„Es ist doch super, wenn man solche Leute hat“

Christof Rostek filmt die Spiele der NOMA-Basketballer.
Christof Rostek filmt die Spiele der NOMA-Basketballer.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Wenn beim heimischen Basketballklub NOMA Iserlohn von einem professionellen Umfeld gesprochen wird, dann ist er ein fester Bestandteil der Organisation: Christof Rostek sorgt für bewegte Bilder von den Spielern der Kangaroos, unterstützt damit den Trainer, betreibt Imagewerbung für die heimischen Korbjäger und befriedigt die Interessen der Fans an den Auftritten ihrer Mannschaft, vor allem in fremden Hallen.

Seit zehn Jahren filmt der 52-jährige Nachrodter für den Verein. Zunächst waren es die U18-Spiele, als dort sein Sohn Olaf aktiv war. Nach einer kurzen Episode beim Hagener NBBL-Team stieg er bei der ersten Mannschaft der Waldstädter ein, als der eigene Nachwuchs dort in den Kader kam.

„Er macht richtig gute Arbeit. Es ist super, wenn man solche Leute hat. Wir waren in der Regionalliga die ersten und lange die einzigen, die das gemacht haben, und davon profitieren wir heute sehr. In der Pro B haben wir die beste Qualität“, ist NOMA-Coach Matthias Grothe voll des Lobes über die Arbeit seines Kameramannes.

Und der wächst mit den Aufgaben, ist technisch stets auf dem neuesten Stand und kniet sich in seine Tätigkeit hinein. Bekam der Trainer früher direkt nach dem Spiel einen Chip vom Spiel, gibt es heute einen Online-Kanal für den Trainer, der bereits am frühen Sonntagmorgen das fertig geschnittene Material sehen kann.

„Drei bis vier Stunden dauert es, bis ich es soweit habe“, sagt Christof Rostek, der 1988 mit seiner Frau Jolanthe aus dem polnischen Chorzow ins Sauerland kam. Dort hatte er selbst Basketball gespielt, so dass er sofort wusste, worauf es bei seinen Filmsequenzen ankommen würde.

Angefangen hatte er bei den Kangaroos noch mit VHS-Videos, doch schon bald wurde die Technik erneuert und diese Weiterentwicklung hält bis heute an. Seine neueste Erwerbung ist eine Go-Pro-Kamera, wie sie oft bei Actionaufnahmen eingesetzt wird. Mit deren Aufnahmen verfeinert er seine Highlight-Videos, für die die NOMA-Korbjäger bei Youtube einen eigenen Kanal haben.

„Ich fühle mich verpflichtet mit dem, was ich mache, und ich ziehe das durch. Das ist unabhängig davon, ob mein Sohn Olaf spielt oder nicht“, hat sich Christof Rostek inzwischen stark mit seiner Arbeit identifiziert. Er mache das für den Verein sagt er, denn er habe dort Freunde gefunden - und: „Ich bin glücklich, dass ich in diesem Verein gelandet bin.“

So spielt der zeitliche Aufwand für den Angestellten, der im Schichtdienst arbeitet, längst nicht die Hauptrolle. 50 Prozent der Auswärtsfahrten in dieser Zweitliga-Saison hat er mitgemacht, war in Saarlouis, in Dresden und anderswo, um seine Videos anzufertigen. „Man wird zum Perfektionisten“, sagt er - und er habe den Anspruch, etwas zu bieten.

Seine Arbeitsbedingungen haben sich im Laufe der Jahre deutlich verbessert. Die Kamera wird vom Verein gestellt, und in der neuen Hemberghalle verfügt er über einen separaten Raum, aus dem er die Spiele aufnehmen kann. „Da werde ich nicht gestört“, nennt Rostek den Vorteil. Da der zweifache Familienvater früher selbst Basketball gespielt hat, erlaubt er sich auch eine eigene Meinung, doch er macht klar: „Ich bevorzuge meinen Sohn Olaf dabei nicht. Vielmehr halte ich alle gleich.“ Und das schätzen alle bei den Iserlohnern, die weiterhin auf ihren Video-Spezialisten setzen. Unterstützung erfährt Christof Rostek übrigens auch bei seiner Ehefrau, die als Krankenschwester ebenfalls „schichtet“. Wenn es ihr Dienstplan zulässt, ist sie auch bei den Spielen, und wenn das nicht möglich ist, weiß sie, dass ihr Mann bei Freunden ist.

EURE FAVORITEN