Henning Schroth bei den Roosters von Null auf Hundert

Henning Schroth feierte im Roosters-Tor ein erfolgreiches DEL-Debüt.
Henning Schroth feierte im Roosters-Tor ein erfolgreiches DEL-Debüt.
Foto: IKZ
Eigentlich ist er Zweitkeeper beim Oberligisten Hammer Eisbären - erst am Mittwoch wurde der gebürtige Hamburger zum Training bei des Roosters angefordert. Beim 5:2 in Wolfsburg feierte der 21-jährige dann seine DEL-Premiere und wurde direkt zum zweitbesten Spieler des Matches gewählt.

Iserlohn.. Henning wer? Diese Frage werden sich nicht wenige gestellt haben, als bei den Iserlohn Roosters am Freitagabend beim Heimspiel gegen die Straubing Tigers der Name Henning Schroth auf dem Spielbericht auftauchte. Als dieser „Nobody“ im Tor dann knapp 48 Stunden später sogar seine DEL-Feuertaufe absolviert und diese beim 5:2 in Wolfsburg großartig bestanden hatte, wusste die Eishockeywelt, wer dieser Henning Schroth ist.

Von Null auf Hundert! So etwa dürfte sich der 21-Jährige gefühlt haben, als er von seinem Einsatz in Wolfsburg erfuhr. „Das war am Sonntagmorgen“, berichtet der gebürtige Hamburger. Und es sei sicherlich gut gewesen, es erst am Spieltag zu erfahren. Die Nacht zuvor wäre gewiss weniger ruhig verlaufen, räumt er ein. Dabei wäre Schroth fast schon am Freitag ins kalte Wasser geworfen worden, als Schlussmann Sébastien Caron nach einem Zusammenprall in der 4. Minute kurzzeitig behandelt werden musste. „Da habe ich schon etwas Herzklopfen bekommen“, denkt Schroth an jene Schrecksekunde. So aber wurde seine überraschende DEL-Premiere nur vertagt.

Schroh lobt seine Mitspieler: "Die Mannschaft hat es mir sehr leicht gemacht“

„Am Anfang war ich natürlich etwas nervös“, gewährt der gelernte Speditionskaufmann Einblick in seine Gefühlslage, als er das Eis in Wolfsburg betrat. „Eine Anspannung war da, und das Warm-up verlief auch nicht optimal. Aber die Mannschaft hat es mir sehr leicht gemacht“, lobt er seine Mitspieler, die ihm mangels gemeinsamen Trainings schließlich recht unbekannt waren. Denn allzu oft stand der Förderlizenzspieler, der eigentlich Zweitkeeper beim Oberligisten Hammer Eisbären ist, nicht in Iserlohn auf dem Eis, erst am Mittwoch wurde er zum Training angefordert. „Das hat mich natürlich glücklich gemacht“, beschreibt er seine Stimmung, die sich dann anfangs in leichte Nervosität verwandelte, als es ernst wurde. „Aber man blendet die Aufregung schnell aus. Mein Fokus war, alles zu geben, was ich kann.“

Und das gelang glänzend. „Aber das ist schon ein Unterschied wie Tag und Nacht. Tempo, Technik, Zusammenspiel“, vergleicht der Goalie. Und: „Die Wolfsburger kamen sehr, sehr nahe.“ Zweimal musste er auch hinter sich greifen, binnen weniger Sekunden war so aus dem 1:0 ein 1:2 geworden. Angekreidet wurden ihm die Gegentreffer nicht. „Aber bei einem Tor hätte ich sicher glücklicher aussehen können“, räumt Schroth selbstkritisch ein. Nach dem 1:2 sei er auch leicht ins Straucheln geraten. Aber ein weiteres Mal musste der DEL-Novize nicht hinter sich greifen. Nach Spielende war er daher dann auch ein besonders gefragter Gesprächspartner, ausgestattet mit dem imaginären „silbernen Stern“ als zweitbester Spieler des Matches nach seinem Kapitän Michael Wolf.

Schroth begann bei den Crocodiles aus Hamburg

Angesprochen auf den Beginn seiner Karriere spricht er sehr redegewandt von „kitschig.“ Denn die Oma schenkte dem kleinen Henning Schlittschuhe, während des Weihnachtsurlaubs in Schweden ging es auf einen See und es reifte der Entschluss: „Ich will Eishockey spielen!“ Mit acht, neun Jahren ging es los bei den Crocodiles aus Hamburg, primär im Tor. Als 16-Jähriger wechselte er nach Augsburg in die Junioren-Bundesliga, dann nach Schwenningen, dort stieg er mit den Junioren in die Bundesliga auf und gehörte auch zur Trainingsgruppe der Schwenninger Zweitliga-Profis, zu Einsätzen kam er im Unterhaus der DEL aber nicht.

Vor dieser Saison folgte dann der Wechsel zu den Eisbären Hamm, dort bestritt Schroth, der zuvor schon ein Probetraining zu DNL-Zeiten der IEC-Jugend in Iserlohn absolviert und auch in dieser Saison schon ein Roosters-Spiel gesehen hatte, die Saisonvorbereitung. Und nach Hamm wird er auch wieder zurückkehren, sobald das Torhüterproblem bei den Roosters gelöst ist. „Mein Plan ist, so viel wie möglich zu trainieren, dann hoffe ich auf Einsatzzeiten. Ich bin jetzt noch motivierter als zuvor“, schaut Henning Schroth nach vorn. „Denn ich will definitiv weiter kommen als bis in die Oberliga.“ Und sein erstes Bewerbungsschreiben hat er ja schon am Sonntag angefertigt.

 
 

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