Westfalia Herne bläst zur Attacke

Auf ein Neues heißt es für Westfalia Herne und DSC Wanne-Eickel (r. Besim Kasumi im Duell mit Marco Onucka).
Auf ein Neues heißt es für Westfalia Herne und DSC Wanne-Eickel (r. Besim Kasumi im Duell mit Marco Onucka).
Foto: Thorsten Tillmann
Mit gezielten Verstärkungen will Fußball-Westfalenligist SC Westfalia Herne im zweiten Anlauf den Wiederaufstieg schaffen. Trainer Holger Flossbach sieht seinen DSC Wanne-Eickel als „Wundertüte“.

Herne.. Viele neue Gesichter werden auch in der kommenden Saison in den Reihen der heimischen Fußball-Westfalenligisten zu sehen sein. Während man beim DSC Wanne-Eickel sogar von einem „Umbruch“ spricht, setzt Westfalia Herne diesmal, anders als in den Vorjahren, auf gezielte Verstärkungen einer eingespielten Mannschaft.

SC Westfalia Herne

Als er das Traineramt beim SC Westfalia im Spätherbst übernahm, versprach Christian Knappmann keck vier Siege in den vier Spielen bis Weihnachten. Er schaffte einen (im Pokal) – und nimmt den Mund trotzdem wieder voll. „Ganz klar: Wir wollen Meister werden und aufsteigen, das ist unser primäres Ziel“, geht er auch vor dieser Westfalenligasaison forsch in die Offensive. „Wir sind uns unserer Stärke und auch unserer Pflicht bewusst. Es macht doch keinen Sinn, um den heißen Brei rumzureden.“

Dass ihm mangelnde Demut, ja Arroganz vorgeworfen werden könne, ist Knappmann bewusst. „Aber wir sehen es anders: Wir glauben, dass es überheblich wäre, die Gegner nicht genau zu beobachten oder sie respektlos und unseriös zu bespielen. Aber das wird nicht passieren, wir werden höchst akribisch arbeiten und top vorbereitet sein.“ Ab Samstag werde sechsmal die Woche trainiert: „Die Truppe wird marschieren ohne Ende.“ So, wie sie es in der Rückrunde bereits getan hat.

Die dabei beobachteten Defizite glaubt der Trainer, durch acht externe Neuzugänge behoben zu haben. „Sie alle haben Stammplatz-Potenzial. Andere reden vom Konkurrenzkampf, wir haben ihn.“ Mit Maurice Haar habe man einen Linksfuß für die Innenverteidigung gefunden, mit Maurice Temme und Philipp Rößler echte „Pitbulls“ für die rechte Seite. Justin Klein war Stammspieler im offensiven Mittelfeld eines Oberligisten. Was Torjäger Milko Trisic oder Mittelfeld-Stratege Maurice Kühn drauf haben, ist in der Region hinlänglich bekannt. Zudem sind alle Leistungsträger wie Fatlum Zaskoku, Marko Onucka, Niklas Rieker oder Fatmir Ferati geblieben, so dass Knappmann aus einem qualitativ wie quantitativ starken Kader wählen kann.

Bei der Frage nach den ärgsten Rivalen muss Knappmann nicht lange überlegen. „Den DSC schätze ich sehr stark ein, auch Wiemelhausen könnte überraschen.“

SC Westfalia Herne - Zugänge: Maurice Temme (MSV Duisburg), Philip Rößler (Ratingen), Dejan Petrovic (FC/JS Hillerheide), Milko Trisic (Velbert), Maurice Kühn (TSV Marl-Hüls), Justin Klein (1. FC Mönchengladbach), Tim Göbel (Spvgg. BG Schwerin), Maurice Haar (SG Wattenscheid 09) – plus U19-Spieler Dustin Blum (TuS Haltern), Cihan Göksen und Nils Vespermann (beide eigene U19). Abgänge: Dennis Weßendorf (Spvgg. Erkenschwick), Ersin Kusakci (Lüner SV), Martin Zakrzewski (?), Marvin Raab (YEG Hassel), Gökhan Yavuz (?), Hasan Akkan (Linden), Burak Akgül (?), Nils Horneffer (?). Trainer: Christian Knappmann (im 2. Jahr). Saisonziel: Meisterschaft inkl. Aufstieg und Kreispokalsieg. Kader - Tor: Benjamin Carpentier, Tim Göbel, David Waßmann. Defensive: Tim Kosien, Maurice Temme, Robin Klaas, Frederik Streit, Niklas Rieker, Philip Rößler, Maurice Haar, Dustin Blum, Cihan Göksen. Mittelfeld: Justin Klein, Maurice Kühn, Marvin Gies, Sebastian Mützel, Fatlum Zaskoku, Enes Kaya, Enes Kacar, Fatmir Ferati. Offensive: Ferhat Mumcu, Dennis Gumpert, Dejan Petrovic, Eren Ayaz, Marko Onucka, Milko Trisic, Nils Vespermann.

