Großer Iserlohner Beitrag zu perfekter Weltmeisterschaft

Patrick Glowka und Sergio Pereira freuen sich über Platz vier bei der WM.
Patrick Glowka und Sergio Pereira freuen sich über Platz vier bei der WM.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Den Viertelfinalerfolg über Europameister Italien bezeichnet er als „Sternstunde des deutschen Rollhockeys“, und die Weltmeisterschaft insgesamt wird dank des vierten Platzes in die Annalen eingehen. Ralf Henke, Vorsitzender der ERG Iserlohn und Teammanager des Nationalteams, spricht von rundherum gelungenen Titelkämpfen in La Roche, woran die Iserlohner Delegation großen Anteil hatte. Denn zum Team gehörten Patrick Glowka, Kai Milewski, Sergio Pereira und Nils Hilbertz und Bundestrainer Marc Berenbeck besitzt bekanntermaßen eine Iserlohner Vergangenheit.

Er hat in den letzten Jahren den von seinem Vorgänger Mike Neubauer eingeleiteten Verjüngungsprozess konsequent fortgesetzt und den Teamgeist gefördert. „Wir hatten wirklich eine echte Mannschaft auf dem Feld, die auch nominell überlegenen Gegner Paroli bieten konnte“, sagt Henke und verweist auf die - trotz der Niederlagen - guten Leistungen gegen Portugal und Spanien. Gegen die Profis verlor man vor Jahren noch zweistellig, der Abstand ist deutlich geringer geworden.

Den ERGI-Beitrag will der Klubchef nicht herausstreichen und betont lieber das Kollektiv. Wenngleich Milewski und Pereira mit jeweils sechs Treffern ebenso überzeugten wie Glowka im Tor, der seinen Status als Nummer eins untermauerte. Neuzugang Hilbertz, der als Nachrücker mit nach Frankreich fuhr, bekam seine Einsatzzeiten und bewährte sich.

Rang vier bei dieser WM ist für den nationalen Verband nach Henkes Worten von großer Bedeutung, denn er sichert weitere Fördergelder. Und er macht selbstbewusst für künftige Aufgaben, die absolute Chancenlosigkeit gegen die Großen gibt es nicht mehr.

Ein gutes Zeugnis stellte die deutsche Delegation, die in Ferienhäusern 25 Autominuten von der Halle entfernt ideal untergebracht war, den Gastgebern aus. „Die Organisation war top. Nur dass es für beide Samstage des Turniers keine Karten gab, weil alle über eine Internetplattform schon verkauft waren, hat einige Fans verärgert“, erläutert Henke. Die 4500 Zuschauer fassende Halle in einem erstklassig ausgerüsteten Sport-Areal bot sehrgute Rahmenbedingungen, und bei der Eröffnung sowie am Finaltag war sie zu 90 Prozent gefüllt. Selbst beim deutschen Vormittagsspiel gegen Österreich saßen noch rund 800 Zuschauer auf der Tribüne, darunter viele Schulklassen.

Über 50 Volunteers hatten die Franzosen im Einsatz, jede Mannschaft hatte ihre Ansprechpartner, was die Orientierung erleichterte. Ralf Henke, der in Iserlohn ja einmal eine Junioren-WM ausrichten wollte, ehe ihn der Weltverband ausbootete, schaut bei diesen Turnieren sehr intensiv hinter die Kulissen. „Eine A-WM zu stemmen, ist ein immenser Kraftakt,“ verweist er auf rund 100 000 Euro Festkosten etwa für Gebühren, Schiedsrichter, Reisen der Offiziellen und Shuttle-Service. Und dass, wie ihm zugetragen wurde, die Miete der Sportanlagen während der WM täglich 15 000 Euro betrug, verdeutlicht den immensen Zuschussbedarf bei einer Weltmeisterschaft.

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