Haake will Pionierarbeit in Litauen leisten

Bernd Haake und Dainius Zubrus
Bernd Haake und Dainius Zubrus
Foto: IKZ

Iserlohn..  In Sachen Eishockey - aber nicht nur da - ist er ein Weltreisender, und er „pflegt“ sein Interesse an diesem Wintersport auch in exotischen Ländern. So auch in den nächsten Monaten. Denn Bernd Haake hat ein neues Betätigungsfeld gefunden. Der langjährige Co-Trainer der Iserlohn Roosters ist ab sofort Nationaltrainer Litauens.

Im Rahmen einer großen Pressekonferenz wurde er in der Hauptstadt Vilnius vorgestellt. Haake soll die litauische Auswahl im November bei der Olympiaqualifikation in Budapest betreuen, dann mit ihr im Februar ein Turnier bestreiten und das Team im April bei der B-WM in der Ukraine coachen.

Die Kontakte sind, so berichtet der Bielefelder, bei der A-WM in Helsinki entstanden. „Ich bin der erste Trainer aus einem westlichen Land“, erzählt der langjährige Rooster weiter. „Bisher waren dort nur Russen oder Litauer aktiv.“ Er will Pionierarbeit leisten und muss dabei viel reisen. „Denn die Spieler stehen in neun Länder unter Vertrag.“ So wird er schon in den nächsten Tagen nach England fliegen, um einige Auswahlspieler in der zweiten Liga zu beobachten, schon am 29. September lädt er die Akteure zu einem einwöchigen Trainingslager in die litauische Hauptstadt ein, um die Mannschaft auf die Olympia-Qualifikation vorzubereiten.

In einer Vorrundengruppe trifft Litauen auf den Favoriten Ungarn, die Niederlande und Kroatien. Nur der Sieger kommt weiter und spielt dann in einem neuen Qualifikationsturnier gegen Italien, Österreich und Deutschland - ein vermutlich hoffnungsloses Unterfangen.

Haake wird nun noch häufiger unterwegs sein. „Von Dortmund dauert der Flug nach Vilnius weniger als zwei Stunden“, sieht er den neuen Arbeitsplatz keinesfalls am Ende der Welt. Mit dem Auto war er aber schon 18 Stunden unterwegs.

Bester Spieler in seinem Team ist der NHL-Profi Dainius Zubrus, der für die New Jersey Devils spielt und möglicherweise während des Lock-outs in der KHL aktiv sein wird. Der Profi hat, ebenso wie Haake, eine Beziehung zu Iserlohn. Denn 1991 trat er bei einem Turnier in der Waldstadt an, mit dem späteren Iserlohner Nachwuchsspieler Sergej Samsonov, der in der NHL Karriere machte, „Er hat bei einer Gastfamilie gewohnt, daran konnte er sich noch genau erinnern“, berichtet Haake von einem Gespräch mit dem Aushängeschild des Verbandes. Haake, der 1977 Nationaltrainer Spaniens war und u. a von 1987 bis 1990 als Manager und Betreuer der deutschen Nationalmannschaft fungierte, wird an diesem Sonntag wieder in Iserlohn sein , um das Derby gegen Köln zu verfolgen.

 
 

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