Westfalia darf gewinnen

Wolfgang Volmer
SC Westfalia Herne gegen TuS Dornberg, Oberliga Westfalen im Stadion Am Schloss Strünkede Herne Foto: Klaus Pollkläsener / WAZ FotoPool
SC Westfalia Herne gegen TuS Dornberg, Oberliga Westfalen im Stadion Am Schloss Strünkede Herne Foto: Klaus Pollkläsener / WAZ FotoPool
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Mit Begriffen wie „Schicksalsspiel“ kann Jörg Silberbach nichts anfangen. Schon gar nicht, wenn er eine so junge, unerfahrene Truppe betreut wie die des SC Westfalia. Vor dem heutigen Oberliga-Heimspiel gegen den SuS Neuenkirchen (15 Uhr, Abisolarena, Schloss Strünkede) hält es der neue Herner Coach eher mit der Devise: Nichts muss, alles darf.

„Wenn wir etwas holen, wäre das natürlich schön. Aber wenn nicht, ist das auch kein Rückschritt“, nimmt er den Druck von seiner Mannschaft. „Es reicht, wenn wir ganz am Ende einen Punkt mehr haben als Dornberg und Gievenbeck oder auch Schermbeck. Und wenn es gegen Neuenkirchen nicht klappt, dann eben in Gütersloh oder gegen Ennepetal. Wo wir die Punkte holen, ist völlig egal.“

Unterstützt wird Silberbachs Argumentation durch den 4:2-Erfolg in Erndtebrück. „Da haben wir gezeigt, dass wir in der Lage sind, gegen jeden Gegner zu gewinnen.“ Wichtig sei es, sich hundertprozentig einzubringen und sich auch durch Fehler nicht verunsichern zu lassen. „Da möchte ich auch an die Zuschauer appellieren, die Spieler auch dann zu unterstützen, wenn mal etwas schief geht. Sie dürfen keine Angst haben, dass dann das große Meckern los geht.“

Die Gäste aus dem Kreis Steinfurt hat Silberbach selbst zweimal gesehen und zuletzt beim 2:1 gegen Schermbeck noch durch Co-Trainer Hansi Bruch beobachten lassen. „Die Erkenntnisse werden wir noch auswerten und dann sehen, dass wir uns optimal auf diesen Gegner einstellen“, kündigt Silbernach an. „In jedem Fall ist das eine robuste Mannschaft mit groß gewachsenen Spielern, die aber auch technisch einiges drauf haben.“

Im Hinspiel trat der SCW beim damaligen Schlusslicht noch als Favorit an, fing sich aber gleich in der ersten halben Stunde drei Treffer ein und unterlag mit 1:3. Seitdem hat sich der inzwischen von Tobias Wehmschulte betreute SuS stetig gesteigert. Zwar überwinterte er noch auf dem letzten Platz, schob sich aber mit sechs Siegen aus zehn Rückrundenspielen ins gesicherte Mittelfeld vor.

Kein Geheimnis macht Silberbach aus seiner Aufstellung: Die Mannschaft, die in Erndtebrück anfing, soll erneut auflaufen. „Das haben die Jungs sich verdient. Die haben sich alle zu hundert Prozent eingebracht.“ Es fehlen Tim Reimann (Rotsperre) und Torben Reimann (verletzt), ansonsten ist der Kader komplett. Einen zählt Silberbach nicht mehr dazu: Philipp Kraska hat nach Uli Reimanns Ausstieg nichts mehr von sich hören lassen.