Dauerthema Hemberg: Das Tappen im Dunkeln geht weiter

Die Umkleidekabinen am Hemberg-Nordhang sind neu.
Die Umkleidekabinen am Hemberg-Nordhang sind neu.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Über mangelnden Besuch kann man sich beim TV Griesenbrauck in letzter Zeit wirklich nicht beklagen. Am Donnerstag machte der Iserlohner Sportausschuss im Vereinsheim an der Turnhalle Station und schaute sich nach seiner Sitzung die renovierten Außenanlagen an. Diese Baumaßnahem war preiswert im Vergleich zu den Projekten, mit denen sich der Ausschuss in seiner turnusmäßigen Zusammenkunft befassen musste.

Zunächst einmal ging es jedoch ums Sparen. Vertreter des VfR Lasbeck legten dem Gremium die Planung für ein neues Umkleide- und Vereinsgebäude am Sportplatz vor. das (schlüsselfertig) nur noch 526 000 Euro statt der von der Stadt kalkulierten 876 000 Euro kosten soll. Die Verwaltung wird den Vorschlag nun prüfen und bis zur nächsten Sitzung im September eine entsprechende Drucksache vorbereiten. Dieter Beele (SPD) mahnte an, dieses Projekt wohlwollend zu begleiten. „Wir dürfen diesen Ortsteil nicht ausbluten lassen.“

Breiten Raum nahm im Anschluss das Dauerthema Hemberg-Nordhang ein. Rasenplatz und Tribüne müssen saniert werden, für 2016 sind bereits Finanzmittel im hohen sechsstelligen Bereich in den Haushalt eingestellt, aber wofür die ausgegeben werden sollen, ist derzeit noch völlig unklar. Thorsten Grote, Leiter der Abteilung Stadtentwicklung und Freiraumplanung, erläuterte, dass einer grundlegenden Renovierung möglicherweise eine Totalsanierung der darunter liegenden Deponie voraus gehen müsste.

Hemberg-Totalsanierung mit unkalkulierbaren Risiken?

„Und dann kann es uns passieren, dass man uns nach Vorlage der Ergebnisse verbietet, an dieser Stelle einen Sportplatz zu errichten.“ Heute gelten eben andere Regularien als in den 1970er Jahren. Allein für das Bodengutachten, so Grote, müsse man Kosten von rund 40 000 Euro einkalkulieren. Ungeachtet dessen stellte Fabian Tigges (CDU) klar, dass nun genug geredet worden sei und endlich etwas passieren müsse. Der Ausschussvorsitzende Dimitrios Axourgos bat die Verwaltung, die Risiken der Maßnahme und mögliche Alternativen in einer Drucksache festzuhalten.

Markus Balk (Kommunales Immobilien-Management) musste in Vertretung zur Tribünenproblematik referieren und konnte die Ausschussmitglieder nicht zufrieden stellen. Als Vorschlag der Verwaltung wurde eine komplette Entfernung des baufälligen unteren Tribünenabschnitts unterbreitet. Und auf der freien Fläche könne man dann bei Großveranstaltungen transportable Tribünen aufstellen. Fabian Tigges formulierte die Sorge, dass man sich aus dem Wettbewerb um größere Veranstaltungen dadurch verabschieden könnte, während Dieter Beele empfahl, über einen neuen Standort nachzudenken. Dieter Holwe (SPD) kam auf Elementares zu sprechen. „Wo ist denn genau die Deponie? Wir brauchen eine Skizze, um uns wirklich ein Bild machen zu können“. Und ganz grundsätzlich wurde Karsten Renfordt (Die Linke): „Wir müssen uns fragen, wie wir uns in Iserlohn für die Zukunft aufstellen wollen. Soll immer nur repariert werden?“

Deutlich unproblematischer dürfte es werden, das Umkleidegebäude im Letmather Waldstadion wieder auf Vordermann zu bringen. Risse im Mauerwerk, Schimmelbefall in den Duschen und das Fehlen behindertengerechter Toiletten hatte die SPD-Fraktion bei einem Ortstermin festgestellt. Gegen den Schimmel soll eine Überarbeitung der Belüftung helfen, und Dieter Holwe regte eine Dämmung der Außenfassade an, um damit die Ursache für die Risse zu beseitigen. Aber auch zu diesem Thema fehlte eine entsprechende Drucksache, so dass es am Donnerstag bei Anregungen und Absichtserklärungen blieb.

Plädoyer für mehr Zuschuss an die Schwimmvereine

Durchgewunken wurden die Zuschüsse für die Anmietung von Sportstätten, die sich auf rund 132 000 Euro belaufen. Der Löwenanteil entfällt auf die IEC-Nachwuchsabteilung (70 000 Euro). Bei den Schwimmvereinen gelten weiterhin 3,45 Euro pro Stunde, was Dieter Holwe für korrekturbedürftig hält. „Die Vereine sind an der Grenze der Belastbarkeit. Die Verwaltung sollte Wege aufzeigen, wie man die Situation verbessern kann.“ Doch diese Verwaltung wartet nun auf einen Antrag aus der Politik.

Wenn im Herbst die alte Hemberghalle aufwändig renoviert worden ist, möchte man nicht mehr zwischen alt und neu differenzieren, sondern sucht nach einem neuen Namen. Ein paar Vorschläge gab die Verwaltung bereits preis: Basketball-halle Hemberg, Sporthalle Sekundarschule oder Immermann-Sporthalle für die neue – und Sporthalle Rollhockey, Hemberg 2 oder Alexander-Pfänder-Sporthalle für die alte. Begeisterung riefen diese Ideen beim Ausschuss nicht hervor. Es darf weitere Vorschläge geben, gern natürlich auch in Verbindung mit einem Sponsor.

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