Stüven sitzt im Paradeboot

Als Schlagmann des deutschen Doppelvierers geht Rene Stüven vom RV Emscher Wanne-Eickel bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Eton auf Medaillenjagd. Foto: Detlev Seyb, Foto-Pool
Als Schlagmann des deutschen Doppelvierers geht Rene Stüven vom RV Emscher Wanne-Eickel bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Eton auf Medaillenjagd. Foto: Detlev Seyb, Foto-Pool
Foto: Foto Pool WAZ New Media

René Stüven ist überglücklich. Der Ruderer des RV Emscher Wanne-Eickel hat sich in der Selektion zur Junioren-Weltmeisterschaft behaupten können und fährt jetzt bei den am Mittwoch im englischen Eton beginnenden Titelkämpfen auf der Schlagposition des Doppelvierers.

„Ich bin sehr zufrieden. Der Doppelvierer macht mir am meisten Spaß“, sagt Stüven nach dem fünfwöchigen Trainingslager in Berlin-Grünau. Bis zu dreimal täglich saß er dort mit Finn Schröder, Ole Daberkow und Max Schäfer im Boot, um sich optimal aufeinander einzustimmen. Sonntag ging es von der ehemaligen Olympia-Regattastrecke von 1936 zur künftigen von 2012 in London. Somit hat die Junioren-WM in diesem Jahr ihren besonderen Reiz, schließlich ist sie eine von vielen Test-Events für die Olympischen Spiele.

Es wird René Stüvens zweite Junioren-WM-Teilnahme sein. Vergangenes Jahr hatte er zwar bei den Skullern die nationale Qualifikationsrunde knapp nicht meistern können, aber er wechselte auf Wunsch der zuständigen Trainer aufgrund seiner physischen Stärke zu den „Riemern“ und holte im Achter die Silbermedaille. Sicher hätten die Trainer den Wanner weiterhin gerne im Riemenbereich gesehen. Doch der vielseitige Ruderer ging sofort wieder zurück in die Disziplin, die ihm mehr am Herzen liegt. „Ich wollte lieber skullen“, sagt das RVE-Talent aus tiefster Überzeugung. Dort fühlt er sich wohler, obwohl die Qualifikationshürden deutlich höher sind. Es gibt weniger WM-Rollsitze als bei den Riemern - acht mit Ersatz statt 18 ohne Ersatz

Stüven behauptete sich in den nationalen Rennen sicher im Feld, ruderte sich stets in die Finals und sicherte sich die WM-Selektion durch eine erneut starke Vorstellung in den Einer-Ranglistenrennen ab. Er war so beständig gut, dass ihm auch der gesundheitsbedingte Ausfall auf den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Brandenburg nicht mehr zum Verhängnis wurde.

Die Tests in Berlin-Grünau gingen weiter. Auf dem Ergometer. Im Messboot. Stüven nahm früh auf Schlag im Doppelvierer Platz und war nicht mehr zu verdrängen. „Unser Vierer lief mit jeder Trainingseinheit besser“,so Stüven, „in den Relationsrennen haben wir gute Werte erzielt.“ Nur die Spurts seien noch nicht optimal. „Aber auch das kriegen wir noch hin.“

Die Erwartungshaltung in dieser Bootsklasse ist hoch. Der Doppelvierer zählt zu den Parade-Disziplinen im Nachwuchsbereich des Deutschen Ruderverbandes und holte zuletzt bei der U19-WM im tschechischen Racice Gold. In die Favoritenrolle will sich das Quartett jedoch nicht drängen lassen, auch wenn „wir ordentlich PS im Boot haben.“ Das Feld in Eton ist in der Breite sehr stark besetzt und es muss schon alles zusammenpassen, bis am Ende erneut die Goldmedaille für den Verband herausspringt. 21 Boote haben gemeldet - auch Vize-Weltmeister Italien, der erneut qualitativ top besetzt sein wird. Somit führt der Weg ins Finale über den Vorlauf am Donnerstag und das Halbfinale am Samstag. Stüven: „Erst einmal wollen wir ins Finale. Wenn wir dort sind, dann wollen wir natürlich richtig angreifen.“

 
 

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