Spielzeiten lang, stand der gebürtige Franke bei den Blau-Roten im Tor. Bei den Klevern avancierte er auch zum Publikumsliebling.
Christoph Müller im Einsatz für den 1. FC Kleve: Von 2004 bis 2009, fünf Spielzeiten lang, stand der gebürtige Franke bei den Blau-Roten im Tor. Bei den Klevern avancierte er auch zum Publikumsliebling.
Foto: NRZ
Christoph Müller ist spätestens seit seiner Zeit beim 1. FC Kleve im Westen heimisch geworden. Seit einigen Monaten ist er Sportlicher Leister beim VfL Rhede, dem allerdings der Abstieg aus der Oberliga Niederrhein droht. Vor dem Heimspiel gegen den SV Hö./Nie. am Sonntag steht Rhede auf Platz 18.

Rhede..  Wenn Christoph Müller spricht, kann er seine Herkunft nicht verbergen. Das rollende R weist ihn als Franken aus. Dabei liegt Müllers Lebensmittelpunkt seit mehr als 15 Jahren im Westen Deutschlands. Der Fußball hat ihn nach Nordrhein-Westfalen verschlagen, bei sieben Klubs aus dem Bundesland hütete Müller das Tor. Am längsten stand er beim 1. FC Kleve unter Vertrag. Fünf Spielzeiten lang war Müller bei den Blau-Roten die Nummer eins und avancierte bei den Klevern zum Publikumsliebling.

Er ist im Grenzgebiet zu den Niederlanden heimisch geworden. Müller wohnt in Bocholt, arbeitet bei einem Logistikunternehmen im Münsterland und fungiert seit einigen Monaten als Sportlicher Leiter beim VfL Rhede. Klingt so, als könne Müller sich über nichts beklagen.

Doch da wäre noch die sportliche Situation der Rheder. Müllers Klub droht der Abstieg aus der Oberliga Niederrhein. Vor dem Heimspiel gegen den SV Hönnepel/Niedermörmter (Sonntag, 15 Uhr, BESAGROUP-Sportpark) steht Rhede auf Platz 18. Sollte es am Ende nur vier Absteiger geben, müsste der VfL allein schon sechs Punkte aufholen.

Der Absturz des Tabellen-Dritten der Vorsaison kommt nicht unerwartet. Rhede musste einen Sparkurs einlegen, weil der Klub jährlich Nutzungsgebühren für den Sportparks an die Stadt zahlen muss. Deshalb wurde der Etat gesenkt, und die Erfolgsmannschaft der Vorsaison brach auseinander.

Talente wechseln nach Bocholt

Allein neun Spieler folgten dem scheidenden Coach Manuel Jara zum 1. FC Bocholt – darunter hoffnungsvolle Talente wie Andre Bugla und Kevin Juch. „Solche Abgänge sind natürlich nur schwer zu kompensieren“, erklärt Müller. Der 38-Jährige musste in dieser Winterpause auch noch Top-Angreifer Simon Lechtenberg ziehen lassen. Der achtfache Torschütze wechselte ebenfalls zum Landesliga-Primus nach Bocholt.

Jetzt müssen es die jungen, unerfahrenen Spieler richten. Rhedes Trainer Javier Garcia-Dinis schickt oft eine Mannschaft auf den Rasen, deren Durchschnittsalter zumeist unter 22 Jahren liegt.

Und der Verjüngungskurs wird weiter fortgesetzt: Mit Felix Amler, Oguzhan Derebasi und Leo Spieker hat Müller drei A-Jugendlichen Verträge für die kommende Saison gegeben. „Wir sehen uns als Ausbildungsverein und wollen diesen Kurs weiter fortsetzen“, erklärt Rhedes Sportlicher Leiter.

Trotz des personellen Umbruchs und trotz der prekären Tabellensituation hat Müller das Saisonziel noch nicht aufgegeben. „Wir wollen weiterhin die Klasse halten und werden keineswegs irgendwelche Spiele abschenken“, erklärt er.

Das gelte auch für die Partie am Sonntag, auch wenn Hö./Nie. für Müller „klarer Favorit“ ist. Für ihn ist die Partie aus zweierlei Hinsicht besonders: Zum einen kommt der Tabellenführer nach Rhede, zum anderen gehörte Müller selber einmal zur Bullenherde. Ende 2011 stellte ihn Hö./Nie. als neuen Torwart vor. Doch Müller machte kurzfristig einen Rückzieher. „Ich habe damals begonnen, im Schichtdienst zu arbeiten. Das hätte mit Training und Spielen nicht mehr gepasst“, erklärt der gebürtige Franke heute.

Die kurzfristige Absage nehmen sie ihm bei Hö./Nie. nicht mehr übel. Müller pflegt weiterhin einen guten Kontakt zu SV-Trainer Georg Mewes. Und auch mit Heinrich Losing tauscht er sich regelmäßig aus. Der spielende Co-Trainer der Schwarz-Gelben war sein Teamkollege zu Klever Zeiten. Müller gönnt Losing und Mewes auch den Aufstieg. „Das hat sich der Verein verdient und ein Regionalligist in der näheren Umgebung wäre ja nicht so schlecht“, sagt der ehemalige Profi-Torwart.

Eine kleine Einschränkung macht Müller dann doch: „Mit dem Punkten sollen sie aber erst in der nächsten Woche wieder beginnen.“

 
 

EURE FAVORITEN