Zurück in die Erfolgsspur

Auch Maurice Haar (l.) will die schwache Leistung gegen Horst ganz schnell vergessen machen und mit dem SC Westfalia den nächsten Sieg einfahren.
Auch Maurice Haar (l.) will die schwache Leistung gegen Horst ganz schnell vergessen machen und mit dem SC Westfalia den nächsten Sieg einfahren.
Foto: Dietmar Wäsche
  • Nach dem 1:6 gegen Horst will sich Westfalia Herne gegen Brackel wieder von einer besseren Seite zeigen
  • Trainer Knappmann lobt die Selbstkritik und spricht von einer bombastischen Trainingswoche
  • Spitzenreiter verstärkt sich mit Marcel Ramsey, Rhynerns Dustin Wurst soll folgen

Auf ein Neues. Das Horst-Fiasko ist aufgearbeitet, am Sonntag will der SC Westfalia Herne seinen zu Saisonbeginn eingeschlagenen Weg fortsetzen und mit einem Heimsieg gegen den SV Brackel 06 (14.30 Uhr, Schloss Strünkede) beweisen, dass er zu Recht auf Platz eins der Westfalenliga steht.

Das Wort „Wiedergutmachung“ ist für Christian Knappmann trotz des bitteren 1:6 der Vorwoche fehl am Platze. „Es gibt nichts wieder gutzumachen“, beharrt der Herner Trainer. „Unser Ziel war es aufzusteigen, wir stehen da, wo wir stehen wollen und auch hingehören“, sieht „Knappi“ sich und sein Team voll auf Kurs. „Die Jungs spielen bislang eine überragende Saison.“

Daran ändere auch der böse Ausrutscher gegen Horst nichts. „Sicher sind da viele unschöne Dinge vorgefallen. Und weil es mehr negative Aspekte gab, war die Nachbesprechung mit Videostudium, Einzelanalyse und Einzelkritik auch besonders intensiv“, blickt der Trainer auf den Wochenbeginn zurück.

Sein Ärger ist längst verraucht, hat ihn doch die Reaktion der Mannschaft besänftigt. „Was die Jungs im Training angeboten haben, zeugt von tadelloser Selbstreflexion und gnadenloser Selbstkritik“, so Knappmann. „Das war eine bombastische Trainingswoche.“

Auch wenn er mit der Vergangenheitsbewältigung abgeschlossen hat, liegt dem SCW-Trainer ein Thema noch am Herzen. Auf der Tribüne werde gemunkelt, Herne habe verloren, weil Sonntag früh noch trainiert worden sei. „Das ist totaler Nonsens“, beharrt Knappmann. „Training auf gehobenem Niveau heißt nicht, die Spieler jedes Mal auszubelasten. Dazu gehören auch Taktikschulung, Einzelgespräche oder Regeneration.“ Am Spieltag gehe es vor allem um Standardsituationen. „Und wir haben von 34 Toren 19 durch Standards gemacht“, kann Knappmann den Erfolg dieser Maßnahme auch mit Zahlen belegen.

Intern hat ihm diese professionelle Herangehensweise viel Respekt eingebracht. Auch deshalb hat der Vorstand seinen Vertrag bereits um ein Jahr verlängert, wie Horst Haneke direkt nach dem 1:6-Debakel bekannt gab – ein nicht eben optimaler Zeitpunkt. „Das hatten wir uns anders gedacht. Wir hatten schon mit einem Sieg gegen Horst gerechnet“, gibt Knappmann zu.

Dass Haneke auch ankündigte, für die Rückrunde die Abwehr personell zu stärken, wunderte den Trainer etwas. „Die Gegentore sind nicht allein Problem der Abwehr. Aber natürlich wollen wir uns im Winter optimieren.“ Ein erster Schritt dazu sei die Verpflichtung von Marcel Ramsey vom Kirchhörder SC. Der 26-Jährige Angreifer aus der Knappenschmiede hat für Schalkes U23 und RW Ahlen gespielt und soll für mehr Torgefahr im Strafraum sorgen. Mit Dustin Wurst, Kapitän von Westfalia Rhynern, hat Knappmann aber auch einen erfahrenen Defensivmann an der Angel. Noch aber steht die Einigung mit Rhynern aus.

Mit dem Tabellenzehnten SV Brackel trifft der SCW morgen auf einen weithin unbekannten Gegner. „Von dem Team, das wir in der letzten Rückrunde 6:0 besiegt haben, sind nur noch drei oder vier Spieler dabei“, weiß Knappmann. „Aber wir haben uns informiert und sind gewarnt. Wer in Hordel gewinnt, muss Qualität haben.“ Es fehlen Maurice Kühn (5. Gelbe), Dennis Gumpert und Justin Klein.

 
 

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