Westfalia Herne steht am Abgrund

Philipp Ziser
Foto: Mathias Schumacher

Die Zukunft von Westfalia Herne ist weiter ungewiss. Die Verantwortlichen konnten sich am Dienstagabend nicht einigen, wie mit der aktuellen Krise umzugehen ist.

Womöglich wird das Oberligaspiel gegen Erkenschwick am Sonntagnachmittag sogar bereits der letzte Auftritt der Saison sein, der Rest der Spielzeit ist laut dem Vorstandsvorsitzenden Sascha Loch finanziell noch nicht sicher. Loch fasste die Gespräche so zusammen: „Wir haben alle relevanten Zahlen erfasst und besprochen. Wir sind nur zu keinem Ergebnis gekommen.“ Die richtungsweisende Entscheidung über die Zukunft des SCW soll nun am kommenden Montag gefällt werden.

Sascha Loch positioniert sich dazu klar: „Ich würde die Saison in der Oberliga gerne zu Ende führen und auch nächstes Jahr wieder in dieser Liga antreten.“ Damit steht er allerdings offenbar ziemlich allein: „Ich habe bisher noch keine helfende Hand gefunden.“

Er will die Zukunft des Vereins nicht an seine eigene Person knüpfen: „Wenn jemand eine finanzielle Unterstützung davon abhängig macht, dass ich gehe, weil er denkt, jemand anders mache es besser, dann würde ich dem den Vortritt lassen.“

Damit reagiert er auf die Aussage von Trainer Hans Bruch, ein potenzieller Sponsor wolle nur einsteigen, wenn Loch sein Amt aufgibt. Loch weiß davon aber immer noch nichts: „Wenn Hansi Bruch einen Sponsor hat, soll er damit zu mir kommen. Ich weiß davon nichts.“ Bruch wollte sich nicht dazu äußern. Selbst ein sportlicher Abstieg in die Verbandsliga wäre laut Loch wohl zu verkraften: „Der finanzielle Rahmen ist ähnlich wie in der Oberliga.“

Westfalia bald in der Kreisliga A?

Oberliga oder Verbandsliga also – oder doch nur Kreisliga? Loch bestätigte, dass weitere Alternativen im Gespräch sind: „Es gibt Lager im Verein, die nur noch mit einer A-Jugend spielen wollen. Die Beteiligten wollen nur auf die junge Mannschaft setzen. Das Konzept soll mir aber mal jemand erklären, das geht nicht.“

Die finanzielle Situation der Westfalia ist prekär. Laut Loch ist der Verein derzeit völlig von den Zuschauereinnahmen abhängig. „Davon leben wir und wir müssen jeden Monat neu gucken, wie wir unsere Spieler bezahlen.“

Das Spiel gegen die Spvgg Erkenschwick am kommenden Sonntag am Schloss Strünkede soll den Zuschauerschwund stoppen. „Vatta aufstehen.....is Derby“ – so will Loch möglichst viele Herner ins Stadion locken, er hofft auf 1000 Zuschauer: „Im Hinspiel haben wir vor 950 Zuschauern die Punkte entführt.“ Beide Mannschaften hätten sich eine hohe Zuschauerzahl verdient, außerdem würden die Einnahmen der Westfalia Planungssicherheit garantieren.