Beton-Zone brachte den Triumph

Youngster Jonas Grof war mit 28 Punkten in Dresden der Matchwinner.
Youngster Jonas Grof war mit 28 Punkten in Dresden der Matchwinner.
Foto: IKZ

Dresden..  Das war eine Sternstunde des Iserlohner Basketballs! Mit einer über drei Viertel sensationellen Defensivleistung erkämpften sich die NOMA-Basketballer bei den heimstarken Dresdnern den zweiten Sieg im Play-Viertelfinale und ziehen in die Runde der letzten Vier ein, in der Samstag der Nord-Zweite Rist Wedel zum Hemberg kommt.


2. Basketball-Bundesliga, Play-off-Viertelfinale, Rückspiel: Dresden Titans - NOMA Iserlohn 62:71 (28:16/40:36/52:52). Was für ein Triumph bei den Titanen. Die Waldstädter feierten ausgelassen nach dieser emotionsgeladenen Partie, in der sie einen langen Anlauf benötigten, bevor sie den richtigen Play-off-Modus fanden.

Schon vor der Partie musste das Team von Trainer Matthias Grothe zwei Rückschläge hinnehmen. Der als Joker gedachte Doppellizenzler Niklas Geske, der Donnerstag noch 17 Punkte im Hagener Bundesligaspiel gegen Weißenfels erzielte, musste wegen einer am Ende der Partie erlittenen Prellung passen. Und auch Youngster Marcel Keßen, im Hinspiel noch einer der Matchwinner, blieb mit einer Grippe zu Hause.

Dennoch war die Stimmung schon bei der Abfahrt von Zuversicht geprägt. Die wich aber spätestens, als der Start in der beeindruckenden zu einem guten Drittel gefüllten Morgan-Arena gründlich daneben ging. Nichts wollte klappen, die Defensive agierte schwach, der Angriff ebenso. Als Orlan Jackman nach drei Minuten den ersten Korb für die Gäste erzielte, hieß es 2:6, doch es sollte noch schlimmer kommen. Nur vier Minuten später stand es 18:3 für die Hausherren, die da in Gedanken wohl schon beim dritten Spiel in Iserlohn waren.

Die Gäste blieben jedoch ruhig. Coach Grothe nahm gleich mehrere Auszeiten, stellte immer wieder die Verteidigung um und griff ganz tief in der Trickkiste zu einer 3:2-Zonendeckung. Dresden zeigte Wirkung. Nach dem 36:22 (16.) ging es mit den Sachsen bergab. Während Titans-Anführer Butler, der 16 seiner 17 Punkte im ersten Viertel markierte, ebenso wie den im Hinspiel starken Aud und Tyrna nichts mehr gelang, schwangen sich bei den Gästen die Akteure von der Bank zu großen Leistungen auf. Moritz Krume streute zwei Dreier ein, und allen voran Jonas Grof riss das Geschehen an sich. Ihn hatten die Gastgeber nicht auf dem Zettel, und das Riesentalent zeigte keinerlei Respekt, zog ein ums andere Mal zum Korb und hauchte seinem Team mit 14 Punkten in der ersten Halbzeit, an deren Ende Dresden nur noch 40:36 führte, neues Leben ein.

Und Grof hatte sein Werk noch längst nicht vollendet, sorgte mit zwei weiteren Körben direkt nach Wiederbeginn für den Ausgleich, bevor Krume per Dreier nachlegte und mit dem 43:40 (22.) die erste Kangaroos-Führung erzielte. Damit war der Glaube an die eigenen Stärken wieder da und die Partie fortan auf des Messers Schneide.

Die Hausherren legten im dritten Abschnitt zum 46:44 und 48:46 zwar noch zweimal vor, doch sie kamen nicht mehr zu leichten Körben. Die Gästedeckung arbeitete unerbittlich, jagte die Sachsen durch die Halle. Ballverluste, technische Fehler und schlechte Wurfentscheidungen waren die Folgen.

Dagegen lief es auf der Gegenseite, abgesehen von der miserablen Dreierquote, ordentlich. Und irgendwie verstärkte sich bei den Gästen das Gefühl, dass man die Entscheidung in der Hand hatte - auch nach dem 54:52 von Smith, der letzten Titanen-Führung. Die Gastgeber schafften nur noch mit Mühe um die zehn Punkte pro Viertel und merkten, wie ihnen der mögliche Erfolg entglitt. Jackman, in seiner offensiv besten Phase, drehte das Spiel erneut, Krume legte zweimal zum 60:56 für NOMA nach (34.).

Dresden glich durch vier Zähler des sonst wirkungslosen Tyrna letztmalig aus. Danach wogte das Geschehen hin und her, aber gegen den Iserlohner Zonen-Beton war Dresden hilflos. Grof und Jackman per Dreier sorgten für das 65:60 der Gäste (37.).

Iserlohn spielte mit gnadenloser Defensive und im Angriff clever, verpasste aber die endgültige Entscheidung, weil Joshua Dahmen und Krume drei Freiwurfchancen ausließen, doch als Grof einmal zum 60:67 traf (30 Sekunden vor Schluss), war die Partie endgültig gelaufen und die Freude riesig.

EURE FAVORITEN