DSC Wanne-Eickel

Es fällt dem Trainer Holger Flossbach schwer, punktgenau ein Saisonziel für den DSC Wanne-Eickel in der kommenden Saison in der Westfalenliga zu verorten. Die Favoritenrolle für die Liga bekommt auch von ihm der SC Westfalia Herne zugesprochen: „Die haben bisher ja am meisten für Furore gesorgt.“

Der Nachbar vom Schloss Strünkede bläst schließlich schon seit Wochen zum Angriff auf den Titel und den Oberliga-Aufstieg.

Holger Flossbach hingegen hält den Ball um einiges flacher: „Ich bin erst mal sehr vorsichtig. Wir stehen vor einem Umbruch. Wir müssen zunächst sehen, wie leistungsstark sich die Neuen einbringen und wie schnell sie sich integrieren.“ Überwiegend junge Spieler haben die Wanne-Eickeler neu für kommende Saison dazugeholt. Erstmals am kommenden Sonntag, 3. Juli, wird sich das Team treffen um eine Mannschaft und kämpferische Einheit zu werden.

Zunächst nicht dabei, und auch das gehört zu den Unwägbarkeiten vor der kommenden Saison, sind die beiden Offensivleute Nick Träptau und Eduard Sprenger. Beide sind noch verletzt, und noch ist nicht klar, wann sie wieder auf den Platz zurückkehren werden.

Insgesamt, so Holger Flossbach, sehe er das Team zur kommenden Saison zunächst einmal als „Wundertüte“. Was da drin ist, werden vielleicht schon die ersten Vorbereitungsspiele zeigen – ganz bestimmt auch das Gastspiel des FC Schalke 04 am Dienstag, 19. Juli (19 Uhr), in der Mondpalastarena.

DSC Wanne-Eickel - Zugänge: Rene Kuck (Mengede 08/20), Robin Dieckmann (Mengede 08/20), Josse Gerick (SuS Stadtlohn), Raphael Rupieper (RSV Holthausen), Christopher Rupieper (RSV Holthausen), Dietrich Liskunov (FC Frohlinde), Nick Ruppert (VfB Hüls A-Jugend), Thomas Schmitter (DJK TuS Hordel A-Jugend), Ben Zulechner (TSV Marl-Hüls A-Jugend), Torsten Stondzik (TSV Marl-Hüls), Jerome Juskowiak (SSV Rotthausen), Marco Polk (TuS Heven), Alper Merdivan, Ferhat Sahin, Benjamin Ertürk (alle eigene Jugend). Abgänge: Ali Issa, Michael Baum (beide BV Herne-Süd), Marcel Johns (Mengede 08/20), Philipp Dragicevic (DJK TuS Hordel), Daniel Diaz (FC Frohlinde), Tugrul Aydin (SuS Stadtlohn), Sebastian Sommer (wird Co-Trainer). Trainer: Holger Flossbach (seit April/für Marco Rudnik), Sebastian Sommer (neu), Michael Mankowski (seit März). Saisonziel: Bessere Platzierung als in der vergangenen Saison (9.). Kader - Tor: Rene Kuck, Bünyamin Ertürk, Ben Zulechner; Defensive: Besim Kasumi, Christian Melchner, Marius Nolte, Marco Polk, Marvin Rathmann, Thomas Schmitter, Philipp Severich, Mike Wezendonk; Mittelfeld: Josse Gerick, Jerome Juskowiak, Stephen Lorenzen, Sven Preissing, Peter Rios, Raphael Rupieper, Ferhat Sahin, Torsten Stondzik, Mathias Tomaschewski; Offensive: Robin Dieckmann, Dietrich Liskunov, Alper Merdivan, Ümit Özkan, Christopher Rupieper, Nick Ruppert, Eduard Sprenger, Nick Träptau

 
 

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