Westfalia lässt sich vom WSV auskontern

Marko Onucka (Mitte, weiß) wurde im Angriffszentrum meist von zwei, drei Wuppertalern abgeschirmt.
Marko Onucka (Mitte, weiß) wurde im Angriffszentrum meist von zwei, drei Wuppertalern abgeschirmt.
Foto: FUNKE Foto Services
Herner können dem Regionalliga-Aufsteiger nur eine Halbzeit lang Paroli bieten. Starkes Wuppertaler Umschaltspiel über Aydogmus wird mit einem 5:0-Sieg belohnt.

SC Westfalia Herne -
Wuppertaler SV 0:5

Tore: 0:1 (11.) Grebe, 0:2 (48.) Aydogmus, 0:3, 0:4 (66., 80.) Wirtz, 0:5 (82.) Pisano.

SCW: Carpentier - Rößler (57. Kaya), Rieker, Streit, Mützel - Temme (14. Klein), Klaas (46. Haar), Kühn - Ferati (57. Gumpert), Onucka, Trisic (57. Petrovic).

WSV: Wickl - Duschke, Schmetz, M’Bengue (46. Pytlik) - Schwertfeger - Pisano (83. Salau), Grebe (83. Er), Bieler (46. Wirtz), Heidemann (83. Heinson) - Adogmus (83. Bayrak), Ilbay (63. Leikauf).

Unschlagbar sind sie noch nicht. Sollten Westfalias Fußballer das nach lauthals verkündeten Aufstiegsambitionen und vier Testspielsiegen geglaubt haben, so wurden sie gestern zur Mittagszeit unsanft in die Realität zurückgeholt. Mit 0:5 setzte es gegen den Regionalliga-Aufsteiger Wuppertaler SV eine recht derbe Schlappe – eine Schlappe zur richtigen Zeit.

„Heute wurden uns unsere Defizite in Tempo und Taktik klar aufgezeigt“, räumte Christian Knappmann unumwunden ein. „Und wir haben wichtige Erkenntnisse gewonnen, auf wen wir zu hundert Prozent bauen können und auf wen noch nicht“, so der Trainer weiter. „Noch nicht“, wiederholte er, ist er doch vom Entwicklungspotenzial auch dieser Spieler überzeugt.

Öffentlich kritisieren wollte der SCW-Coach keinen Spieler. Allerdings war offensichtlich, dass gerade einige junge Herner gegen abgezockte Leute wie Aydogmus oder Pagano Lehrgeld zahlen mussten. So wie Maurice Temme gleich in der Anfangsphase, als er die rechte Seite nicht schließen konnte und Aydogmus den Weg zur Vorbereitung des 0:1 durch Grebe öffnete. Mehrfach schon hatte Knappmann übers ganze Spielfeld Anweisungen Richtung Temme gebrüllt, dieser Fehler aber war dann einer zu viel. Temme musste seinen Platz räumen, für ihn kam Justin Klein.

Bis zur Pause spielte der SCW danach eine halbe Stunde auf Augenhöhe. Die Gäste waren teilweise verdattert, wie bissig die Herner in die Zweikämpfe gingen. Besonders Sebastian Mützel beharkte Pisano mit allen Mitteln. Über den Kampf und eine nun sichere Deckung gelangen auch einige schöne Kombinationen, oft initiiert von Maurice Kühn, der wie ein Quarterback agierte, Tempo und Richtung des Spiels bestimmte. Und wäre Milko Trisic nach Onuckas Kopfballverlängerung energischer zum Ball gegangen, der SCW hätte die Chance zum Ausgleich gehabt (29.). Auch in zwei, drei anderen Situationen geriet das Wuppertaler Tor in Gefahr.

Probleme hatte Herne vor allem, wenn der WSV schnell umschaltete. Meist lauerte Aydogmus irgendwo an der Seitenauslinie, behauptete den ersten Ball und verlagerte das Spiel dann sofort auf die andere Seite, wo die nachrückenden Wuppertaler viel Raum hatten und sich in Eins-gegen-Eins-Situationen durchsetzten. Nach diesem Strickmuster fielen in der zweiten Hälfte gleich mehrere Gästetreffer. Und nicht nur Maurice Haar sah dabei mehrfach schlecht aus. Jetzt wissen die Herner, woran sie zu arbeiten haben.

 
 

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