Westfalia Herne scheitert am SV Wacker Obercastrop

Felix Hoffmann
Marc Schröter musste bereits in der 18. Spielminute ausgewechselt werden.
Marc Schröter musste bereits in der 18. Spielminute ausgewechselt werden.
Foto: Olaf Ziegler
Bitterer Fußballabend für den Oberligisten Westfalia Herne: 2:4-Pokalpleite beim Bezirksligisten SV Wacker Obercastrop, Semih Güler verschluckt seine Zunge und landet auf der Intensivstation und Onur Özbicerler sieht nach einer Tätlichkeit Rot. Trainer Hans Bruch war bedient.

Der Kreispokal endete am Dienstag aus Herner Sicht mit einer weiteren Enttäuschung. Nach dem überraschenden Halbfinal-Aus des DSC Wanne-Eickel verpasste nun auch Westfalia Herne den Finaleinzug gegen einen Underdog. Der Oberligist unterlag beim drei Klassen tiefer spielenden SV Wacker Obercastrop mit 2:4 (1:2). Härter als die blamable Niederlage traf Trainer Hans Bruch aber eine schwere Verletzung. Kapitän Semih Güler verschluckte nach einem Kopfballduell seine Zunge und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Hans Bruch war die 2:4-Niederlage gegen den Bezirksligisten nicht egal. Der Trainer sprach von einer Blamage, warf seiner Mannschaft fehlende Einstellung vor und sparte auch sonst nicht an Kritik. Doch die Gedanken des 52-Jährigen galten im Anschluss an das Spiel ganz seinem Kapitän Semih Güler. Der war in der 56. Spielminute zu einem Kopfballduell hochgesprungen und so unglücklich auf Kopf und Genick gefallen, dass er seine Zunge verschluckte. Dank schneller Hilfe konnte Schlimmeres verhindert werden, dennoch musste Güler ins Krankenhaus gebracht werden. Das Spiel wurde bis zum Eintreffen des Rettungswagens für 20 Minuten unterbrochen. Der 19-jährige Mittelfeldspieler erwachte am Mittwoch mit zugeschwollenem Auge und einer Gehirnerschütterung auf der Intensivstation. „Den Umständen entsprechend geht es ihm gut. Ich wünsche ihm, dass er ganz schnell wieder auf die Beine kommt“, erklärte Bruch am Mittwoch.

Auch Marc Schröter verletzt sich

Güler war aber nur einer von drei Herner Akteuren, die das Spiel in Castrop-Rauxel vorzeitig beenden mussten. Angreifer Marc Schröter musste bereits in der 18. Minute nach einem Tritt gegen den Knöchel verletzt ausgewechselt werden. Sein Einsatz am kommenden Sonntag im Oberligaspiel beim SV Rödinghausen ist fraglich. Ganz sicher nicht mit von der Partie wird aber Onur Özbicerler sein. Der 19-Jährige lieferte sich in der 55. Spielminute ein Gerangel mit einem Gegenspieler. Schiedsrichter Tim Zahnhausen zeigte beiden Akteuren die Rote Karte. „Wenn er Pech hat, wird er für vier Spiele gesperrt“, kommentierte Bruch die Unbeherrschtheit seines Mittelfeldspielers.

Rückstand nach fünf Minuten

Sportlich lieferte der Vergleich mit dem Underdog aus Castrop-Rauxel ebenfalls kaum Erfreuliches. Bereits nach fünf Spielminuten lief Westfalia Herne dem Rückstand hinterher. Nach einem Eckball fehlte in der Abwehr die Zuordnung und bei Keeper Marten Heilmann die notwendige Entschlossenheit. Der Ball segelte ungehindert in den Fünfmeterraum. Der SV Wacker Obercastrop scheiterte im ersten Versuch mit einem Kopfball noch an der Latte, im Nachschuss war dann Moritz Budde erfolgreich: 1:0. Westfalia Herne bemühte sich im Anschluss um mehr Ordnung, bekam das Spiel auch ansatzweise in den Griff. Gegen den tief stehenden Gegner tat sich der Oberligist dennoch schwer. Nichts Neues für Hans Bruch, dennoch kritisierte der Trainer: „Bei unterklassigen Mannschaften muss man sich auf Kampf einstellen. Da hätten gleich einige meiner Spieler deutlich mehr bringen müssen.“

Den Rückstand meisterte die Westfalia zunächst spielerisch. In der 27. Minute fand ein kluger Pass in Christopher Antwi-Adjej einen dankbaren Abnehmer. Der 20-jährige Angreifer ließ Obercastrops Torhüter Paul-Robin Meschkis keine Abwehrchance: 1:1. Trotz des Treffers entglitt Herne das Spiel erneut. In der 39. Minute fehlte die Zuordnung im Mittelfeld. Stefan Kitowski traf aus 20 Metern. „Der war haltbar“, stellte Bruch nüchtern fest. Nicht zu halten war dagegen der SV Wacker, der in der 67. Minute das 3:1 durch Bastian Fritsch und wenig später durch Marcel Herder sogar das 4:1 folgen ließ. Den Schlusspunkt setzte Herne: der eingewechselte Daniel Eisenkopf traf zum 2:4.