Vom Partner zum Konkurrenten?

Auch Michael Dahmen wurde vom Phoenix-Aus überrascht.
Auch Michael Dahmen wurde vom Phoenix-Aus überrascht.
Foto: Michael May
Kangaroos-Manager Dahmen äußert sich zu den Folgen eines Phoenix-Aus

Iserlohn..  Hat das bevorstehende Aus des Basketball-Erstligisten Phoenix Hagen auch Folgen für die Iserlohn Kangaroos? Michael Dahmen, Manager des heimischen ProB-Ligisten, sieht aktuell keine Auswirkungen auf die Waldstädter zukommen, die seit Jahren mit den benachbarten „Feuervögeln“ kooperieren.

„Und das war für beide Seiten eine Win-Win-Situation“, bewertet Dahmen die für ihn unerwartete Entwicklung „als nicht besonders gut für die Zukunft.“ Denn Iserlohn kam in den Genuss, auf gut ausgebildete Spieler des Kooperationspartners zurückgreifen zu können (u. a. Fabian Bleck, Niklas Geske, Marcel Keßen, Jonas Grof), und Phoenix konnte seinen Talenten in Iserlohn Trainings- und Spielpraxis auf gutem Niveau bieten.

Acht Iserlohner spielen im Hagener Erstliga-Nachwuchs

In der laufenden Serie arbeitet der Nachwuchs zusammen, während es im Seniorenbereich diesmal de facto keine Doppellizenzen gab. In der NBBL, den U19-Juniors von Phoenix, spielen sieben Kangaroos, in der JBBL, den U16-Youngsters, ist ein Iserlohner aktiv. Die U16 wird von Kangaroos-Chefcoach Matthias Grothe trainiert, der zudem Koordinator der Phoenix-Nachwuchsabteilung ist, einer gemeinnützigen GmbH, von der er auch anteilmäßig bezahlt wird. Ob die Jugend massiv gefährdet ist, vermag Dahmen nicht zu sagen. Für die Spieler würde ein Knockout den Verlust einer Talentförderung auf höchstem Niveau bedeuten, aber bei den Kangaroos hätten sie natürlich ihre sportliche Heimat, ebenso Grothe. Dahmen: „Eventuell können wir ihn bei uns komplett einbinden.“

Dass Spieler des Erstligakaders nach Iserlohn zurückkommen, schließt Dahmen aus. „Sie müssen weiterhin Bundesliga spielen und keinen Rückschritt in die ProB vollziehen. Und für uns wäre das auch nichts, denn unsere Mannschaft entwickelt sich gut, möglicherweise würde so die Struktur zerstört.“

Kooperation zwischen Klubs aus der ProA und Pro B?

Was in der neuen Saison geschehen wird, ist abhängig davon, in welcher Liga Hagen spielen wird. Aktuell geht man davon aus, dass Phoenix als erster Absteiger gilt und in der ProA spielen wird. Diese Liga streben in absehbarer Zeit auch die Kangaroos an. Dann kann aus dem ehemaligen Kooperationspartner schnell ein ernstzunehmender Konkurrent werden, der sich möglicherweise schon bald auf dem Iserlohner „Basketballmarkt“ bedienen könnte, weil ein Neuanfang mit regionalen Kräften und Talenten anvisiert wird. „Und man muss natürlich über die Sinnhaftigkeit einer Kooperation zwischen einem ProA- und einem ProB-Klub nachdenken“, so Dahmen, der aus geografischen Aspekten im Oberhaus aktuell keinen Partner sieht. Weil Rhöndorf und Bonn zusammenarbeiten käme als nächster Klub Göttingen in Frage. Das ergibt aber keinen Sinn.

Aber zunächst wird Dahmen die Entwicklung beim Nachbarverein abwarten und nach dem Aus das Gespräch suchen. „Denn jetzt haben die sicherlich erst einmal ganz andere Dinge zu lösen.“

 
 

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