KSB erhält halbe Fachkraftstelle für Integration

Michael Topp
Erfahrungsaustausch mit der Basis beim Kreissportbund: (v. li.) Sebastian Pahlke (KSB), Eberhard Gienger, Günther Nülle (KSB-Vorsitzender), Christel Voßbeck-Kayser, Patrick Krone und Mandy Owczarzak (beide KSB).
Erfahrungsaustausch mit der Basis beim Kreissportbund: (v. li.) Sebastian Pahlke (KSB), Eberhard Gienger, Günther Nülle (KSB-Vorsitzender), Christel Voßbeck-Kayser, Patrick Krone und Mandy Owczarzak (beide KSB).
Foto: IKZ
Ex-Turnweltmeister Eberhard Gienger informiert sich über die Arbeit des Kreissportbundes MK.

Iserlohn.  Sport und Ehrenamt, Sport und dessen integrativer Charakter - dies sind zwei wichtige Themenbereiche für die Gesellschaft im Allgemeinen und die Sportvereine im Besonderen. Wie gestaltet sich die Praxis? Was funktioniert, was nicht? Wo bedarf es der Unterstützung durch die Politik? Was ist überhaupt machbar?

Vor diesem Hintergrund hatte die CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser einen Gedankenaustausch mit Vertretern des Kreissportbundes MK angeregt. Daran nahm auch Eberhard Gienger teil, sportpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Ex-Weltklasseturner, der u. a. 1974 den Weltmeistertitel am Reck und bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal die Bronzemedaille gewonnen hat.

Gienger informierte sich über die Arbeit des KSB, der rund 120 000 Sportler aus 16 Städten und Gemeinden des Kreises vertritt, und dessen Angebote im Sport- und Betreuungsbereich, z. B. Jugendförderung, „Bewegt älter werden“ oder Bewegungskindergarten.

„Wir wollen dem Ehrenamt etwas Gutes tun“

„Wir wollen dem Ehrenamt etwas Gutes tun“, machte der 64-Jährige deutlich, wie wichtig ein derartiges Engagement für die Gesellschaft ist. Eine Zahl untermauert das: Mit 50 Milliarden Euro wird die jährliche soziale Leistung in den Ehrenämtern beziffert. „Besteht der Wunsch, dass Arbeitgeber das Ehrenamt unterstützen?“, nannte Gienger einen möglichen Ansatz. Denn Günther Nülle, Vorsitzender des KSB, hat festgestellt, dass der Stellenwert des Ehrenamtes bei vielen Arbeitgebern weniger geschätzt wird als zu früheren Zeiten, weil soziales Engagement auch die Arbeitszeit belasten kann. Ein Stichwort hier sind die Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren. Allerdings erkenne er vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise derzeit wieder einen leichten Stimmungswandel. „Aber ich glaube, dass die familiengeführten Unternehmen Verständnis aufbringen“, relativierte Voßbeck-Kayser, machte aber auch deutlich: „Die Politik kann ein soziales Miteinander nicht verordnen.“

Sie griff die Idee eines Rentenpunktes für Ehrenamtler auf. „Aber wie soll man den finanzieren? Da kommt einiges zusammen“, gab Gienger zu bedenken. Er betonte die Sinnhaftigkeit, 450 Euro-Jobs im Sport einzuführen, als Verdienstquelle auf der einen Seite, aber auch, um Vereine vor der möglichen Zahlung von Schwarzgeldern zu bewahren. Man versuche das hinzubekommen, „denn das wäre eine elegante Lösung.“

„Wir ersticken in einemWust von Papier“

Nülle sprach einen weiteren verbesserungswürdigen Punkt an und stieß dabei auf offene Ohren: „Die Vereine und wir ersticken in einem Wust von Papier. Sozialversicherungsprüfungen braucht kein Mensch. So wird das Ehrenamt massivst belastet.“ Unterstützung durch die Politik hält auch KSB-Geschäftsführer Sebastian Pahlke für wichtig: „Als Kreissportbund sind wir Berater der Vereine für die Umsetzung des Gesetze.“

Auf Probleme, Ehrenamtsinhaber zu rekrutieren, wies Patrick Krone vom KSB hin. Mandy Owczarzak, Fachkraft für Jugendarbeit beim Kreissportbund, ergänzte: „Vielen Jüngeren fällt es schwer, sich länger in einem Amt zu binden.“ Sie wies aber auch auf positive Erfahrungen hin, die man mit den bislang zwei Stellen für das freiwillige soziale Jahr gemacht habe, zuletzt mit Max Jost, aktuell mit Alexandra Esser. Am 1. September wird die Stelle zum dritten Mal besetzt. Wichtig ist auch die Ausbildung von Gruppenhelfern und Junior-Managern.

„Sprechen hilft“, strich Voßbeck-Kayser die Notwendigkeit eines solchen Meinungsaustausches heraus und appellierte an die KSB-Vertreter: „Nennen Sie uns Praxisbeispiele. Denn wir möchten Ihre Vorschläge unterstützen.“

Das gilt natürlich auch für den ebenfalls thematisierten Bereich Sport und Integration, sowohl für Menschen mit Behinderungen, als auch für Menschen mit Zuwanderungshintergrund. Und hier gab es unmittelbar nach dem Gedankenaustausch eine positive Nachricht für den KSB. Denn der kann ab dem 1. Juni eine halbe Fachkraftstelle für Integration besetzen. 14 von 54 Kreissportbünden des Landes haben nun den Zuschlag erhalten, darunter der KSB Märkischer Kreis.