RVE-Asse messen sich mit der Weltelite

Rene Stüven vom RV Emscher trägt die Skulls nach dem Training vor der U23-Weltmeisterschaft in Varese
Rene Stüven vom RV Emscher trägt die Skulls nach dem Training vor der U23-Weltmeisterschaft in Varese
Foto: Detlev Seyb

Varese.  Die deutsche Mannschaft ist am Montag in Varese (Italien) eingetroffen. Auch die beiden Athleten vom Ruderverein Emscher Wanne-Eickel: Charlotte Siering und Rene Stüven, die bei den Weltmeisterschaften der U23-Ruderer im Frauen-Zweier „ohne“ bzw. im Männer-Achter antreten werden.

Das Wetter lässt noch etwas zu wünschen übrig. Leichter Regen begrüßte die rund 800 Teilnehmer aus 51 Nationen am Lago di Varese, allerdings dürfte weder dies noch ein möglicherweise aufkommender Wind die Sportler aus der Bahn bringen. Der Kurs liegt mitten auf dem See und sollte allen faire Bedingungen bescheren.

Man darf auf den Auftritt der beiden Ruderer vom Westhafen gespannt sein: Denn Rene Stüven hat nach dem enttäuschenden sechsten Platz aus dem Vorjahr Revanche angekündigt: „So etwas wird uns nicht noch einmal passieren“, sagte er direkt nach der Ankunft aus dem Ratzeburger Trainingslager. Während der Achter mit Co-Schlagmann Stüven die Zeichen auf Angriff stellt, ist der Ausgang im Frauen-Zweier „ohne“ schwer einzuschätzen. Denn Charlotte Siering und ihre Essener Partnerin Dorothee Beckendorf studieren ja eigentlich in den USA an der University of Califoria in Berkeley, trainieren dementsprechend das ganze Jahr in den USA und sind zurzeit während der Semesterferien auf Deutschland-Tour, die ihnen das Last-Minute-Tcket zur U23-WM in Varese eingebracht hatte.

Aktuelle Formschwankungen

Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Brandenburg war das Duo Ende Juni top, fuhr souverän an die Spitze des Feldes, während aktuell die Leistungen schwanken. Boots-Trainer Peter Seidel muss zusehen, das US-Training mit der aktuellen WM-Vorbereitung in Einklang zu bringen. Ab heute ist dann Ziehung, wenn gegen 16 Uhr die drei Vorläufe zum Frauen-Zweier „ohne“ ausgetragen werden. Insgesamt 13 Nationen haben ihre Meldungen abgegeben, so dass es in jedem Falle zu einem Halbfinale kommen wird.

Im Feld sind absolute Top-Teams vertreten, wie unter anderem auch die Gastgeberinnen, die im Vorjahr Bronze geholt hatten. Für Siering/Beckendorff hat die U23-WM noch einen anderen feinen Nebeneffekt: Sie treffen hier auf viele Studenten ihrer Uni, die sich auf etliche Nationen verteilen. „Wir haben schon einige gesprochen“, sagt Siering.

Wenig internationale Vergleiche

Im Männer-Achter fahren zehn Nationen um die Medaillen, und der Deutsche Ruderverband möchte nach einigen ernüchternden Resultaten vor einem Jahr gerade im Männer-Riemenbereich wieder ganz nach vorne in die Weltspitze. Ob es zu einer Medaille reicht, dürfte nach dem Vorlauf besser zu beurteilen sein, da es im U23-Bereich im Vorfeld der WM nur wenige internationale Vergleiche gibt.

Allerdings, da ist sich Rene Stüven sicher, sei die Mannschaft in einer ganz anderen Verfassung als vor einem Jahr. Die guten Trainingseinheiten in Ratzeburg und auch die Relationszeiten in den Abschlussrennen sollten Mut machen, in Varese nach einer Medaille greifen zu können. Der aktuelle Weltmeister aus Neuseeland ist ebenfalls dabei wie Silber-Medaillengewinner USA und auch die Polen, die 2013 in Ottensheim/Österreich Bronze gewonnen hatten. Der Achter steigt erst am Donnerstag mit den Vorläufen ins Wettkampfgeschehen ein und bildet am Sonntag den Abschluss der Finalrennen. Das Finale des Frauen-Zweiers ist am Samstag.

 
 

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