Siering greift heute zum Olympia-Ticket

Der deutsche Frauenachter am Start im Bahnverteilungsrennen bei der Olympia-Qualifikationsregatta in Luzern. Von rechts: Steuerfrau Laura Schwensen, Constanze Siering, Kathrin Marchand, Nadja Drygalla, Ulrike Sennewald, Kathrin Thiem, Ronja Schütte, Julia Lepke, Daniela Schultze. Foto: Detlev Seyb
Der deutsche Frauenachter am Start im Bahnverteilungsrennen bei der Olympia-Qualifikationsregatta in Luzern. Von rechts: Steuerfrau Laura Schwensen, Constanze Siering, Kathrin Marchand, Nadja Drygalla, Ulrike Sennewald, Kathrin Thiem, Ronja Schütte, Julia Lepke, Daniela Schultze. Foto: Detlev Seyb
Foto: Detlev Seyb

Das Bahnverteilungsrennen bei der olympischen Qualifikationsregatta der Ruderer in Luzern dürfte dem deutschen Frauenachter mit Constanze Siering vom RV Emscher Wanne-Eickel an Bord die erhoffte Sicherheit gebracht haben. Denn die Crew von Trainer Ralf Müller belegte hinter den favorisierten Australierinnen den zweiten Platz - der würde am Dienstag (Start 19.20 Uhr) im Finale um die zwei noch freien Olympia-Plätze für eine Teilnahme in London reichen.

Müller ist in den Stunden nach diesem Rennen darum bemüht, die im Trainingslager aufgebaute Euphorie zu steigern und bis ins Finale zu tragen. Er ist aber ebenso darum bemüht, seinen Athletinnen klar zu machen, dass die Gegner möglicherweise nicht alle Karten auf den Tisch gelegt haben und im Finale von Beginn an auf Angriff blasen. Es ging ja am Sonntag Abend auch lediglich darum, sich für das Finale die besseren Bahnen zu sichern.

„Wir wollen zeigen, dass wir gut mitfahren können, dass wir gut drauf sind“, sagte denn auch Müller vor dem Bahnverteilungsrennen. Ein Rennen eben auch für die gute Stimmung, die wichtig in solch’ einem Wettbewerb ist. Aber der Achter um Constanze Siering wollte nicht alle Trümpfe ausspielen. Die ersten 500 Meter verliefen dabei noch nicht einmal wie erhofft. Deutschland lag an vorletzter Stelle - vorne ruderte Favorit Australien souverän. Dann aber schalteten die deutschen Frauen einen Gang hoch, überholten den späteren Dritten Ukraine und Vierten Weißrussland. Russland wurde Letzter. Erfreulich dabei, auf den folgenden 500-Meter-Teilstrecken konnten sich die deutschen Frauen steigern und konstant auf dem zweiten Platz halten.

Dennoch dürfte es im Finale ganz knapp werden, zumal gerade Weißrussland ein Gegner mit großen Fragezeichen ist. Im vergangenen Jahr hatte der Verband noch enorme Probleme und versucht jetzt mit allen Anstrengungen die verpassten Olympia-Qualifikationen nachzuholen. Yuliya Bichyk und Natallia Helakh, in Athen und Peking Olympia-Dritte und schon 2000 in Sydney beim vierten Platz im Achter an Bord, sind dafür bekannt, dass sie auf die Minute topfit sein können. In Luzern leisten sie sich sogar einen Doppelstart im Zweier und Achter.

Auch die Ukraine, im Bahnverteilungsrennen vier Sekunden hinter dem Team um Schlagfrau Constanze Siering, hat Trainer Ralf Müller auf der Rechnung. Die seien zwar beim Weltcup in Belgrad vor zwei Wochen Letzter gewesen, aber der Achter sei gar nicht mal so schlecht gefahren.

 
 

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