Roosters-Sieg unter Schock - Saisonaus für Mike York!

Ein Schock für die Iserlohn Roosters: Mike York verletzte sich gegen die Düsseldorfer EG schwer. Hier wird er vom Eis gebracht.
Ein Schock für die Iserlohn Roosters: Mike York verletzte sich gegen die Düsseldorfer EG schwer. Hier wird er vom Eis gebracht.
Foto: Michael May
Die Iserlohn Roosters besiegten das Schlusslicht Düsseldorfer EG zwar klar mit 3:1, verloren aber den nächsten Leistungsträger. Topscorer Mike York blieb offenbar in einer Rille des Eises hängen. Die bittere Diagnose: Fersenbruch.

Iserlohn. Die Roosters haben zwar den erhofften 3:1 (0:0, 2:0, 1:1)-Sieg gegen Schlusslicht Düsseldorf eingefahren, aber es war ein Erfolg im Schockzustand. Denn als Mike York schon nach zehn Minuten, gestützt von zwei Mitspielern, vom Eis humpelte, deutete sich etwas Schlimmes an. Ohne Fremdeinwirkung war der Torjäger und Topscorer offenbar in einer Rille des Eises hängen geblieben. Die niederschmetternde Diagnose folgte zum Spielende: Fersenbruch! Saisonaus!

Michael Wolf begleitete York ins Krankenhaus

Auf Krücken wurde York zwei Minuten vor Ablauf des ersten Drittels ins Krankenhaus gebracht, begleitet von Michael Wolf, dem zweiten verletzten Topstürmer. Für die Iserlohner kommt es in dieser so wichtigen Phase also knüppeldick. Ob der Verein noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv wird, konnte Trainer Jari Pasanen nicht sagen, das liege bei der Vereinsführung. Ohne Wolf, der erst im Februar wieder an Bord ist, und York dürfte das Unternehmen Play-off fast schon zu einer unmöglichen Mission werden, zumal mit dem Sieg gegen die DEG kein Boden gutgemacht werden konnte.

Und: An diesem Sonntag in Wolfsburg ist mit weiteren Ausfällen zu rechnen, denn es grassiert ein Magen-Darm-Virus im Team. Dem war am Freitag bereits Stürmer Chris Connolly zum Opfer gefallen, er musste passen, Mike Brennan und andere konnten zwar spielen, waren aber ebenfalls angeschlagen. Wie sollte und soll das gut gehen?

Gegen die DEG klappte es noch, denn die Roosters machten aus der Not eine Tugend und reagierten mit großer Leidenschaft und mannschaftlicher Geschlossenheit, frenetisch gefeiert von den Fans.

Sie nahmen – noch mit York - sofort Fahrt auf, und schnell zeichnete sich vor allem ein Duell mit DEG-Keeper Bobby Goepfert ab. Der klärte beim Iserlohner Offensivfeuerwerk in allen Lagen - mit dem Schoner, mit der Fanghand, mit und ohne Schläger, mit der Brust, dem Allerwertesten oder dem Kopf. Als er dann einmal geschlagen war, nachdem Brent Raedeke bei Überzahl die Scheibe über die Linie gestochert hatte, entschieden die Unparteiischen nach langem Videostudium - kein Tor (10.). Die Sauerländer ließen nur wenige, aber dann gefährliche DEG-Möglichkeiten zu, setzten sich im gegnerischen Drittel fest, fanden aber gegen die dicht gestaffelt stehenden Gäste und ihren Goalie keine freie Lücke - zunächst.

Denn das sollte sich gleich zu Beginn des zweiten Drittels ändern – ausgerechnet durch einen Verteidiger, der zuletzt nur wenig Einsatzzeiten hatte, inzwischen als Aushilfsstürmer aber zum Zuge kommt und zudem in der letzten Saison noch für die DEG Tore verhinderte: Thomas Gödtel erlöste sein Team und die Fans mit der hoch verdienten Führung, nachdem unmittelbar zuvor auf der Gegenseite Mathias Lange klasse gegen Ken Olimb geklärt hatte. Nach den Ausfällen gab es zwangsläufig etliche Umstellungen. Prächtig bewährte sich Christian Hommel als York-Ersatz. Er übernahm sofort die Führungsrolle mit gewohnt großem Einsatz, aber auch mit Torgefahr, u. a. bei Unterzahl. Der Lohn folgte wenig später, als er seinen Vorstoß erfolgreich abschloss (30.). Die Iserlohner überzeugten als unermüdlich kämpfendes Kollektiv, in dem nach 24 Minuten auch Collin Danielsmeier zu seinem Comeback nach langer Verletzungspause kam und im Sturm aushalf. Mit hohem Tempo und viel Energie setzten die Sauerländer das Schlusslicht immer wieder gehörig unter Druck. Maßgeblichen Anteil an der 2:0-Pausenführung hatte aber auch Keeper Lange. Mit hervorragende Paraden verhinderte er mehrfach den Anschlusstreffer.

Entscheidung fiel kurz nach Beginn des Schlussdrittels

Nur 83 Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels fiel die Vorentscheidung. Konnte Goepfert noch Brennans Schuss aus der Drehung abwehren, war er gegen den reflexartig nachsetzenden Alex Foster machtlos. Glück hatte er dann, als Brooks Macek bei Überzahl den Pfosten traf (50.). Besser machten es die Gäste bei ihrem erst zweiten Powerplay, als Justin Bostrom Lange den Shut-out vermasselte. Aber das dürfte angesichts der Hiobsbotschaften das geringste Übel sein.

 
 

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