Silberner Abschluss

Platz zwei belegte der Emscher-Hammer beim Saisonfinale 2011 in Krefeld. Foto: Ruderbundesliga RBL
Platz zwei belegte der Emscher-Hammer beim Saisonfinale 2011 in Krefeld. Foto: Ruderbundesliga RBL
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Damit hatten sie selbst nicht gerechnet. Obwohl sie neben ihren Langzeitverletzten kurzfristig noch weitere Leistungsträger ersetzen und sogar das Schlaghaus erneut umbauen mussten, kehrten die Ruderer des „Emscher-Hammer“ mit einem grandiosen zweiten Platz vom Bundesligafinale in Krefeld zurück. In der Abschlusstabelle rückten die Recken von RV Emscher Wanne-Eickel und des RC Hamm dem Sprintteam Mülheim zwar noch ganz dicht auf die Pelle, doch fehlten drei Punkte, um die Mülheimer noch vom Podest zu verdrängen und den dritten Platz aus dem Vorjahr zu bestätigen.

Dass sie den Crefelder RC, Seriensieger und nunmehr dreifachen Meister, in dessen eigener „Badewanne“ noch herausfordern könnten, das hatten Teamkapitän Frank Wustmann und seine starken Jungs nicht einmal zu hoffen gewagt. Sie reisten mit dem Ziel an, einen Platz unter den besten Acht zu schaffen und somit ihren vierten Rang in der Gesamtwertung zu sichern.

Eine viel zu bescheidene Selbsteinschätzung, wie sich auf dem Elfrather See bald zeigen sollte. Obwohl der verletzte Jan Müller aushelfen musste und mit dem jungen Konstantin Hermes sogar ein absoluter Bundesliga-Novize ins Boot kam, haute der Emscher-Hammer schon im Qualifying den ersten Paukenschlag heraus. Mit der fünftschnellsten Zeit verschafften sich die Jungs um Steuerfrau Stefanie Winkelmann eine gute Ausgangsposition im Feld der 16 Boote.

Und das sollte keine Eintagsfliege bleiben. Vielmehr stieg die Leistungskurve weiter an. Im Achtelfinale steigerte sich die Ruhrpott-Crew um gut eineinhalb Sekunden und wurde nur eine Hundertstel hinter dem Hamburger und Germania RC, aber klar vor Hannover und dem Bodensee-Achter als Zweiter abgeläutet.

Damit war der Platz unter den besten Acht gesichert, das Tagesziel mithin erreicht. Der Erfolgshunger aber war noch lange nicht gestillt. Im Viertelfinale legte der Emscher-Hammer noch ein Schüppchen drauf, schaufelte vom Start weg reichlich Wasser zwischen sich und die Boote aus Leverkusen und Mülheim und kam sogar den sieggewohnten Lokalmatadoren vom Crefelder RC gefährlich nahe.

Als Zweiter fuhr die Wustmann-Crew direkt ins obere Halbfinale, in dem die Top vier um die Podestplätze kämpften. Gegner war wie vor einer Woche der Münster-Achter, der sich unbedingt für die in Hamburg erlittene Niederlage revanchieren wollte. Entsprechend motiviert legten sich die Asse vom Aasee in die Riemen, doch der Emscher-Hammer hielt mit maximaler Power dagegen und schob nach dem schnellsten Rennen des Tages erneut seine Bugspitze als Erster ins Ziel.

Plötzlich war sie doch da, die Chance, mit der niemand hatte rechnen können: Der erste Tagessieg seit Bestehen der Ruder-Bundesliga war für den Emscher-Hammer in greifbare Nähe gerückt. Aber auch wenn Schlagmann Falk Müller und seine Jungs alles mobilisierten und die letzten Körner verbrauchten, die Lokalmatadoren aus Krefeld waren einfach zu stark und feierten in der fünften Regatta des Jahres ihren vierten Tagessieg.

„Der letzte Renntag hat all unsere Erwartungen übertroffen. Wir haben im Leben nicht damit gerechnet, mit einer Medaille nach Hause zu fahren und das, obwohl wir die Mannschaft komplett umstellen und sogar das Schlaghaus austauschen mussten“, meinte der überglückliche Teamkapitän Frank Wustmann.

Nach einem etwas verkorksten Start und Rang acht in der ersten Regatta hat sich der Emscher-Hammer kon­tinuierlich gesteigert und an den letzten drei Renntagen jeweils eine Medaille ergattert. Guter Laune war deshalb auch Stefanie Winkelmann. „Wir haben leider einen Platz in der Endtabelle verloren, aber wenn man bedenkt, wie viele Ausfälle wir zu beklagen hatten, können wir mehr als zufrieden sein.“ Für 2012 schickte die Steuerfrau des RV Emscher gleich eine Kampfansage hinterher. „Nächstes Jahr starten wir einfach besser in die Saison, und dann klappt das auch mit einer Top-Drei-Platzierung.“

 
 

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