Schwere Vorwürfe gegen den LEV

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Der Deutsche Eishockey-Bund strebt ein Ausschlussverfahren gegen den Landes-Eissportverband NRW an. Besonders LEV-Präsident Wolfgang Sorge steht in der Kritik.

Nach der Gründung des eigenständigen Eishockey-Verbandes NRW betreibt der Deutsche Eishockey-Bund die Trennung vom hiesigen Landes-Eissport-Verband. In einem Schreiben an seine Mitglieder kündigte der DEB jetzt die Einleitung eines Ausschlussverfahrens gegen den LEV NRW an.

In dem Schreiben, das der WAZ vorliegt, wirft der DEB dem Landesverband vor, vor allem in den letzten Wochen und Monaten grob gegen seine satzungsgemäßen Pflichten, insbesondere derjenigen aus §13 der DEB-Satzung, der die Pflichten der Mitglieder regelt, verstoßen zu haben. Damit habe der LEV dem DEB, dem Eishockeysport und dessen Ansehen erheblich geschadet.

Der Eissport-Verband NRW hat jetzt bis zum 6. Januar Gelegenheit, zu den ihm vorgeworfenen Satzungsverstößen Stellung zu nehmen. Danach will das Präsidium des Deutschen Eishockey-Bundes nach Abwägung aller Umstände über einen möglichen Ausschluss des LEV entscheiden.

Auch bei einigen seiner Noch-Mitglieder, den Eishockey-Vereinen, steht der Landesverband weiterhin in der Kritik. Mehrere Clubs legten jetzt Widerspruch gegen das Protokoll der Jahreshauptversammlung am 31. August ein. Unter anderem werden dem LEV inhaltliche und formale Fehler, eine erheblich verspätete Aushändigung an die Teilnehmer und eine lückenhafte und unpräzise Protokollführung vorgeworfen.

Auch das nach Meinung verschiedener Teilnehmer respektlose und geringschätzige Verhalten von Wolfgang Sorge gegenüber mehreren Vereinsvertretern ist Teil der Beschwerde. So habe der LEV-Präsident während der Jahreshauptversammlung einzelne Delegierte als „gekaufte Klatscher“ bezeichnet. Zuvor hatte Sorge den 1. Vorsitzenden des EV Duisburg, Stavros Avgerinos, in einer Verhandlung vor dem LEV-Spielgericht mit „Herr Varoufakis“ angesprochen.

Zudem habe es seit 2003 keine Vorstandssitzung mehr gegeben. Die Geschäfte des LEV würden vom Präsidium und nicht vom Vorstand geführt. In der Spielgerichts-Verhandlung war es um die verbandsinterne Sperre der Vereine Herner EV, EV Duisburg und Moskitos Essen gegangen. Zu dieser Sperre existieren nach Darstellung der Vereine bis heute keinerlei Vorstandsbeschlüsse der Fachsparte Eishockey.

Da Präsident Wolfgang Sorge und sein Vize Friedrich Dieck das fehler- und lückenhafte Protokoll durch ihre Unterschriften genehmigt haben, werfen die einspruchsführenden Vereine dem Präsidium am Ende ihrer Beschwerde schließlich Befangenheit vor.

 
 

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