Westfalia kann nur gewinnen

Wolfgang Volmer
Auch Marc Schröter (l.), in der Hinrunde noch einer der Besten, steckt derzeit in einem kleinen Formtief.
Auch Marc Schröter (l.), in der Hinrunde noch einer der Besten, steckt derzeit in einem kleinen Formtief.
Foto: Haenisch / waz fotopool

Endlich mal eine dankbare Aufgabe für Westfalias Oberliga-Fußballer. Wenn sie am Sonntag um 15 Uhr ins Stadion „Am Waldschlösschen“ einlaufen, erwartet niemand, dass sie es ungeschoren wieder verlassen. Gastgeber SV Lippstadt 08 führt nämlich nicht nur die Tabelle an, sondern ist auch das heimstärkste Team der Liga. Sollten die Herner als auswärtsschwächste Mannschaft ausgerechnet da punkten, wäre das eine mittlere Sensation.

Von der wagt nicht einmal Uli Reimann zu träumen. „Wir müssen uns auf die Heimspiele und die Partie in Gievenbeck am Mittwoch konzentrieren“, stellt Hernes Trainer ernüchtert fest. Und blickt der Realität ins Gesicht: „Wir stecken jetzt im brutalen Abstiegskampf.“ Und dabei, so Reimann, käme es vor allem auf den Charakter an. „Ich brauche Spieler, denen es nicht egal ist, für welchen Verein sie spielen. Ohne diese Einstellung geht es nicht.“ Nicht bei allen hat er zuletzt die totale Identifikation mit Herne gespürt. Seine erste Konsequenz: „Ich werden Dino Dzaferoski heute Abend sagen, dass er nicht mehr zu kommen braucht.“ Dzaferoskis lustloser Kurzeinsatz in Hamm war nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. „Es gab andere Situationen, die mir auch nicht gefallen habe. Dino ist kein Bauernopfer. Es ist aber an der Zeit, mal ein Zeichen zu setzen.“

In Lippstadt dürfte die Herner Formation auch auf anderen Positionen anders aussehen. Mustafa Kaya, der in Hamm nach einem Pferdekuss vom Platz musste, und der mit einer Wadenverhärtung ausgewechselte Matthias Krantz sollen für Gievenbeck geschont werden, Philipp Kraska steht aus beruflichen Gründen derzeit nicht zur Verfügung. So spielt Reimann mit dem Gedanken, Jugendspieler Semih Güler ins rechte Mittelfeld vorzuziehen und seinen Sohn Tim wieder verteidigen zu lassen. Auf die Abwehr wird es in Lippstadt besonders ankommen, stellt die Elf von Daniel Farke doch mit Viktor Maier (22 Tore) den Scharfschützen der Liga. Und auch der Ex-Schalker Björn Traufetter (9) ist recht zielsicher. „Es wäre schön, die Null lange zu halten. Sonst kann es auch mal richtig bitter werden“, weiß Reimann.