Westfalia Herne will sich gegen Spvgg. Erkenschwick zerreißen

Rupert Joemann
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Die Spieler von Westfalia Herne werden sich zerreißen. Das verspricht Trainer Hans Bruch. Finanzielle Probleme hin, sportliche Probleme her. Am Sonntag, 27. April, um 15 Uhr empfängt der Fußball-Oberligist Westfalia Herne zum Derby die Spvgg. Erkenschwick.

Die Mannschaft wird sich zerreißen. Das verspricht Trainer Hans Bruch. Finanzielle Probleme hin, sportliche Probleme her. Am morgigen Sonntag um 15 Uhr empfängt der Fußball-Oberligist Westfalia Herne zum Derby die Spvgg. Erkenschwick.

Zwei Traditionsvereine, die beide schon bessere Zeiten erlebt haben. Sogar in der 2. Bundesliga trafen die (fast) Nachbarn aufeinander. So pilgerten zum Beispiel am 21. Februar 1976 rund 5000 Fans ins Stadion am Schloß Strünkede. Im damaligen Zweitliga-Hinspiel waren es sogar 8000.

Nicht umsonst wirbt die Westfalia vor diesem prestigeträchtigen Duell mit dem Slogan „Vatta aufstehen . . . is Derby – das Traditionsduell im Land der 1000 Derbys“. 1000 ist auch die Zahl, auf die der SCW-Vorstan hofft: 1000 Zuschauer.

Könnte sein, dass dieses Derby bald von der Fußball-Landkarte verschwindet. Am Donnerstag gab es ein Gespräch zwischen Vorstand und Mannschaft. „Konkretes ist dabei nicht herausgekommen“, erzählt Trainer Hans Bruch. Wie auch. Erst muss der Vorstand schauen, dass er die Mittel zusammenbekommt, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Und den Spielern eine Perspektive bieten zu können. Denn momentan ist „alles in Frage gestellt“, wie Bruch erklärt. Er habe vor drei Wochen mit eigenen und externen Spielern über die kommende Saison gesprochen. Das muss erst einmal auf Eis gelegt werden. Ein reges Zuschauerinteresse könnte da eine willkommene und vielleicht (über)lebenswichtige Finanzspritze in die Kasse spülen.

Auch andere Klubs haben finanzielle Schwierigkeiten. Der morgige Gegner, immerhin Tabellenzweiter, hat erst gar keinen Lizenz-Antrag für die Regionalliga gestellt.

Seit sieben Spielen ungeschlagen

„Sicher ist die Lage derzeit ein Thema in der Mannschaft“, sagt der Westfalia-Coach. „Die Jungs wollen wissen, ob es eine Zukunft gibt.“ Doch das habe mit dem Spiel gegen Erkenschwick nichts zu tun.

„Mit unseren bescheidenen Mittel wollen wir versuchen, das Beste herauszuholen“, weiß Hans Bruch um die Schwere der Aufgabe. Mit 63 Toren verfügen die Erkenschwicker über den zweitbesten Sturm. Bruch: „Die Zahlen sprechen für sich.“ Seit sieben Partien ist das Team vom Stimberg ungeschlagen.

Dennoch will die Westfalia punkten, um sich „sportlich zu qualifizieren“. Trotz des Rückzugs der U23 von Bayer Leverkusen könnten drei Teams absteigen. Um diesen Eventualitäten vorzubeugen, soll auf jeden Fall Rang 15 vor dem VfB Hüls (drei Punkte weniger) verteidigt werden. Und zwar mit Herz und Leidenschaft.