Spektakulärer Schlussspurt

Jonas Grof und die Kangaroos siegten knapp gegen Dresden.
Jonas Grof und die Kangaroos siegten knapp gegen Dresden.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Das war knapp! Gegen die Titanen aus Dresden hatten die NOMA-Basketballer in diesem Play-off-Viertelfinal-Thriller bereits eine Niederlage vor Augen, zogen den Kopf aber noch aus der Schlinge und ließen sich dann vom restlos begeisterten Publikum feiern.


2. Basketball-Bundesliga Pro B, Play-off-Viertelfinale, 1. Spiel: NOMA Iserlohn - Dresden Titans 73:70 (21:16/38:34/55:49). 68:70 lautete der Zwischenstand 16 Sekunden vor dem Ende der Partie. Doch da rauschte bereits einmal mehr der überragende Orlan Jackman heran und tankte sich unter den Gästekorb durch. Artistisch verwandelte er zum Ausgleich. Dazu gab es noch einen Bonuswurf. Doch was war der an diesem Abend wert? Seine vier Versuche vorher hatte Jackman, für ihn völlig untypisch, allesamt vergeben. Aber der Engländer wusste, worauf es ankam, griff tief in die Trickkiste und verwandelte mit Brettberührung - 71:70 - Auszeit Dresden.

Die Sachsen wollten es wissen, strotzten vor Selbstvertrauen und versuchten es aus der Distanz, doch sie scheiterten. Joshua Dahmen griff sich die Kugel und leitete sie zu seinem Bruder Ruben weiter, der auf 73:70 erhöhte. Schluss war damit aber noch nicht. Nach einer erneuten Auszeit der Gäste standen noch sieben Zehntel Sekunden auf der Uhr - für einen kontrollierten Wurf zu wenig, und dementsprechend ging der letzte Wurf weit vorbei - Jubel und ausgelassene Stimmung.

Neben den bereits genannten Protagonisten gehörte den Zuschauern wohl die Hauptrolle in diesem Krimi, sie unterstützten ihr Team vorbildlich und unermüdlich. So war für echte Play-off-Stimmung gesorgt.

Über weite Strecken verlief die Partie ausgeglichen. Aus einer 11:6-Führung nach drei Dreiern von Joshua Dahmen wurde schnell ein 13:13 (8.). Ein Dreier von Ruben Dahmen zum 21:16 brachte kurz vor Viertelende Entlastung.

Der zweite Abschnitt gehörte zunächst den Kangaroos. Als Jonas Grof mit Freiwürfen zum 30:19 traf (14.), war das der größte Vorsprung im gesamten Spiel.

Dresden offenbarte Qualitäten aus der Distanz und arbeitete sich wieder heran. Zudem zeigte die genaue Vorbereitung auf das Iserlohner Spiel Wirkung. Die Gäste forcierten Ballverluste und schlechte Entscheidungen im NOMA-Angriff. Bis zur Pause war Dresden wieder auf vier Zähler heran.

Auch nach Wiederbeginn konnten sich die Hausherren nicht absetzen. Dagegen kristallisierten sich die Sachsen immer mehr als Drei-Mann-Team heraus. Aufbauspieler Aud traf etliche Dreier und dirigierte Butler und Tyrna. Vor allem mit dem Letztgenannten kamen die Iserlohner nicht zurecht, denn der 2,08-m-Mann traf auch seine drei Dreierversuche.

Für die erste Führung der Titanen sorgte allerdings Lieser mit dem 61:62. Spätestens jetzt stand die Partie auf des Messers Schneide. Doch das hatte das Publikum längst erkannt und half seinem Team. Der für den nicht fitten Matt Kavanaugh in die Bresche gesprungene Marcel Keßen markierte jetzt wichtige Punkte und zeigte erstaunliche Qualitäten für einen erst 18-jährigen Spieler. Sein 68:67 hatte allerdings nicht lange Bestand, denn Aud traf erneut per Dreier (67 Sekunden vor Schluss). Das war definitiv ein Wirkungstreffer.

Danach vergaben sowohl die kurzzeitig taumelnden Waldstädter als auch die Gäste aus aussichtsreicher Position. Doch da war ja noch Orlan Jackman, der das Ruder, wie bereits geschildert, 15 Sekunden vor Schluss herumriss.

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