Westfalia erhält weitere Lektion

Wolfgang Volmer
Auch Kai Forin (r.) hatte im defensiven Mittelfeld große Mühe gegen die schnellen Bochumer.
Auch Kai Forin (r.) hatte im defensiven Mittelfeld große Mühe gegen die schnellen Bochumer.
Foto: WAZ FotoPool
In einem kurzfristig vereinbarten Freundschaftsspiel unterlag Westfalia Herne der klassenhöheren U23 des vfL Bochum mit 2:5. Obwohl die Gäste mit einer verstärkten B-Elf antraten, zeigten sie dem Oberligisten die Grenzen auf und nahmen erst nach ihrer 5:0-Führung den Fuß vom Gaspedal.

SC Westfalia Herne -
VfL Bochum U23 2:5

Tore: 0:1 (15.), 0:2 (19.), 0:3 (38.), 0:4 (47.), 0:5 (48.), 1:5 (62.) Eigentor, 2:5 (74.) Weßendorf (Foulelfmeter).

SCW: Heilmann - Weßendorf, Scheer, Reimann (46. Eisenkopf), Kaya - Forin, Güler - Özbicerler, Kündig (59. Petrovic), Türkyilmaz - Schröter (76. El Kasmi).

Es gibt Angebote, die man nicht ablehnen kann. Zum Beispiel, wenn ein benachbarter Profiverein kurzfristig um eine Testmöglichkeit für seine Regionalligavertretung nachfragt. Deshalb ging Westfalia Hernes Trainer Hans Bruch auf das Angebot des VfL Bochum natürlich ein und ließ seine Oberliga-Truppe am Dienstagabend gegen die Bochumer U23 antreten.

Dass die Belastung für den dezimierten Herner Kader vier Tage vor dem Nachholspiel gegen Rheine zu groß sein könnte, diese Bedenken stellte Bruch zurück. „Schließlich ist es gerade für unsere jungen Leute schon noch etwas Besonderes, gegen einen Regionalligisten zu spielen und zu erleben, welches Tempo da gegangen wird“, hielt der Herner Trainer dagegen. Und konstatierte nach 90 Minuten und einer 2:5-Schlappe, dass seine Mannschaft einiges gelernt habe. „Die Unterschiede waren schon krass, obwohl Bochum mit einer Art B-Elf gespielt hat.“

Gute Anfangsviertelstunde

In der ersten Viertelstunde konnten die Hausherren auf dem Kunstrasen an der Forellstraße noch gut mithalten, hatten durch Semih Gülers Pfostenschuss sogar die erste gute Möglichkeit. „Dann haben wir uns in wenigen Minuten zwei Dinger praktisch selbst reingehauen“, bemängelte Bruch erneut eine Vielzahl individueller Fehler. „Das ist unsere aktuell größte Baustelle. Das müssen wir ganz schnell abstellen“, lautete seine nicht ganz neue Erkenntnis.

Mit der 2:0-Führung im Rücken spielten die VfL-Talente ihren Gegner schwindlig. Marvin Scheer und Torben Reimann hatten im Herner Abwehrzentrum ihre liebe Mühe, und auch die „Doppel-Sechs“ mit Kai Forin und Semih Güler konnte die Bochumer Angriffswellen nur selten stoppen. Mit dem 0:3 war der SCW zur Pause gut bedient.

Seine Halbzeitansprache hätte sich Bruch auch schenken können. Mehr Konzentration hatte er gefordert, zu sehen bekam er das krasse Gegenteil und zwei Treffer binnen 60 Sekunden, bei denen sein Team auf engstem Raum ausgespielt wurde. Danach wechselte der Gast durch und nahm den Fuß vom Gaspedal, so dass der SCW besser ins Spiel und auf 2:5 heran kam.