SCW hat es nicht mehr in der Hand

Uwe Ross
Christian Johns (beim Kopfball) und der SC Westfalia Herne sind auf Schützenhilfe angewiesen.
Christian Johns (beim Kopfball) und der SC Westfalia Herne sind auf Schützenhilfe angewiesen.
Foto: Winfried Labus / FotoPool

Herne. Die gute Ausgangslage, die sich der SC Westfalia Herne im Kampf um den Klassenerhalt durch den zwischenzeitlichen 3:2-Erfolg über den direkten Konkurrenten SV Schermbeck erkämpft hatte, haben die Strünkeder durch die letzten beiden Niederlagen gegen die Hammer Spielvereinigung und bei RW Ahlen wieder verspielt. Am Sonntag (15 Uhr, Stadion Ruß, Mühlenstr. 121, 33607 Bielefeld) gastiert der heimische Traditionsverein zum Saisonfinale beim DSC Arminia Bielefeld II.

Vielleicht ist es ein kleiner Vorteil für die Strünkeder, dass Bielefeld sich nicht mehr vom dritten Tabellenplatz verbessern kann und die beiden Regionalligaaufsteiger mit dem SV Lippstadt 08 und der SG Wattenscheid 09 bereits feststehen. Den Oberligaverbleib kann der SCW aber nicht mehr aus eigener Kraft realisieren.

So gestaltet sich die Situation vor dem letzten Spieltag: Der SC Westfalia steigt ab, wenn er in Bielefeld verliert. Dann ist der SV Schermbeck, derzeit mit einem Zähler vor den Hernern, nicht mehr abzufangen. Der SCW bleibt in der Liga, wenn er ein Unentschieden holt und Schermbeck bei der TSG Sprockhövel nicht gewinnt. Sollte Schermbeck drei Punkte mitbringen, würde den Hernern selbst ein Sieg nichts mehr nützen.

Nur noch theoretisch kann der SCW den TuS Dornberg einholen. Der hat allerdings drei Punkte Vorsprung und ein um sieben Treffer besseres Torverhältnis als die Strünkeder.

Dass sich die Frage nach dem Klassenerhalt erst am letzten Spieltag klären wird, kommt für Jörg Silberbach nicht überraschend: „Es war uns schon bewusst, dass es auf eine solche Konstellation hinauslaufen könnte“, sagt der SCW-Trainer. „Ich hoffe, dass meine Jungs trotzdem die Lockerheit bewahren. Vielleicht können sie gerade deshalb befreit aufspielen, weil wir es nicht mehr selbst in der Hand haben“, fügt Silberbach an. Ziel in Bielefeld sei es zunächst, so lange wie möglich das 0:0 zu halten. Telefonisch wird auch der Kontakt zum Spiel in Sprockhövel gewährleistet sein. „Wir wollen wissen, was dort passiert, um dann gegebenenfalls reagieren zu können.“

Während Matthias Krantz, der sich in Ahlen eine schwere Muskelverletzung zuzog, definitiv fehlen wird, hofft Silberbach auf den Einsatz seines angeschlagenen Stürmers Marc Schröter: „Er wird ordentlich getaped und will noch einmal die Zähne zusammenbeißen.“

Richtig sauer ist Jörg Silberbach auf Samed Sazoglu, der vergangenen Sonntag gegen Hamm nicht eingewechselt worden war, nach dem Spiel seine Sachen packte und danach nichts mehr von sich hören ließ. „Er hat die Mannschaft im Stich gelassen. So etwas charakterschwaches habe ich in meiner gesamten Karriere noch nicht erlebt. Ich bedaure den Verein, bei dem er unterkommen wird“, macht Silberbach seiner Enttäuschung Luft.

Davon, dass seine übrigen Spieler auch in der finalen Partie kämpferisch noch einmal alles geben werden, ist der SCW-Trainer fest überzeugt. Ob es zum Klassenerhalt reichen wird, steht am Sonntag kurz nach 16.45 Uhr fest.